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allgemein14 Min. Lesezeit

Selbstständig als Ofen- und Luftheizungsbauer 2026: Meisterpflicht, BImSchV & Kachelöfen

Ofenbau-Betrieb gründen 2026: Meisterpflicht (Vollhandwerk), BImSchV-Grenzwerte, Schornsteinfeger-Abnahme, Kachelofen vs. Kaminofen, Spezialisierungen und Gründungs-Checkliste.

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Redaktion handwerk.cloud

23. Februar 2026

Geprüfte Fachbetriebe🔒Sichere Daten (SSL)💯Kostenlos & unverbindlich4,8/5 Kundenbewertung

Der Ofen- und Luftheizungsbauer ist eines der traditionsreichsten Handwerke Deutschlands – und erlebt gerade eine Renaissance. Kachelöfen, Kaminöfen und Grundöfen verbinden Wohnkultur mit Wärme, Behaglichkeit und zunehmend auch Nachhaltigkeit. Die verschärften BImSchV-Grenzwerte seit 2025 sorgen für einen Austausch-Boom alter Öfen – und damit für volle Auftragsbücher.

Gleichzeitig ist das Handwerk anspruchsvoll: Meisterpflicht (Vollhandwerk, Anlage A), strenge Emissionsvorschriften, Brandschutzauflagen und die verpflichtende Schornsteinfeger-Abnahme machen es zu einem regulierten Markt – was Qualitätsbetriebe schützt und Billigkonkurrenz fernhält.

1. Meisterpflicht: Vollhandwerk seit jeher

Das Ofen- und Luftheizungsbauer-Handwerk war nie von der Meisterpflicht befreit. Es gehört durchgehend zu den zulassungspflichtigen Gewerken nach Anlage A der Handwerksordnung (HwO) – ein echtes Vollhandwerk. Im Gegensatz zu vielen anderen Handwerken, die 2004 dereguliert und teilweise 2020 rückverpflichtet wurden, gab es hier keine meisterfreie Phase.

💡 Ofen- und Luftheizungsbauer vs. SHK-Installateur

Der Ofen- und Luftheizungsbauer plant, baut und setzt Kachelöfen, Kaminöfen, Grundöfen, Backöfen, Warmluftheizungen und Lüftungsanlagen. Der SHK-Installateur installiert Zentralheizungen (Gas, Öl, Wärmepumpe), Sanitäranlagen und wasserführende Systeme. Die Abgrenzung: Einzelfeuerstätten = Ofenbauer, Zentralheizung = SHK. Bei wasserführenden Kaminöfen (die an die Zentralheizung angeschlossen werden) arbeiten beide Gewerke zusammen.

Vier Wege in die Selbstständigkeit

Weg Voraussetzungen Kosten Dauer
Ofenbaumeister Gesellenprüfung Ofen- und Luftheizungsbauer 6.000 – 12.000 € 12–24 Monate (VZ) / 2–3 Jahre (TZ)
Altgesellenregelung (§ 7b HwO) 6 Jahre Berufserfahrung, 4 in leitender Stellung 500 – 1.500 € 3–6 Monate
Technischer Betriebsleiter Anstellung eines Ofenbaumeisters 40.000 – 55.000 €/Jahr Sofort möglich
Studium (Ingenieur) Bachelor/Master Versorgungstechnik o. ä. Studienkosten 3–5 Jahre

2. BImSchV 2025: Der Austausch-Boom als Marktchance

Die 1. BImSchV (Bundes-Immissionsschutzverordnung) reguliert die Emissionsgrenzwerte für Kaminöfen, Kachelöfen und andere Einzelfeuerstätten. Seit dem 1. Januar 2025 gelten verschärfte Grenzwerte – und Millionen alter Öfen müssen nachgerüstet, ausgetauscht oder stillgelegt werden.

BImSchV Stufe CO (g/m³) Feinstaub (g/m³) Wirkungsgrad Betrifft
Stufe 1 (bis 2014) 2,0 0,075 73 % Öfen vor 2010
Stufe 2 (ab 2015 / Pflicht 2025) 1,25 0,04 80 % Alle Neuanlagen + Nachrüstpflicht

⚠️ BImSchV-Fristen: Das müssen Sie wissen

  • Öfen vor 1995: Mussten bis Ende 2020 stillgelegt, ausgetauscht oder nachgerüstet werden
  • Öfen 1995–21.03.2010: Frist endete am 31.12.2024 – jetzt akut!
  • Öfen nach 22.03.2010: Erfüllen in der Regel Stufe 2 – kein Handlungsbedarf
  • Handwerklich gesetzte Kachelöfen/Grundöfen: Sonderregelungen möglich (Einzelfallprüfung durch Schornsteinfeger)
  • Konsequenz: Millionen Ofenbesitzer müssen 2025/2026 handeln → enormes Marktpotenzial für Ofenbauer

3. Schritt-für-Schritt-Anleitung: Gründung als Ofenbauer

Die Gründung dauert 3–6 Monate – die Werkstatt-Anforderungen sind höher als bei vielen anderen Handwerken (Schamotte-Bearbeitung, Lagerfläche für Kacheln und Ofenbaumaterial).

Schritt 1: Ofenbaumeister oder Ausnahme sichern

  • Meisterkurs: Vollzeit 12–24 Monate, Teilzeit 2–3 Jahre; Kosten 6.000–12.000 €
  • Aufstiegs-BAföG: Bis 75 % Zuschuss auf Kursgebühren
  • Meistergründungsprämie: 7.500–15.000 € je nach Bundesland
  • Fachverband: Zentralverband Sanitär Heizung Klima (ZVSHK) oder Landesinnung der Ofen- und Luftheizungsbauer

Schritt 2: Businessplan & Positionierung

  • Positionierung: Handwerkliche Kachelöfen (Premium)? Kaminofen-Verkauf & Montage (Volumen)? Oder Spezialist für Grundöfen und Speicheröfen (Nische)?
  • Stundensatz: 55–85 € netto/Stunde, bei Design-Kachelöfen und individuellen Anfertigungen deutlich mehr. Stundensatzrechner
  • Mischkalkulation: Ofenverkauf (Material-Marge 25–40 %) + handwerkliche Setzarbeit (Stundensatz) + Wartung/Reparatur = drei Umsatzquellen
  • Saisonalität: Hochsaison: August–Dezember (Kunden wollen vor dem Winter heizen). Frühling: Planung und Beratung. Sommer: Werkstattarbeit und Vorfertigung

Schritt 3: Werkstatt & Maschinen

  • Werkstatt: 60–150 m² – Schamotte-Säge, Kachel-Lager, Arbeitstische, Trockenraum
  • Schamotte-Nassschneidemaschine: 3.000–8.000 € (Kernmaschine)
  • Kachel-Schneidemaschine: 1.500–5.000 €
  • Spezialwerkzeug: Ofenbauer-Kellen, Schamottemesser, Spachtel, Winkelschleifer mit Diamantscheibe – 1.000–3.000 €
  • Mess- und Prüfgeräte: Endoskopkamera (Schornstein-Inspektion), Feuchtemessgerät, Rauchgasanalysegerät – 500–3.000 €
  • Transporter: Sprinter o. ä. (Schamottesteine sind schwer!) – 15.000–35.000 €
  • Ausstellungsraum: Mindestens 2–3 Musteröfen für Kundenberatung – 5.000–25.000 € Investition

Schritt 4: Handwerkskammer – Handwerksrolle

  • Meisterbrief / Ausübungsberechtigung und Personalausweis vorlegen
  • Eintragung in die Handwerksrolle (120–300 €)
  • Landesinnung Ofen- und Luftheizungsbauer: Mitgliedschaft empfohlen

Schritt 5: Gewerbe, Finanzamt, Berufsgenossenschaft

  • Gewerbeanmeldung: 20–65 €
  • Finanzamt: Steuerliche Erfassung über ELSTER
  • BG BAU: Ofenbauer gehören zur BG BAU – Pflichtanmeldung
  • Keine SOKA-BAU: Ofen- und Luftheizungsbauer gehören in der Regel nicht zum Bauhauptgewerbe

Schritt 6: Versicherungen

  • Betriebshaftpflicht: Min. 5 Mio. € – Brandgefahr bei fehlerhafter Installation ist das Hauptrisiko!
  • Gewährleistungsversicherung: Fehlerhafte Abgasführung oder Rissbildung bei Kachelöfen kann Jahre später auftreten
  • BU-Versicherung: Schwere körperliche Arbeit (Schamotte, Kacheln), Staub – BU ist essenziell
  • Produkthaftpflicht: Wenn Sie Kaminöfen verkaufen und montieren

4. Gründungskosten: Höher durch Werkstatt und Ausstellung

Ofenbau erfordert eine eigene Werkstatt und idealerweise einen Ausstellungsraum – das macht die Gründung teurer als bei vielen anderen Handwerken.

Kostenposition Solo / Kleinbetrieb Mittlerer Betrieb (3–5 MA)
Meisterprüfung 6.000 – 12.000 € (vor BAföG) 6.000 – 12.000 €
Werkstatt (Miete 6 Mon. + Einrichtung) 5.000 – 15.000 € 10.000 – 30.000 €
Maschinen (Schamotte-Säge etc.) 5.000 – 15.000 € 10.000 – 30.000 €
Ausstellungsraum & Musteröfen 5.000 – 15.000 € 15.000 – 50.000 €
Materialvorrat (Schamotte, Kacheln) 3.000 – 8.000 € 8.000 – 25.000 €
Fahrzeug (Transporter) 10.000 – 25.000 € 20.000 – 45.000 €
HWK + Gewerbe + BG BAU 400 – 700 € 400 – 700 €
Versicherungen (1. Jahr) 3.000 – 6.000 € 6.000 – 15.000 €
Software + Marketing 2.000 – 5.000 € 4.000 – 10.000 €
Gesamt (ohne Meisterprüfung) 35.000 – 95.000 € 80.000 – 220.000 €

💰 Kosten senken: Strategien für Ofenbau-Gründer

  • Start ohne Ausstellungsraum: Arbeiten Sie zunächst mit 3D-Visualisierungen (Brunner, HKD, Leda Ofenplaner) und mobilen Mustern. Ein Showroom lohnt sich erst ab 30+ Öfen/Jahr
  • Kaminofen-Verkauf als Einstieg: Starten Sie mit Verkauf und Montage von Fertig-Kaminöfen (geringe Werkstatt-Anforderungen) und bauen Sie das Kachelofen-Geschäft schrittweise auf
  • Material-Direkteinkauf: Schamotte, Kacheln und Züge direkt beim Hersteller (Sommerhuber, ABK Unglasiert, Rath) spart Handelsmarge
  • Betriebsübernahme: Viele ältere Ofenbaumeister suchen Nachfolger – Werkstatt, Ausstellung, Kundenstamm und Ruf übernehmen

5. Schornsteinfeger: Der obligatorische Partner

Jeder neu installierte Ofen muss vor der ersten Inbetriebnahme vom bevollmächtigten Bezirksschornsteinfeger abgenommen werden. Das ist gesetzlich vorgeschrieben und nicht verhandelbar. Die Kosten für die Abnahme (40–150 €) trägt der Kunde.

🔍 Was der Schornsteinfeger prüft:

  • Schornsteineignung: Querschnitt, Länge, Material, Zustand – passt der Schornstein zum Ofen?
  • Brandschutzabstände: Mindestabstände zu brennbaren Bauteilen (Holzbalken, Möbel, Wände)
  • Rauchrohre: Durchmesser, Steigung, Verbindung zum Schornstein
  • Verbrennungsluft: Ausreichende Frischluft-Zufuhr (besonders bei dichten Neubauten!)
  • BImSchV-Nachweis: Dokumentation der Emissionswerte (Herstellernachweis oder Einzelmessung)

Praxis-Tipp: Kontaktieren Sie den Schornsteinfeger vor der Planung – nicht erst nach dem Einbau. So vermeiden Sie teure Nachbesserungen.

6. Die 6 lukrativsten Spezialisierungen

1. Handwerkliche Kachelöfen (Premium)

Die Königsdisziplin: Individuell geplante, handwerklich gesetzte Kachelöfen mit maßgefertigten Kacheln, Sitzbank, Liegefläche und Speicherfunktion. Preise: 8.000–30.000+ €. Kunden: Eigenheimbesitzer, Architekten, Denkmalpflege. Handwerklich anspruchsvoll, wenig Wettbewerb, höchste Margen. Lieferzeit: 4–12 Wochen.

2. Grundöfen / Speicheröfen

Grundöfen speichern Wärme über Stunden in der Schamottemasse und geben sie gleichmäßig ab – das effizienteste Heizsystem unter den Einzelfeuerstätten (Wirkungsgrad 85–92 %). Kombination mit Sitzbank erzielt Preise von 10.000–25.000+ €. Trend: Grundöfen als Ganzhausheizung in Niedrigenergiehäusern.

3. Kaminofen-Verkauf und -Montage

Das Volumengeschäft: Fertige Kaminöfen (Spartherm, Olsberg, Justus, Hark) verkaufen und fachgerecht montieren inkl. Rauchrohranschluss. Preise: 2.000–8.000 € inkl. Montage. Marge: 25–35 % auf Material + Montage-Stundensatz. Perfekt für den Einstieg – geringe Werkstatt-Anforderungen. Mehr: Lexikon: Kaminofen.

4. BImSchV-Austausch und Nachrüstung

Der aktuelle Boom-Markt: Millionen Öfen (Baujahr 1995–2010) müssen bis Ende 2024/2025 die BImSchV Stufe 2 erfüllen. Optionen: Feinstaubfilter nachrüsten (800–2.500 €), Heizeinsatz tauschen (3.000–8.000 €) oder Komplett-Austausch (8.000–20.000 €). Riesiges Marktvolumen für die nächsten 2–3 Jahre.

5. Wasserführende Kaminöfen

Kaminöfen mit Wassertasche, die an die Zentralheizung angeschlossen werden. Kombination: Holzwärme + Solarthermie + Pufferspeicher. Preise: 4.000–12.000 € (Ofen) + Hydraulik-Einbindung (Zusammenarbeit mit SHK-Installateur). Trend: Ergänzung zur Wärmepumpe als Spitzenlast-Abdeckung.

6. Historische Öfen / Restaurierung

Antike Kachelöfen, Schwedische Öfen und historische Herde restaurieren. Kacheln restaurieren oder reproduzieren lassen, Feuerräume erneuern, BImSchV-Konformität herstellen. Nische mit Premium-Preisen (10.000–50.000+ €). Kunden: Denkmalpflege, Schloss- und Gutsbesitzer, Museen.

7. Marketing & Kundengewinnung

Ausstellung als Verkaufstool Nr. 1

Ein Ofenbauer ohne Ausstellung ist wie ein Restaurant ohne Speisekarte. Kunden wollen Feuer sehen, Wärme fühlen, Kacheln anfassen. Mindestens 2–3 Musteröfen (davon einer beheizbar) sind nötig. Investition: 5.000–25.000 € – amortisiert sich schnell, da Kunden im Ausstellungsraum durchschnittlich 20–30 % höhere Aufträge erteilen.

Google & lokale Suche

„Kachelofen setzen [Stadt]", „Kaminofen einbauen [Region]", „Ofen BImSchV tauschen" – saisonales Suchvolumen mit Spitze August–November. Google Unternehmensprofil mit Projektfotos pflegen. YouTube-Videos von fertiggestellten Öfen sind extrem wirkungsvoll.

Architekten und Innenarchitekten

Designer-Kachelöfen und Grundöfen werden zunehmend als architektonisches Gestaltungselement geplant. Netzwerken Sie mit Architekten und Innenarchitekten – ein empfohlener Ofenbauer bekommt Premium-Aufträge.

Kooperation mit Schornsteinfegern

Schornsteinfeger sind der wichtigste Empfehlungsgeber: Sie kennen jeden Ofen im Bezirk und wissen, welche Öfen getauscht werden müssen (BImSchV!). Eine gute Beziehung zum Bezirksschornsteinfeger bringt regelmäßig Empfehlungen. Branchenportale nutzen.

8. Die 7 häufigsten Fehler bei der Ofenbau-Gründung

❌ Fehler 1: Schornsteinfeger nicht vorab einbeziehen

Der größte Anfängerfehler: Planen und bauen – und dann beim Schornsteinfeger auf Probleme stoßen. Immer vor der Planung den Bezirksschornsteinfeger kontaktieren: Schornstein-Eignung, Querschnitte, Verbrennungsluft, Brandschutzabstände klären. Wer nachbessern muss, verliert Geld und Reputation.

❌ Fehler 2: Brandschutzabstände unterschätzen

Jeden Fehler bei Brandschutzabständen zu brennbaren Materialien bezahlen Sie potenziell mit einem Hausbrand – und Ihrer Existenz. Mindestabstände nach DIN EN 13229/13240, Landesbauordnung und Feuerungsverordnung penibel einhalten und dokumentieren. Fotos von jedem kritischen Punkt für Ihre Unterlagen.

❌ Fehler 3: Verbrennungsluft bei dichten Neubauten ignorieren

Moderne Neubauten sind so dicht, dass ein Kaminofen nicht genug Verbrennungsluft bekommt – er zieht schlecht, qualmt, oder die Dunstabzugshaube erzeugt Unterdruck und zieht Rauchgase zurück. Immer eine raumluftunabhängige Verbrennungsluftzufuhr (DIBt-Zulassung) vorsehen! Alternativ: Fensterkontaktschalter und Zuluftelement.

❌ Fehler 4: Keine BImSchV-Dokumentation

Jeder Ofen braucht einen BImSchV-Nachweis (Herstellerbescheinigung oder Prüfstandsergebnis). Ohne diesen Nachweis verweigert der Schornsteinfeger die Abnahme. Dokumentieren Sie bei jeder Installation: Ofentyp, Prüfstandsnummer, Emissionswerte. Das ist auch Ihre Absicherung bei Reklamationen.

❌ Fehler 5: Nur auf Neubau setzen

Der Neubau-Markt schwankt mit der Baukonjunktur. Das Bestandsgeschäft (BImSchV-Austausch, Kachelofenrenovierung, Heizeinsatztausch) ist konjunkturunabhängig und oft margenstärker. Mindestens 40 % Umsatz im Bestand anstreben. Besonders lukrativ: Heizung einbauen: Kosten.

❌ Fehler 6: Kein Ausstellungsraum

Öfen sind emotionale Produkte – Kunden kaufen Wärme, Atmosphäre und Wohnkultur. Wer nur Kataloge zeigt, verkauft weniger und billiger. Ein kleiner Showroom (ab 30 m²) mit 2–3 Musteröfen amortisiert sich innerhalb eines Jahres durch höhere Auftragswerte.

❌ Fehler 7: Pelletöfen ignorieren

Pelletöfen und wasserführende Pelletöfen sind ein stark wachsendes Segment – automatisiert, effizient, förderfähig. Wer als Ofenbauer nur Holz-Kaminöfen anbietet, verpasst einen großen Teil des Marktes. Pelletöfen erfordern zusätzliches Know-how (Elektronik, Förderschnecke, Abgasführung).

9. Verdienstpotenzial: Was verdient ein selbstständiger Ofenbauer?

Kennzahl Solo / Kleinbetrieb Mittlerer Betrieb (3–5 MA)
Stundensatz (netto) 55 – 85 € 65 – 95 €
Durchschn. Auftragswert 3.000 – 12.000 € 5.000 – 30.000 €
Jahresumsatz 80.000 – 200.000 € 250.000 – 800.000 €
Gewinnmarge 25 – 40 % 12 – 25 %
Inhabereinkommen (netto, geschätzt) 3.000 – 6.500 €/Monat 4.500 – 12.000 €/Monat

Die höchsten Margen erzielen: Handwerkliche Kachelöfen (8.000–30.000+ €), Grundöfen mit Sitzbank (Premium-Preise), BImSchV-Austausch (hohe Nachfrage, wenig Preisdruck) und historische Restaurierung. Mehr: Heizungswartung: Kosten.

10. FAQ – Häufige Fragen zur Ofenbau-Gründung

Brauche ich den Meister für den Ofenbau?

Ja! Ofen- und Luftheizungsbauer ist ein Vollhandwerk (Anlage A HwO) – es gab nie eine meisterfreie Phase. Ohne Meister oder Ausnahme (Altgeselle, technischer Betriebsleiter) dürfen Sie keinen Ofenbau-Betrieb eröffnen.

Was passiert mit alten Öfen nach der BImSchV 2025?

Öfen, die zwischen 1995 und 21.03.2010 in Betrieb genommen wurden, mussten bis 31.12.2024 die BImSchV Stufe 2 erfüllen. Wer die Frist verpasst hat, muss nachbessern: Feinstaubfilter, Heizeinsatztausch oder Stillegung. Der Schornsteinfeger kontrolliert. Für Ofenbauer bedeutet das: enormes Austauschnachfrage.

Darf ich als Ofenbauer auch Schornsteine bauen?

Eingeschränkt: Das Aufstellen und Anschließen eines Edelstahlschornsteins am Gebäude ist in vielen Bundesländern dem Ofenbauer erlaubt. Die Konstruktion und Einmauerung eines gemauerten Schornsteins gehört zum Maurer-Handwerk. Edelstahlschornsteine als Bausatz (Eka, Schiedel) sind das gängige Modell für Nachrüstungen.

Wie wichtig ist ein Ausstellungsraum?

Sehr wichtig. Kunden entscheiden emotional – sie wollen Feuer sehen, Kacheln anfassen, Wärme spüren. Ein kleiner Showroom (30–50 m²) mit 2–3 Musteröfen (davon einer beheizbar) steigert den durchschnittlichen Auftragswert um 20–30 %. Alternativ: Mobile 3D-Visualisierung beim Kunden vor Ort.

Was ist der Unterschied zwischen Kachelofen und Grundofen?

Ein Kachelofen ist mit Kacheln verkleidet und hat einen Heizeinsatz (Feuerraum) aus Guss oder Stahl. Ein Grundofen wird vollständig aus Schamotte gemauert – Feuerraum und Züge bestehen aus dem gleichen Material. Der Grundofen speichert mehr Wärme und gibt sie über 12–24 Stunden gleichmäßig ab, ist aber teurer in der Herstellung.

Lohnt sich der Einstieg über Kaminofen-Verkauf?

Ja – ideal als Einstiegsstrategie. Fertige Kaminöfen (2.000–8.000 €) verkaufen und montieren erfordert keine eigene Werkstatt und wenig Kapitaleinsatz. Damit bauen Sie Kundenstamm und Reputation auf. Kachelofen-Geschäft schrittweise ergänzen, wenn die Auslastung steigt.

Gibt es Fördermittel für Öfen?

Eingeschränkt. Pelletöfen und wasserführende Holzöfen können über die BEG (Bundesförderung für effiziente Gebäude) gefördert werden, wenn sie die Heizlast des Gebäudes unterstützen. Reine Kaminöfen (als Zusatzheizung) sind in der Regel nicht förderfähig. Informieren Sie Ihre Kunden über Alternativen beim Heizungstausch.

11. Gründungs-Checkliste Ofen- und Luftheizungsbauer

✅ Vollständige Checkliste für Ofenbau-Gründer

Qualifikation & Formales

  • ☐ Ofenbaumeister / Ausübungsberechtigung
  • ☐ Eintragung Handwerksrolle (HWK)
  • ☐ Gewerbeanmeldung
  • ☐ Steuerliche Erfassung (Finanzamt)
  • ☐ BG BAU Anmeldung
  • ☐ Betriebshaftpflicht (min. 5 Mio. €)
  • ☐ Gewährleistungsversicherung
  • ☐ BU-Versicherung
  • ☐ Innungsmitgliedschaft prüfen
  • ☐ Bezirks-Schornsteinfeger kontaktieren

Ausstattung & Marketing

  • ☐ Werkstatt (60–150 m²)
  • ☐ Schamotte-Nassschneidemaschine
  • ☐ Spezialwerkzeug Ofenbau
  • ☐ Transporter (belastbar für Schamotte!)
  • ☐ Ausstellungsraum / Musteröfen
  • ☐ 3D-Ofenplanung-Software
  • ☐ BImSchV-Nachweisdokumentation
  • Website mit Projektfotos
  • Google Profil
  • ☐ Kooperation mit Schornsteinfeger

Der Ofen- und Luftheizungsbauer verbindet Tradition mit Zukunft: Handwerkliche Kachelöfen für Wohnkultur, BImSchV-Austausch als Konjunkturmotor und wasserführende Systeme als Ergänzung zur Wärmepumpe. Die durchgehende Meisterpflicht schützt den Markt, der Schornsteinfeger sichert Qualität – und der BImSchV-Austausch-Boom sorgt für volle Auftragsbücher.

Starten Sie mit dem Stundensatzrechner und informieren Sie sich über Heizung einbauen: Kosten – eine wichtige Orientierung für die Kalkulation Ihrer wasserführenden Systeme.

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