Wärmepumpe vs. Gasheizung: Kostenvergleich über 20 Jahre (2026)
Wärmepumpe oder Gasheizung? Anschaffungskosten, Betriebskosten, Förderung und CO₂-Bilanz im direkten 20-Jahres-Vergleich – mit Rechenbeispielen.
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15. Februar 2026
Kurz & knapp: Wärmepumpe vs. Gasheizung
Über 20 Jahre spart eine Wärmepumpe ca. 16.200 € gegenüber einer Gasheizung (EFH, 150 m², mit 50 % Förderung). Eigenanteil nach Förderung: 9.000–22.000 € (WP) vs. 8.000–12.000 € (Gas). Die niedrigeren Betriebskosten (1.600 vs. 2.660 €/a) und der steigende CO₂-Preis auf Gas machen die Wärmepumpe langfristig günstiger.
52.000 € vs. 68.200 € über 20 Jahre – so deutlich fällt der Kostenvergleich zwischen Wärmepumpe und Gasheizung für ein typisches Einfamilienhaus aus. Und trotzdem entscheiden sich viele Hausbesitzer noch für Gas, weil sie nur auf den Anschaffungspreis schauen. Ein Fehler, der sie über die Lebensdauer über 16.000 € kostet.
In diesem Ratgeber vergleichen wir beide Systeme über 20 Jahre Gesamtkosten, erklären die Förderung 2026 und zeigen, wann welche Lösung sich rechnet – mit konkreten Rechenbeispielen.
Die Ausgangslage 2026: GEG, Förderung & Gaspreise
Bevor wir rechnen, wichtige Rahmenbedingungen:
- GEG 2024: Neue Heizungen müssen ab 1.1.2024 (Neubau in Neubaugebiet) bzw. schrittweise bis 2028 (Bestand) zu 65 % erneuerbar heizen
- Gasheizungen: Dürfen im Bestand mit kommunaler Wärmeplanung weiterhin eingebaut werden, aber ab 2029 nur mit steigendem Bio-/H₂-Anteil (15 %, steigend auf 60 %)
- CO₂-Preis auf Gas: 2025: 55 €/t, steigend auf geschätzt 90–120 €/t bis 2030
- Förderung Wärmepumpe: 30 % Grundförderung + 20 % Klimageschwindigkeitsbonus + 30 % Einkommensbonus = bis zu 70 % Förderung (max. 21.000 € bei 30.000 € Investition)
Bevor wir die einzelnen Positionen durchgehen, hier der Gesamtvergleich auf einen Blick – damit Sie sofort sehen, wo der Unterschied liegt.
Kostenvergleich auf einen Blick
| Kostenposition | Gasheizung (Brennwert) | Luft-Wasser-Wärmepumpe |
|---|---|---|
| Anschaffung inkl. Montage | 8.000 – 12.000 € | 25.000 – 40.000 € |
| Förderung (Beispiel) | 0 € (keine Förderung) | −12.500 bis −21.000 € |
| Eigenanteil nach Förderung | 8.000 – 12.000 € | 9.000 – 22.000 € |
| Jährliche Heizkosten (EFH) | 2.400 – 3.200 € | 1.200 – 1.800 € |
| Wartung pro Jahr | 200 – 350 € | 150 – 250 € |
| Lebensdauer | 15 – 20 Jahre | 20 – 25 Jahre |
Annahmen: Einfamilienhaus, 150 m², Wärmebedarf 20.000 kWh/a. Gaspreis: 12 ct/kWh. Strompreis Wärmepumpe: 28 ct/kWh. Jahresarbeitszahl (JAZ): 3,5.
20-Jahres-Vergleich: Rechenbeispiel EFH
Der faire Vergleich betrachtet die Gesamtkosten über die typische Nutzungsdauer – nicht nur die Anschaffung:
Rechenbeispiel: 150 m² Einfamilienhaus
Szenario: Heizungstausch im Bestand, Baujahr 1990, guter Dämmstandard, 20.000 kWh Wärmebedarf/a
Gasheizung (Brennwertkessel + Solarthermie):
- Anschaffung: 12.000 €
- Förderung: 0 €
- Heizkosten/a: 18.000 kWh × 0,12 €/kWh = 2.160 €
- CO₂-Kosten 2026: ca. 200 €/a (steigend!)
- Wartung/a: 300 €
- Gesamtkosten 20 Jahre: 12.000 + 20 × (2.160 + 350 + 300) = 68.200 €
Luft-Wasser-Wärmepumpe:
- Anschaffung: 32.000 €
- Förderung (50 %): −16.000 € → Eigenanteil: 16.000 €
- Heizkosten/a: 20.000 kWh ÷ 3,5 JAZ × 0,28 €/kWh = 1.600 €
- CO₂-Kosten: 0 €
- Wartung/a: 200 €
- Gesamtkosten 20 Jahre: 16.000 + 20 × (1.600 + 200) = 52.000 €
Ergebnis:
Wärmepumpe spart über 20 Jahre: ca. 16.200 € → 810 € pro Jahr
Betriebskosten im Detail: Warum die Wärmepumpe günstiger heizt
Der entscheidende Vorteil der Wärmepumpe: die Jahresarbeitszahl (JAZ). Eine JAZ von 3,5 bedeutet: Aus 1 kWh Strom gewinnt die Wärmepumpe 3,5 kWh Wärme. Effektiv kosten 3,5 kWh Wärme also nur 28 Cent – statt 42 Cent bei Gas (3,5 × 12 ct).
| Heizsystem | Energiepreis | Effizienz | Effektive Kosten/kWh Wärme |
|---|---|---|---|
| Gas-Brennwert | 12 ct/kWh | 95 % Nutzungsgrad | 12,6 ct/kWh |
| Luft-WP (JAZ 3,0) | 28 ct/kWh | COP 3,0 | 9,3 ct/kWh |
| Luft-WP (JAZ 3,5) | 28 ct/kWh | COP 3,5 | 8,0 ct/kWh |
| Sole-WP (JAZ 4,5) | 28 ct/kWh | COP 4,5 | 6,2 ct/kWh |
Neben den reinen Energiekosten gibt es einen Faktor, den viele beim Kostenvergleich übersehen – und der die Rechnung für Gas jedes Jahr schlechter macht.
CO₂-Preis: Der stille Kostenreiber bei Gas
Was viele übersehen: Der CO₂-Preis auf fossile Brennstoffe steigt deutlich und macht Gas Jahr für Jahr teurer:
| Jahr | CO₂-Preis (€/t) | Aufschlag auf Gaspreis | Mehrkosten/a (20.000 kWh) |
|---|---|---|---|
| 2025 | 55 € | +1,1 ct/kWh | +220 € |
| 2026 | 65 € | +1,3 ct/kWh | +260 € |
| 2030 (Prognose) | ~100 € | +2,0 ct/kWh | +400 € |
| 2035 (Prognose) | ~150 € | +3,0 ct/kWh | +600 € |
Der steigende CO₂-Preis macht die Gasheizung über die Jahre immer teurer, während die Wärmepumpe keine CO₂-Kosten verursacht. Über 20 Jahre summiert sich der CO₂-Preis auf geschätzt 5.000–8.000 € zusätzliche Kosten.
Förderung 2026: Bis zu 70 % Zuschuss für Wärmepumpen
Die BEG-Förderung (Bundesförderung für effiziente Gebäude) macht Wärmepumpen deutlich günstiger:
| Förderbaustein | Zuschuss | Voraussetzung |
|---|---|---|
| Grundförderung | 30 % | Wärmepumpe als Hauptheizung |
| Klimageschwindigkeitsbonus | 20 % | Tausch einer fossil betriebenen Heizung (bis 2028) |
| Einkommensbonus | 30 % | Haushaltseinkommen unter 40.000 €/a |
| Effizienzbonus | 5 % | Natürliches Kältemittel (z. B. Propan) |
| Maximum gesamt | 70 % | Max. förderfähige Kosten: 30.000 € → max. 21.000 € Zuschuss |
💡 Meister-Tipp: Förderantrag VOR Einbau stellen!
Der Förderantrag bei der KfW muss vor Beginn der Maßnahme gestellt werden. Sobald Sie den Handwerkervertrag unterschrieben haben, ist die Förderung verloren! Reihenfolge: 1. Energieberater beauftragen → 2. Angebote einholen → 3. KfW-Antrag stellen → 4. Bewilligung abwarten → 5. Handwerkervertrag unterschreiben → 6. Einbau starten.
Die Zahlen sprechen eine klare Sprache – aber nicht für jeden Haustyp ist die Antwort gleich. Entscheidend ist, welche Voraussetzungen Ihr Gebäude mitbringt.
Wann sich welches System lohnt
| Kriterium | Wärmepumpe gewinnt | Gas (noch) sinnvoll |
|---|---|---|
| Gebäudedämmung | Gut gedämmt (KfW 70–100) | Unsaniert, Vorlauf > 55 °C |
| Heizkörper | Fußbodenheizung oder Niedertemperatur-HK | Alte Hochtemperatur-Radiatoren |
| Nutzungsdauer | > 15 Jahre geplant | Übergangs-Lösung (5–10 Jahre) |
| Förderberechtigung | Ja → 30–70 % Zuschuss | Keine Förderung |
| PV-Anlage vorhanden? | Klarer Gewinner (Eigenverbrauch!) | Kein Vorteil |
Hybrid-Lösung: Gas + Wärmepumpe
Eine interessante Übergangslösung ist die Hybrid-Heizung: Eine kleine Luft-Wärmepumpe deckt den Grundbedarf, die bestehende Gasheizung springt nur an den kältesten Tagen ein (unter −5 °C).
- Investition: 12.000–18.000 € (günstiger als reine WP)
- Einsparung: 40–60 % weniger Gasverbrauch
- Förderfähig: Ja, 30 % Grundförderung + ggf. Boni
- GEG-konform: Erfüllt die 65-%-Regel, wenn die WP den Großteil übernimmt
Wärmepumpe + PV: Die Traumkombination
Wer eine Photovoltaikanlage auf dem Dach hat, profitiert besonders von der Wärmepumpe:
- Eigenverbrauch: PV-Strom kostet effektiv 8–12 ct/kWh (statt 28 ct/kWh Netzstrom)
- Effektive Heizkosten: Bei JAZ 3,5 und PV-Strom: nur 2,3–3,4 ct/kWh Wärme
- Autarkie: Bis zu 30 % der Heizenergie über PV deckbar (mit Speicher bis 50 %)
💡 Meister-Tipp: SG-Ready-Wärmepumpe wählen!
Eine SG-Ready-Wärmepumpe lässt sich intelligent mit der PV-Anlage koppeln: Bei Sonnenschein heizt die Wärmepumpe den Pufferspeicher vor – mit günstigem Eigenstrom statt teurem Netzstrom. Diese Funktion spart jährlich 200–400 € zusätzlich und erhöht den PV-Eigenverbrauch von 30 % auf 50–60 %.
Umweltbilanz: CO₂-Vergleich
| Heizsystem | CO₂-Ausstoß/kWh | CO₂/a (20.000 kWh) |
|---|---|---|
| Gasheizung | 202 g/kWh | 4.040 kg |
| Luft-WP (Netzstrom) | ~120 g/kWh (Strommix) | ~690 kg |
| Luft-WP (PV-Strom) | ~0 g/kWh | ~0 kg |
Eine Wärmepumpe mit Netzstrom spart gegenüber Gas 83 % CO₂. Mit PV-Strom: nahezu 100 % CO₂-Einsparung.
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Häufige Fragen: Wärmepumpe vs. Gasheizung
Ist eine Wärmepumpe im Altbau sinnvoll?
Ja, wenn die Vorlauftemperatur unter 55 °C liegt. Viele Altbauten (Baujahr 1970–1990) erreichen das mit neuen Heizkörpern oder Fußbodenheizung. Die Luft-Wärmepumpe erreicht im Altbau typischerweise eine JAZ von 2,8–3,5 – ausreichend für wirtschaftlichen Betrieb.
Wie hoch sind die Stromkosten einer Wärmepumpe pro Jahr?
Ein Einfamilienhaus (150 m², 20.000 kWh Wärmebedarf) verbraucht mit einer Luft-WP bei JAZ 3,5 rund 5.700 kWh Strom/Jahr. Bei 28 ct/kWh Wärmepumpentarif: ca. 1.600 € pro Jahr – etwa 40–50 % weniger als Gas.
Ab wann amortisiert sich die Wärmepumpe?
Mit 50 % Förderung amortisiert sich die Mehrkosten-Differenz zur Gasheizung in ca. 5–8 Jahren. Ohne Förderung in 10–14 Jahren. Ab dann sparen Sie jedes Jahr ca. 800–1.200 € gegenüber Gas.
Wie laut ist eine Wärmepumpe?
Moderne Luft-Wärmepumpen erzeugen 35–50 dB(A) am Aufstellort – vergleichbar mit einem leisen Gespräch. In 3 m Abstand: ca. 40–45 dB(A). Achten Sie auf die TA-Lärm-Grenzwerte für Wohngebiete (nachts max. 35 dB an der Grundstücksgrenze).
Darf ich 2026 noch eine Gasheizung einbauen?
Im Bestand ohne kommunale Wärmeplanung: Ja, aber es gilt eine Beratungspflicht. Ab 2029 muss die Gasheizung 15 % erneuerbare Energien nutzen (steigt auf 30 % ab 2035 und 60 % ab 2040). Das verteuert Gas langfristig erheblich.
Fazit: Wärmepumpe gewinnt langfristig
Für die meisten Eigenheim-Besitzer ist die Wärmepumpe die wirtschaftlichere Wahl – dank Förderung, niedrigerer Betriebskosten und steigender CO₂-Kosten für Gas. Der Break-even nach 5–8 Jahren wird durch PV-Eigenverbrauch sogar noch schneller erreicht.
Nutzen Sie unseren Wärmepumpen-Rechner, um Ihre individuellen Kosten zu berechnen, und vergleichen Sie Angebote von mehreren Fachbetrieben.
Weiterführende Artikel
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- Photovoltaik Kosten 2026
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