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Heizung einbauen Kosten: Wärmepumpe, Gas & Pellets

Was eine neue Heizung kostet: Preise für Wärmepumpe, Gas und Pellets im Vergleich. Inkl. Fördermöglichkeiten.

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Kostenexperte handwerk.cloud

12. Februar 2026

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Eine neue Heizung ist eine der teuersten, aber auch wirkungsvollsten Investitionen in Ihr Zuhause. Die gute Nachricht: Dank staatlicher Förderung von bis zu 70 % bei Wärmepumpen bezahlen Sie 2026 oft weniger als gedacht. In diesem Ratgeber vergleichen wir alle Heizsysteme ehrlich – mit echten Zahlen, DIY-Sparpotenzial und einer klaren Antwort auf die Frage: Welche Heizung lohnt sich wirklich?

Alle Heizsysteme im Kostenvergleich 2026

Die Gesamtkosten einer neuen Heizung setzen sich aus Gerät, Installation, ggf. Erschließung und Fördermitteln zusammen. Hier der vollständige Vergleich für ein typisches Einfamilienhaus (150 m², mittelgut gedämmt):

Heizsystem Gesamtkosten (ohne Förderung) Förderung möglich Effektive Kosten
Luft-Wasser-Wärmepumpe 15.000 – 30.000 € bis 70 % (max. 21.000 €) 9.000 – 17.500 €
Erdwärmepumpe (Sole-Wasser) 20.000 – 50.000 € bis 70 % (max. 21.000 €) 12.000 – 29.000 €
Pelletheizung 18.000 – 30.000 € bis 70 % (max. 21.000 €) 10.000 – 18.000 €
Gas-Brennwerttherme 7.000 – 15.500 € keine Förderung 7.000 – 15.500 €
Fernwärme-Anschluss 8.000 – 15.000 € 30 % Grundförderung 5.600 – 10.500 €

Hinweis: Alle Preise inkl. Installation, ohne Demontage der Altanlage. Förderfähige Investitionssumme max. 30.000 € pro Wohneinheit. Stand: Februar 2026.

Was kostet eine Wärmepumpe 2026 wirklich? Komplettrechnung

Die Wärmepumpe ist 2026 die meisteingebaute Heizung in Deutschland. Hier die detaillierte Aufschlüsselung für die beliebteste Variante – die Luft-Wasser-Wärmepumpe im Bestandsbau:

Kostenbeispiel: Wärmepumpe im Einfamilienhaus (Altbau, 150 m²)

  • Luft-Wasser-Wärmepumpe (12 kW): 12.000 – 16.000 €
  • Pufferspeicher (500 L): 1.500 – 2.500 €
  • Installation (Verrohrung, Elektrik): 3.000 – 5.000 €
  • Demontage Altkessel: 500 – 1.500 €
  • Anpassungen Heizflächen (ggf. größere Heizkörper): 1.000 – 4.000 €
  • Schallschutzmaßnahmen (Außenaufstellung): 300 – 800 €
  • Gesamtkosten brutto: ca. 18.300 – 29.800 €

Förderung (Beispiel: 50 % bei Heizungstausch):

  • 30 % Grundförderung: 5.490 – 8.940 €
  • 20 % Klimageschwindigkeitsbonus (Tausch fossile Heizung, bis 2028): 3.660 – 5.960 €
  • Effektive Kosten nach Förderung: ca. 9.150 – 14.900 €

Zusätzlich 30 % Einkommensbonus möglich bei unter 40.000 € Jahreseinkommen → dann effektiv ab ca. 5.500 €.

Jährliche Betriebskosten: Gas vs. Wärmepumpe vs. Pellets

Die Anschaffungskosten sind nur die halbe Wahrheit. Entscheidend sind die Gesamtkosten über 20 Jahre:

Kostenfaktor Gas-Brennwert Wärmepumpe (Luft) Pelletheizung
Heizkosten/Jahr (150 m² EFH) 2.100 – 2.800 € 800 – 1.400 € 1.200 – 1.800 €
CO₂-Steuer/Jahr (2026: 60 €/t) 280 – 400 € 0 € 0 € (CO₂-neutral)
Wartung/Jahr 200 – 350 € 150 – 250 € 300 – 500 €
Schornsteinfeger/Jahr 60 – 120 € entfällt 80 – 150 €
Gesamtkosten über 20 Jahre 65.000 – 95.000 € 30.000 – 55.000 € 45.000 – 70.000 €

Achtung: Die CO₂-Steuer steigt auf geplante 120 €/t bis 2029. Gasheizungen werden damit Jahr für Jahr teurer. Bei der Wärmepumpe profitieren Sie hingegen von sinkendem Strompreis durch den Ausbau erneuerbarer Energien.

Förderung 2026: So viel zahlt der Staat dazu

Die BEG-Förderung über die KfW (Bundesförderung für effiziente Gebäude) ist der entscheidende Kostentreiber zugunsten erneuerbarer Heizungen:

Förderbaustein Höhe Bedingung
Grundförderung 30 % Klimafreundliche Heizung (WP, Pellets, Solarthermie, Fernwärme)
Klimageschwindigkeitsbonus +20 % Tausch fossiler Heizung (Öl, Gas, Kohle, Nachtspeicher). Bis Ende 2028.
Einkommensbonus +30 % Zu versteuerndes Haushaltseinkommen unter 40.000 €/Jahr
Effizienzbonus +5 % Wärmepumpe mit natürlichem Kältemittel (Propan R290)

⚠️ Wichtig: Maximum beachten!

Die Förderbausteine sind kumulierbar, aber auf 70 % gedeckelt. Förderfähig sind maximal 30.000 € Investitionskosten pro Wohneinheit. Der maximale Zuschuss beträgt also 21.000 €.

Antragstellung vor Auftragsvergabe über das KfW-Portal. Vergessen Sie nicht: Auch ein Ergänzungskredit (KfW 358/359) mit vergünstigtem Zinssatz ist möglich.

GEG 2024: Was dürfen Sie überhaupt noch einbauen?

Das Gebäudeenergiegesetz (GEG) bestimmt, welche Heizungen 2026 erlaubt sind:

  • Neubau in Neubaugebieten: Seit 2024 nur noch Heizungen mit mind. 65 % erneuerbaren Energien.
  • Bestandsbau: Übergangsfristen je nach Kommune. Bis Mitte 2026 müssen Großstädte (>100.000 Einwohner) ihre kommunale Wärmeplanung vorlegen, kleinere Kommunen bis Mitte 2028.
  • Gasheizung im Bestand: Noch möglich, aber ab 2029 muss sie schrittweise mit klimaneutralen Gasen betrieben werden (15 % ab 2029, weitere Steigerung geplant).
  • Reparatur: Bestehende Heizungen dürfen repariert werden. Bei irreparablem Defekt: 5 Jahre Übergangsfrist.

💡 Meister-Tipp: Nicht zu lange warten!

Der Klimageschwindigkeitsbonus von 20 % gilt nur noch bis Ende 2028. Bei einer Investition von 25.000 € sind das 5.000 € Unterschied. Wer 2027/2028 tauscht, bekommt also deutlich mehr Zuschuss als ab 2029.

DIY-Bereich: So wird die neue Heizung so günstig wie möglich

Auch wenn der Einbau einer Heizungsanlage immer durch einen Fachbetrieb erfolgen muss (Sicherheit, Fördervoraussetzung, Gewährleistung), können Sie durch Eigenleistung und clevere Planung erheblich sparen:

🔧 Sparpotenzial durch Eigenleistung

  • Demontage der alten Heizung selbst: Heizung ablassen, alten Kessel und Tanks ausbauen. Ersparnis: 500 – 1.500 €
    → Achtung: Öltank nur durch zertifizierten Betrieb entsorgen lassen!
  • Wanddurchbrüche vorbereiten: Kernbohrung für die Leitungsführung der Wärmepumpe (Außen → Innen). Ersparnis: 200 – 400 €
    → Tragwand? Statiker muss freigeben!
  • Fundamentplatte für Außengerät gießen: Einfaches Betonfundament (80 × 60 cm) für die Wärmepumpe. Materialkosten ca. 80 €. Ersparnis: 200 – 500 €
  • Heizkörper selbst tauschen: Bei Niedertemperatur-Heizkörpern (größere Fläche nötig für WP). Ersparnis: 150 – 300 € pro Heizkörper
    → System muss anschließend vom Installateur befüllt und entlüftet werden.
  • 3+ Angebote vergleichen: Markttransparenz nutzen. Preisunterschiede von 20–40 % sind normal. Ersparnis: 2.000 – 5.000 €
  • Förderfähiges Gerät wählen: Wärmepumpe mit natürlichem Kältemittel (z. B. Propan R290) → Effizienzbonus +5 %. Extra-Förderung: bis 1.500 €

Maximales DIY-Sparpotenzial: 3.000 – 9.200 €

Warum der Handwerker trotzdem teurer ist – und wann es sich lohnt

Wenn Sie die Kosten auf der Rechnung sehen, fragen sich viele: Warum so viel für die Installation? Die ehrliche Antwort:

Kostenfaktor beim Fachbetrieb Was steckt dahinter Anteil am Preis
Lohnkosten (Meister + Gesellen) 2–3 Fachkräfte, 2–5 Tage Arbeit 35–45 %
Betriebskosten Werkstatt, Fahrzeuge, Werkzeug, Büro 15–20 %
Versicherung & Haftung Berufshaftpflicht, Wasserschäden, Gasschäden 5–8 %
Gewährleistung 5 Jahre Mängelhaftung nach BGB, Rücklagen für Nachbesserung 5–10 %
Schulung & Zertifizierung Hersteller-Schulungen, Kältemittelschein (F-Gase), Fortbildung 3–5 %
Gewinnmarge Unternehmerrisiko, Investitionen 5–15 %

🎯 Wann lohnt sich der Fachbetrieb definitiv?

  • Immer beim Heizungseinbau selbst — Gas-, Wasser- und Kältemittelarbeiten erfordern Zulassungen. Ohne Fachbetrieb: keine Förderung, keine Gewährleistung, keine Versicherungsleistung bei Schäden.
  • Hydraulischer Abgleich — Pflicht für die Förderung und entscheidend für die Effizienz der Wärmepumpe. Eine schlecht eingestellte WP verbraucht 20–40 % mehr Strom.
  • Bei Altbau-Komplexität — Bestehende Rohre, unklare Heizlast, Schallschutz-Auflagen: Falsche Dimensionierung kostet Sie über 20 Jahre tausende Euro an überhöhtem Stromverbrauch.

Welche Heizung passt zu meinem Haus? Entscheidungshilfe

✅ Wärmepumpe ideal bei:

  • Gut gedämmtem Haus (ab KfW 70 oder EnEV 2009+)
  • Fußbodenheizung vorhanden
  • Platz für Außengerät (min. 3 m zum Nachbarn)
  • Eigener PV-Anlage → Strom selbst nutzen
  • Neubau (Pflicht ab 2024)

⚠️ Wärmepumpe schwierig bei:

  • Ungedämmter Altbau (vor 1980, keine Dämmung)
  • Nur kleine Heizkörper (hohe Vorlauftemperatur nötig)
  • Dichtbebauung ohne Platz für Außengerät
  • → Hier erst Dämmung, dann Wärmepumpe
  • → Oder Pelletheizung als Alternative

Häufige Fragen zu Heizung einbauen Kosten

Was kostet eine neue Heizung 2026?

Je nach System: Wärmepumpe 15.000–30.000 € (nach Förderung: 9.000–17.500 €), Gas-Brennwert 7.000–15.500 € (ohne Förderung), Pelletheizung 18.000–30.000 € (nach Förderung: 10.000–18.000 €). Die 20-Jahres-Gesamtkosten sind bei der Wärmepumpe am niedrigsten.

Lohnt sich eine Wärmepumpe im Altbau?

Ja, wenn das Gebäude zumindest teilgedämmt ist (Dach, Fenster). Mit angepassten Heizkörpern (größere Flächen) und hydraulischem Abgleich arbeiten moderne Wärmepumpen effizient bis 55°C Vorlauftemperatur. Die Amortisation liegt bei 8–14 Jahren.

Wie hoch ist die Förderung für eine Wärmepumpe 2026?

30-70 % der Investitionskosten (max. 30.000 € förderfähig). Grundförderung 30 %, Klimabonus +20 % (bei Tausch fossiler Heizung, bis Ende 2028), Einkommensbonus +30 % (unter 40.000 € Einkommen), Effizienzbonus +5 %. Maximum: 70 %, also max. 21.000 € Zuschuss.

Darf ich 2026 noch eine Gasheizung einbauen?

Im Bestand ja, aber ohne staatliche Förderung und mit der Pflicht, ab 2029 schrittweise klimaneutrale Gase zu nutzen (15 % ab 2029). Im Neubaugebiet: nur noch Heizungen mit mind. 65 % erneuerbaren Energien erlaubt. Die CO₂-Steuer macht Gas zudem jährlich teurer.

Was kann ich beim Heizungstausch selbst machen?

Eigenleistung möglich bei: Demontage der Altanlage (Heizung ablassen, Kessel ausbauen), Fundament für Außengerät gießen, Wanddurchbrüche vorbereiten, Heizkörper tauschen. Ersparnis: 3.000–9.000 €. Die Kerninstallation (Kältekreis, Gas, Wasser) muss immer ein zugelassener Fachbetrieb übernehmen.

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