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Selbstständig als Parkettleger 2026: Wiedereingeführte Meisterpflicht, Holzarten & Premium-Markt

Parkettleger-Betrieb gründen 2026: Meisterpflicht seit 2020, Bestandsschutz, Holzarten-Expertise, Schleifen & Versiegeln, Designtrends und Gründungs-Checkliste für das Holzboden-Handwerk.

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Redaktion handwerk.cloud

23. Februar 2026

Geprüfte Fachbetriebe🔒Sichere Daten (SSL)💯Kostenlos & unverbindlich4,8/5 Kundenbewertung

Parkett ist der Inbegriff des hochwertigen Bodenbelags – Echtholz am Boden vermittelt Wärme, Qualität und Beständigkeit wie kein anderer Belag. Der Parkettleger vereint handwerkliches Können mit Materialexpertise: Von der Holzartenberatung über die Verlegung bis zum Schleifen und Versiegeln. Seit 2020 ist das Parkettlegerhandwerk wieder meisterpflichtig – eine Aufwertung, die den Markt bereinigt und Qualitätsbetriebe stärkt.

Parkettlegen ist ein Handwerk, das vom Trend zur Natürlichkeit und Nachhaltigkeit profitiert. Echtholzböden gelten als wertbeständig, renovierbar und zeitlos. Gleichzeitig bietet die Konkurrenz durch Vinyl und Laminat einen Anreiz, sich als Premium-Anbieter zu positionieren. Mehr: Laminat vs. Vinyl vs. Parkett: Der große Vergleich.

1. Meisterpflicht: Seit 2020 wiedereingeführt

Das Parkettlegerhandwerk gehört seit dem 14. Februar 2020 wieder zu den zulassungspflichtigen Gewerken nach Anlage A der Handwerksordnung (HwO). Es war eines der 12 Handwerke, deren Meisterpflicht nach der Abschaffung 2004 wiedereingeführt wurde.

⚠️ Bestandsschutz für Alt-Betriebe

Betriebe, die zwischen 2004 und Februar 2020 ohne Meister als Parkettleger gegründet wurden, genießen Bestandsschutz. Sie dürfen weiterhin ohne Meisterbrief arbeiten. Achtung: Der Bestandsschutz kann erlöschen, wenn sich die Gesellschafterstruktur oder die Unternehmensleitung wesentlich ändert – prüfen Sie dies bei der HWK!

💡 Parkettleger vs. Bodenleger: Der Unterschied

Der Parkettleger verlegt Echtholzböden (Parkett, Dielen, Massivholz) und führt Oberflächenbehandlungen durch (Schleifen, Ölen, Versiegeln) – seit 2020 meisterpflichtig (Anlage A). Der Bodenleger verlegt alle anderen Beläge (Vinyl, Laminat, Teppich, Kork) – weiterhin zulassungsfrei (Anlage B1). Die Abgrenzung ist wichtig: Wer Parkett verlegt, braucht den Parkettlegermeister. Wer nur Laminat und Vinyl verlegt, kann als Bodenleger ohne Meister arbeiten.

Vier Wege in die Selbstständigkeit

Weg Voraussetzungen Kosten Dauer
Parkettlegermeister Gesellenprüfung Parkettleger oder verwandter Beruf 5.000 – 9.000 € 12–18 Monate (VZ) / 2–3 Jahre (TZ)
Altgesellenregelung (§ 7b HwO) 6 Jahre Berufserfahrung, 4 in leitender Stellung 500 – 1.500 € 3–6 Monate
Technischer Betriebsleiter Anstellung eines Parkettlegermeisters 36.000 – 48.000 €/Jahr Sofort möglich
Bestandsschutz Gründung zwischen 2004 und 14.02.2020 nachweisbar Keine Zusatzkosten Sofort

2. Schritt-für-Schritt-Anleitung: Gründung als Parkettleger

Die Gründung dauert 2–4 Monate – Parkettlegen erfordert weniger schwere Maschinen als viele andere Handwerke, die Einstiegshürden bei der Ausrüstung sind moderat.

Schritt 1: Meisterbrief oder Ausnahme sichern

  • Parkettlegermeister-Kurs: Vollzeit 12–18 Monate, Teilzeit 2–3 Jahre
  • Aufstiegs-BAföG: Bis 75 % Zuschuss auf Kursgebühren
  • Meistergründungsprämie: 7.500–15.000 € je nach Bundesland
  • Altgesellenregelung: Besonders relevant, da viele Parkettleger zwischen 2004 und 2020 ohne Meister gearbeitet haben – sammeln Sie Arbeitszeugnisse und Referenzen

Schritt 2: Businessplan & Positionierung

  • Positionierung: Premium-Echtholz? Massivholzdielen? Renovierung/Schleifen? Oder Komplett-Service inkl. Bodenlegen?
  • Stundensatz: 48–70 € netto/Stunde, bei Premium-Arbeiten (Tafelparkett, Intarsien) deutlich mehr. Stundensatzrechner
  • Kalkulation: Parkett hat einen hohen Materialanteil (40–60 %). Holzpreise schwanken – kalkulieren Sie mit ausreichend Puffer
  • Doppel-Handwerk: Parkettleger + Bodenleger (B1) = Komplettanbieter für alle Bodenbeläge

Schritt 3: Maschinen & Werkzeug beschaffen

  • Parkettschleifmaschine (Walze): Die Kernmaschine – gebraucht ab 2.000 €, neu 5.000–15.000 € (z. B. Lägler Hummel, Bona Belt)
  • Randschleifer: Für Kanten und schwer zugängliche Bereiche, 800–3.000 €
  • Einscheiben-/Tellerschleifer: Für Zwischenschliff und Feinschliff, 1.000–4.000 €
  • Staubabsaugung: Professionelle Absaugung (Klasse M oder H) ist Pflicht – 1.000–5.000 €
  • Handwerkzeug: Zugeisen, Schlageisen, Parkettklammern, Spachtel, Rollen, Zahnspachtel – 500–2.000 €
  • Feuchtemessgerät: Für Estrich- und Holzfeuchte-Kontrolle vor der Verlegung – 200–600 €

Schritt 4: Handwerkskammer – Handwerksrolle

  • Meisterbrief / Ausübungsberechtigung und Personalausweis vorlegen
  • Eintragung in die Handwerksrolle (120–300 €)
  • Innungsmitgliedschaft im Zentralverband Parkett und Fußbodentechnik (ZVPF) empfohlen

Schritt 5: Gewerbe, Finanzamt, Berufsgenossenschaft

  • Gewerbeanmeldung: 20–65 €
  • Finanzamt: Steuerliche Erfassung über ELSTER
  • BG Holz und Metall (BGHM): Parkettleger gehören zur BGHM – Pflichtanmeldung
  • Keine SOKA-BAU: Im Gegensatz zu Estrichlegern gehören Parkettleger in der Regel nicht zum Bauhauptgewerbe, daher keine SOKA-BAU-Pflicht

Schritt 6: Versicherungen

  • Betriebshaftpflicht: Min. 3 Mio. € – Schäden an teuren Holzböden und Einrichtung
  • Gewährleistungsversicherung: Parkettschäden (Aufquellen, Fugenbildung, Verfärbung) treten oft erst Monate nach der Verlegung auf
  • BU-Versicherung: Kniebelastung, Staub, Lösungsmitteldämpfe – BU ist essenziell
  • Maschinenversicherung: Schleifmaschinen (5.000–15.000 €) absichern

3. Gründungskosten: Moderate Investition

Parkettlegen gehört zu den günstigeren Handwerken bei den Gründungskosten – die Hauptinvestition sind Schleifmaschinen und ein Transporter.

Kostenposition Solo / Kleinbetrieb (1–2 MA) Mittlerer Betrieb (3–6 MA)
Meisterprüfung 5.000 – 9.000 € (vor BAföG) 5.000 – 9.000 €
Parkettschleifmaschine (Walze) 2.000 – 8.000 € 5.000 – 15.000 €
Randschleifer + Tellerschleifer 1.500 – 5.000 € 3.000 – 10.000 €
Staubabsaugung (Klasse M/H) 1.000 – 3.000 € 3.000 – 8.000 €
Handwerkzeug + Messgeräte 500 – 2.000 € 1.500 – 5.000 €
Fahrzeug (Transporter) 8.000 – 20.000 € 15.000 – 35.000 €
Lager (für Holzvorrat, 6 Mon.) 1.000 – 4.000 € 3.000 – 10.000 €
HWK + Gewerbe + BGHM 400 – 700 € 400 – 700 €
Versicherungen (1. Jahr) 2.000 – 4.000 € 4.000 – 10.000 €
Software + Marketing 1.500 – 4.000 € 3.000 – 8.000 €
Gesamt (ohne Meisterprüfung) 20.000 – 55.000 € 45.000 – 110.000 €

💰 Kosten senken: Strategien für Parkettleger-Gründer

  • Gebrauchte Schleifmaschinen: Lägler Hummel, Bona Belt und ähnliche Walzenschleifer halten jahrelang – gebraucht ab 2.000–5.000 € auf Maschinenbörsen und eBay Kleinanzeigen
  • Nur Schleifen & Versiegeln: Starten Sie zunächst ausschließlich mit Parkett-Renovierung (Schleifen, Ölen, Versiegeln) – geringste Investition, sofortige Nachfrage, null Materialvorfinanzierung
  • Material über Großhandel: Direkteinkauf bei Holzhandelshäusern (Holzland, Kährs, Weitzer) spart Handelsmarge
  • Betriebsübernahme: Ältere Parkettlegermeister suchen Nachfolger – Maschinen, Kundenstamm und Ruf übernehmen

4. Holzarten: Expertise als Wettbewerbsvorteil

Die Holzartenkenntnis unterscheidet den Meister vom Laien. Jede Holzart hat andere Eigenschaften, Verarbeitungsanforderungen und Einsatzbereiche.

Holzart Einsatz Härte (Brinell) Preis ca. (€/m²)
Eiche Standard-Premium, sehr beliebt, robust 3,7 35 – 90 €
Nussbaum Premium, dunkel, edel 3,0 50 – 120 €
Ahorn Hell, modern, Sportböden 3,5 40 – 80 €
Buche Klassiker, hart, günstig 3,8 25 – 55 €
Esche Elastisch, sportlich, hell 4,0 35 – 70 €
Teak / Merbau Tropenholz, extrem hart, Bäder/Terrasse 4,5+ 60 – 150 €

Praxis-Tipp: Eiche dominiert den deutschen Markt (ca. 70 % aller Parkettverkäufe). Spezialisieren Sie sich auf Eiche in verschiedenen Veredelungen (gebürstet, geräuchert, gekalkt, Altholz-Look) – damit decken Sie 80 % der Nachfrage ab. Vertiefung: Lexikon: Parkett.

5. Die 6 lukrativsten Spezialisierungen

1. Parkett schleifen und renovieren

Der profitabelste Einstiegsmarkt: Bestehendes Parkett abschleifen, reparieren, ölen oder versiegeln. Kein Materialeinkauf, reine Dienstleistung mit hoher Marge. Privatkunden zahlen 25–45 €/m² für professionelles Schleifen + Versiegelung. Ein Zwei-Mann-Team schafft 30–60 m²/Tag. Das ist pures Gold für Soloselbstständige. Mehr: Parkett schleifen: Kosten.

2. Premium-Massivholzdielen

Breite Eichen-Massivdielen (200+ mm) sind der aktuelle Trend im gehobenen Wohnungsbau. Auftragswerte: 5.000–25.000 € pro Wohnung. Erfordert: Perfekte Verklebung auf Estrich (vollflächig), Kenntnisse über Holzfeuchte und Untergrundvorbereitung. Kunden: Architekten, Bauträger im Premiumsegment.

3. Tafelparkett und Intarsien

Die Königsdisziplin: Geometrische Muster (Versailler Muster, Fischgrät, Schiffboden, Flechtmuster) und individuell gefertigte Intarsien (Einlegearbeiten). Preise: 80–300+ €/m². Kunden: Villenbesitzer, historische Gebäude, Luxushotels. Wenig Wettbewerb, höchste Preise – aber auch höchster Zeitaufwand und Materialbedarf.

4. Sportböden (Turnhallen, Sportstätten)

Sportparkett (Ahorn, Buche, Esche) für Turnhallen, Fitnessstudios und Sportarenen. DIN EN 14904 regelt die Anforderungen (Ballreflexion, Gleitreibung, Dämpfung). Auftragswerte: 20.000–200.000 €. Kunden: Kommunen, Sportvereine, Schulen. Nische mit stabiler, öffentlicher Nachfrage.

5. Parkett auf Fußbodenheizung

Mit der Wärmepumpen-Offensive steigt die Zahl der Fußbodenheizungen rasant. Nicht jedes Holz und nicht jede Verlegeweise eignet sich für FBH. Vollflächige Verklebung, geeignete Holzarten (Eiche, nicht Buche!), niedrige Aufbauhöhe – hier trennt sich der Fachmann vom Amateur. Fußbodenheizung nachrüsten.

6. Altholzböden und Restaurierung

Historische Parkettböden restaurieren (Denkmalschutz) oder Altholzdielen aufarbeiten. Trend: Reclaimed Wood – recyceltes Altholz als Designelement. Premium-Preise (80–200+ €/m²), sehr spezialisiert. Kunden: Denkmalpflege, Architekten, Design-Liebhaber.

6. Marketing & Kundengewinnung

Visuelles Marketing: Vorher/Nachher

Parkettarbeit ist extrem fotogen: Vorher/Nachher-Fotos von geschliffenen, renovierten und frisch verlegten Böden wirken auf Instagram, Pinterest und der eigenen Website wie ein Magnet. Zeigen Sie Close-ups der Holzmaserung, der perfekten Fuge, des spiegelnden Lacks – das überzeugt Kunden mehr als jeder Text.

Google & lokale Suche

„Parkett schleifen [Stadt]", „Parkettleger [Region]" – hohes Suchvolumen bei zahlungskräftigen Privatkunden. Google Unternehmensprofil mit Bewertungen pflegen. Branchenportale nutzen.

Architekten und Innenarchitekten

Für Premium-Parkett (Massivdielen, Tafelparkett): Architekten und Innenarchitekten sind der Kanal. Erstellen Sie ein hochwertiges Materialboard mit Holzmustern und schaffen Sie Kontakte über Netzwerkveranstaltungen, Ausstellungen und Empfehlungen.

Immobilienmakler und Hausverwaltungen

Immobilienmakler empfehlen vor dem Verkauf oft ein Parkettschleifen (Wertsteigerung!) – ein lukrativer und wiederkehrender Empfehlungskanal. Hausverwaltungen beauftragen regelmäßig Renovierungsarbeiten.

7. Die 7 häufigsten Fehler bei der Parkettleger-Gründung

❌ Fehler 1: Estrichfeuchte nicht messen

Parkett auf zu feuchtem Estrich = Katastrophe. Das Holz quillt, wölbt sich, bildet Schüsseln. CM-Messung vor jeder Verlegung ist Pflicht – maximal 0,5 CM-% bei beheiztem Zementestrich, 0,3 CM-% bei Anhydrit. Dokumentieren Sie jede Messung mit Protokoll. Das ist Ihre Versicherung gegen Gewährleistungsklagen.

❌ Fehler 2: Klimaverhältnisse ignorieren

Holz arbeitet – es quillt bei Feuchtigkeit und schwindet bei Trockenheit. Wenn der Raum beim Verlegen nicht klimatisiert ist (20 °C, 45–65 % rel. Feuchte), entstehen später Fugen oder Aufwölbungen. Klären Sie den Kunden VOR der Verlegung über Raumklima-Anforderungen auf – schriftlich. Nur so schützen Sie sich vor unbegründeten Reklamationen.

❌ Fehler 3: Falsche Verlegeweise auf FBH

Parkett auf Fußbodenheizung muss vollflächig verklebt werden – schwimmende Verlegung ist ein Fehler (Luftschicht zwischen Parkett und Estrich wirkt wie Dämmung, reduziert die Heizleistung). Dazu: Geeignete Holzarten (Eiche, nicht Buche – Buche neigt zum Reißen). Und: Maximale Vorlauftemperatur 29 °C an der Oberfläche beachten.

❌ Fehler 4: Staubschutz beim Schleifen vergessen

Parkettschleifen erzeugt enormen Feinstaub – gesundheitsschädlich und legt sich in der ganzen Wohnung ab. Professionelle Absaugung (Klasse M), Abklebung angrenzender Räume und Atemschutz sind keine Option, sondern Pflicht. Ein staubfrei geschliffener Boden ist ein Qualitätsargument gegenüber Billiganbietern. Mehr: Lexikon: Parkett abschleifen.

❌ Fehler 5: Öl vs. Lack nicht mit dem Kunden klären

Geöltes Parkett fühlt sich natürlich an, braucht aber regelmäßige Pflege. Lackiertes Parkett ist pflegeleichter, fühlt sich aber „plastischer" an. Klären Sie mit dem Kunden vor der Arbeit die Vor- und Nachteile beider Systeme – sonst kommt der Anruf: „Ich dachte, das wäre widerstandsfähiger!" Schriftliche Aufklärung schützt.

❌ Fehler 6: Nur Neuverlegung – Renovierung ignorieren

Parkettschleifen und -renovieren ist das margenträchtigste Segment: Kein Materialeinkauf (nur Schleifband, Öl/Lack), hoher Stundensatz (25–45 €/m²), sofortige Kundenzufriedenheit. Viele Gründer fokussieren sich auf Neuverlegung und verschenken dieses profitable Standbein.

❌ Fehler 7: Keine Akklimatisierung des Holzes

Parkett muss vor der Verlegung 48–72 Stunden im Raum akklimatisieren – bei Raumtemperatur und -feuchte. Wer das Parkett direkt vom kalten Transporter verlegt, riskiert spätere Verformungen. Klären Sie den Kunden über die Akklimatisierungszeit auf und planen Sie diese in Ihren Zeitplan ein.

8. Verdienstpotenzial: Was verdient ein selbstständiger Parkettleger?

Kennzahl Solo / Kleinbetrieb (1–2 MA) Mittlerer Betrieb (3–6 MA)
Stundensatz (netto) 48 – 70 € 55 – 80 €
Durchschn. Auftragswert 1.500 – 8.000 € 5.000 – 30.000 €
Jahresumsatz 70.000 – 180.000 € 200.000 – 700.000 €
Gewinnmarge 20 – 35 % 10 – 20 %
Inhabereinkommen (netto, geschätzt) 2.800 – 5.500 €/Monat 4.000 – 10.000 €/Monat

Die höchsten Margen erzielen: Parkett-Renovierung/Schleifen (kein Materialkosten-Anteil!), Tafelparkett & Intarsien (Premium-Preise), Sportböden (große Flächen, öffentliche Auftraggeber). Mehr: Bodenbelag Vergleich & Kosten.

9. FAQ – Häufige Fragen zur Parkettleger-Gründung

Ist Parkettleger noch meisterfrei?

Nein! Seit Februar 2020 ist das Parkettlegerhandwerk wieder meisterpflichtig (Anlage A HwO). Bestandsschutz gilt für Betriebe, die 2004–2020 ohne Meister gegründet wurden. Neugründungen brauchen den Meister oder eine Ausnahme.

Darf ein Bodenleger auch Parkett verlegen?

Nein – ein zulassungsfreier Bodenleger (Anlage B1) darf Laminat, Vinyl, Teppich und Kork verlegen, aber kein Echtholz-Parkett. Für Parkettverlegung und Parkett-Schleifen brauchen Sie den Parkettlegermeister oder eine Ausnahme. Die HWK kontrolliert zunehmend.

Was verdient man mit Parkett schleifen?

Parkettschleifen + Versiegeln: 25–45 €/m², bei 30–60 m²/Tag (2-Mann-Team) = 750–2.700 € Tagesumsatz. Da kein Materialeinkauf (nur Verbrauchsmaterial: Schleifband, Öl, Lack), liegt die Marge bei 60–80 %. Das margenträchtigste Segment im Parkettleger-Handwerk.

Welche Holzart eignet sich für Fußbodenheizung?

Eiche ist die erste Wahl: Dimensionsstabil, geringes Quell-/Schwundmaß. Auch Nussbaum und Merbau funktionieren gut. Buche: ungeeignet – zu stark arbeitend, reißt bei Wärme. Parkett auf FBH immer vollflächig verkleben, nie schwimmend verlegen.

Gehöre ich zur BG BAU oder BGHM?

Parkettleger gehören in der Regel zur BG Holz und Metall (BGHM), nicht zur BG BAU. Das bedeutet: Keine SOKA-BAU-Pflicht, aber BGHM-Beiträge auf die Lohnsumme. Der BG-Beitrag ist niedriger als bei Bauhauptgewerbe-Berufen.

Lohnt sich Tafelparkett/Intarsien als Nische?

Ja – aber nur mit Erfahrung und Geduld. Tafelparkett (80–300+ €/m²) ist die Königsdisziplin: Versailler Muster, Fischgrät, geometrische Designs. Wenig Konkurrenz, höchste Preise. Ideal als Ergänzung zum Standard-Geschäft – nicht als alleiniges Standbein, da die Auftragsfrequenz gering ist.

Kann ich Parkettleger und Bodenleger gleichzeitig anbieten?

Ja – als Parkettlegermeister können Sie zusätzlich Bodenleger-Tätigkeiten (Anlage B1) ausführen. Das macht Sie zum Komplett-Anbieter für alle Bodenbeläge: Parkett, Vinyl, Laminat, Kork, Teppich. Der umgekehrte Weg funktioniert nicht: Ein Bodenleger ohne Meister darf kein Parkett verlegen.

10. Gründungs-Checkliste Parkettleger

✅ Vollständige Checkliste für Parkettleger-Gründer

Qualifikation & Formales

  • ☐ Parkettlegermeister / Ausübungsberechtigung
  • ☐ Ggf. Bestandsschutz-Nachweis (2004–2020)
  • ☐ Eintragung Handwerksrolle (HWK)
  • ☐ Gewerbeanmeldung
  • ☐ Steuerliche Erfassung (Finanzamt)
  • ☐ BG Holz und Metall (BGHM) Anmeldung
  • ☐ Betriebshaftpflicht (min. 3 Mio. €)
  • ☐ Gewährleistungsversicherung
  • ☐ BU-Versicherung
  • ☐ ZVPF-/Innungsmitgliedschaft prüfen

Maschinen & Marketing

  • ☐ Walzenschleifmaschine (Lägler, Bona)
  • ☐ Randschleifer + Tellerschleifer
  • ☐ Staubabsaugung (Klasse M/H)
  • ☐ CM-Messgerät (Estrichfeuchte)
  • ☐ Feuchtemessgerät für Holz
  • ☐ Verlegewerkzeug (Zugeisen, Klammern)
  • ☐ Transporter
  • ☐ Holzmuster-Portfolio für Kunden
  • Website mit Vorher/Nachher-Fotos
  • Google Profil

Der Parkettleger ist ein Handwerk mit hohem Prestige und überdurchschnittlichen Margen – besonders in der Renovierung (Schleifen, Ölen, Versiegeln). Die wiedereingeführte Meisterpflicht schützt vor Billigkonkurrenz und wertet das Handwerk auf. Mit Holzarten-Expertise und visuellem Marketing positionieren Sie sich als Premium-Anbieter.

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