PV-Anlage planen: Wirtschaftlichkeit, Größe & Kosten (2026)
PV-Anlage planen: Anlagengröße bestimmen, Wirtschaftlichkeit berechnen, Eigenverbrauch optimieren und Förderung nutzen – mit konkreten Rechenbeispielen.
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15. Februar 2026
Kurz & knapp: PV-Anlage planen
10-kWp-Anlage: ca. 14.000 € (0 % MwSt.), Amortisation in 9,2 Jahren, danach 15+ Jahre kostenloser Strom. Rendite: 6,8 % p. a. Mit Speicher: Eigenverbrauch von 30 auf 70 %, Amortisation in 8,5 Jahren. Faustregel: 1 kWp pro 1.000 kWh Jahresverbrauch, 5 m² Dachfläche pro kWp.
24.050 € Gewinn über 25 Jahre – so viel erwirtschaftet eine 10-kWp-Photovoltaikanlage auf einem Einfamilienhaus. Bei einer Investition von 14.000 € (steuerfrei!) und null Euro Wartungskosten im ersten Jahrzehnt. Kein Festgeldkonto und keine Aktie bietet diese Kombination aus Sicherheit und Rendite.
In diesem Ratgeber planen wir Ihre PV-Anlage in 5 Schritten: von der optimalen Anlagengröße über die Wirtschaftlichkeitsberechnung bis zum Angebotsvergleich.
Warum sich PV 2026 lohnt
- Modulpreise gefallen: Ca. 1.200–1.600 €/kWp inkl. Montage (Komplettpreis ab 8.000 €)
- Strompreis hoch: 30–35 ct/kWh Haushaltsstrom → jede selbst erzeugte kWh spart
- Einspeisevergütung: 8,03 ct/kWh (bis 10 kWp, 2026) – stabil dank EEG
- Steuerfreiheit: PV-Anlagen bis 30 kWp sind seit 2023 einkommensteuerfrei
- 0 % MwSt.: Kein Mehrwertsteuer auf Kauf und Installation (seit 2023)
Schritt 1: Die richtige Anlagengröße bestimmen
Die optimale Größe Ihrer PV-Anlage hängt von drei Faktoren ab: Dachfläche, Stromverbrauch und Budget.
Faustregeln für die Anlagengröße
| Haushaltsgröße | Stromverbrauch/a | Empfohlene PV-Größe | Dachfläche benötigt |
|---|---|---|---|
| 2 Personen | 2.500 – 3.500 kWh | 5 – 7 kWp | 25 – 35 m² |
| 4 Personen | 4.000 – 5.500 kWh | 8 – 10 kWp | 40 – 50 m² |
| 4 Pers. + Wärmepumpe | 8.000 – 12.000 kWh | 12 – 15 kWp | 60 – 75 m² |
| 4 Pers. + WP + E-Auto | 12.000 – 18.000 kWh | 15 – 20 kWp | 75 – 100 m² |
Faustregel: 1 kWp PV benötigt ca. 5 m² Dachfläche und erzeugt in Deutschland ca. 950–1.100 kWh/Jahr (je nach Standort und Ausrichtung).
Dachausrichtung & Ertrag
| Ausrichtung | Ertrag (vs. Süd = 100 %) | Bewertung |
|---|---|---|
| Süd (180°) | 100 % | Ideal |
| Südwest / Südost | 90 – 95 % | Sehr gut |
| Ost / West | 80 – 85 % | Gut (höherer Eigenverbrauch!) |
| Nord | 50 – 65 % | Nicht empfohlen |
💡 Meister-Tipp: Ost-West-Anlagen für Eigenverbrauch
Eine Ost-West-Ausrichtung liefert zwar ca. 15 % weniger Gesamtertrag als reine Süd, aber den Strom gleichmäßiger über den Tag verteilt: morgens (Ost) und abends (West). Das erhöht den Eigenverbrauch ohne Speicher von 25 % auf 35–40 % – und spart damit mehr Geld als die reine Süd-Anlage mit niedrigerem Eigenverbrauch!
Größe und Ausrichtung stehen fest – jetzt wird es konkret: Was kostet die Anlage, und wie schnell zahlt sie sich zurück?
Schritt 2: Kosten & Wirtschaftlichkeit berechnen
Investitionskosten 2026
| Anlagengröße | Kosten (ohne Speicher) | Kosten (mit 10 kWh Speicher) |
|---|---|---|
| 5 kWp | 7.000 – 9.000 € | 14.000 – 17.000 € |
| 10 kWp | 12.000 – 16.000 € | 19.000 – 24.000 € |
| 15 kWp | 17.000 – 22.000 € | 24.000 – 30.000 € |
| 20 kWp | 22.000 – 28.000 € | 29.000 – 36.000 € |
Preise: Schlüsselfertig inkl. Module, Wechselrichter, Montage, Elektroarbeiten und Anmeldung. 0 % MwSt. seit 2023.
Wirtschaftlichkeitsberechnung: Rechenbeispiel
Rechenbeispiel: 10 kWp Anlage, 4-Personen-Haushalt
Anlage: 10 kWp, Süd-Ausrichtung, 30° Neigung
Investition:
- PV-Anlage (ohne Speicher): 14.000 €
- MwSt.: 0 € (Nullsteuersatz)
Jährlicher Ertrag & Einsparung:
- Jahresertrag: 10 kWp × 1.000 kWh = 10.000 kWh
- Eigenverbrauch (30 %): 3.000 kWh × 0,32 € = 960 €
- Einspeisung (70 %): 7.000 kWh × 0,0803 € = 562 €
- Gesamtertrag/Jahr: 1.522 €
Amortisation:
- Amortisation: 14.000 ÷ 1.522 = ca. 9,2 Jahre
- Rendite über 25 Jahre: 25 × 1.522 − 14.000 = 24.050 € Gewinn
- Kapitalrendite: ca. 6,8 % p. a.
Die Anlage allein ist wirtschaftlich – aber lässt sich die Rendite mit einem Speicher noch steigern? Die Antwort ist differenzierter als die Werbung verspricht.
Schritt 3: Lohnt sich ein Batteriespeicher?
Ein Batteriespeicher erhöht den Eigenverbrauch von 25–35 % auf 60–80 % – aber lohnt er sich finanziell?
| Kriterium | Ohne Speicher | Mit 10 kWh Speicher |
|---|---|---|
| Eigenverbrauch | 30 % | 70 % |
| Einsparung/Jahr | 960 € | 2.240 € |
| Einspeisung/Jahr | 562 € | 241 € |
| Gesamtertrag/Jahr | 1.522 € | 2.481 € |
| Investition | 14.000 € | 21.000 € |
| Amortisation | 9,2 Jahre | 8,5 Jahre |
Fazit: Der Speicher lohnt sich knapp, wenn der Strompreis bei 32+ ct/kWh bleibt. Bei sinkenden Strompreisen wird die Amortisation länger. Finanziell optimal: Speicher erst nachrüsten, wenn die Preise weiter fallen (aktuell ca. 700–1.000 €/kWh Speicherkapazität).
💡 Meister-Tipp: Wärmepumpe als „Speicher" nutzen
Statt eines teuren Batteriespeichers können Sie eine SG-Ready-Wärmepumpe mit Pufferspeicher als „thermischen Speicher" nutzen: Bei PV-Überschuss heizt die Wärmepumpe den Warmwasser- oder Pufferspeicher auf. Das kostet nur den Pufferspeicher (ca. 1.000–2.000 €) statt 7.000 € für eine Batterie – und erhöht den Eigenverbrauch um 10–15 %.
Wirtschaftlichkeit und Speicherentscheidung stehen – jetzt geht es an die praktische Umsetzung.
Schritt 4: Angebote vergleichen
Holen Sie mindestens 3 Angebote ein und vergleichen Sie systematisch:
- Modulhersteller: Tier-1-Module (JA Solar, Trina, Longi, Canadian Solar) bieten 25–30 Jahre Leistungsgarantie
- Wechselrichter: SMA, Fronius, Huawei oder Enphase (Mikro-Wechselrichter)
- Montage: Aufbau inklusive? DC- und AC-Installation? Anmeldung beim Netzbetreiber?
- Garantien: Produktgarantie (min. 12 Jahre) vs. Leistungsgarantie (min. 25 Jahre)
- Preis pro kWp: Vergleichen Sie den Gesamtpreis geteilt durch die kWp-Zahl
Schritt 5: Genehmigungen und Anmeldung
- Baugenehmigung: In den meisten Bundesländern genehmigungsfrei (Aufdach-Anlage)
- Denkmalschutz: Genehmigung erforderlich – frühzeitig klären!
- Netzbetreiber: Anmeldung beim Netzbetreiber (macht meist der Installateur)
- Marktstammdatenregister: Registrierung innerhalb 1 Monats nach Inbetriebnahme
- Finanzamt: Seit 2023 keine Gewerbeanmeldung mehr nötig (bis 30 kWp)
🧮 PV-Wirtschaftlichkeit berechnen
Unser PV-Rechner berechnet Ihre individuelle Anlagengröße, erwarteten Ertrag, Amortisation und Rendite – inklusive Eigenverbrauchsquote und Speicheroption.
Häufige Fragen zur PV-Anlage
Wie groß sollte meine PV-Anlage sein?
Faustregel: 1 kWp pro 1.000 kWh Jahresverbrauch. Ein 4-Personen-Haushalt mit 4.500 kWh braucht ca. 5–6 kWp. Mit Wärmepumpe und E-Auto: 12–20 kWp. Belegen Sie die gesamte verfügbare Dachfläche – größere Anlagen sind pro kWp günstiger.
Wann amortisiert sich eine PV-Anlage?
Ohne Speicher in 8–11 Jahren, mit Speicher in 9–13 Jahren. Danach produzieren Sie 15–20 Jahre lang kostenlosen Strom. Die Kapitalrendite liegt typischerweise bei 5–8 % p. a.
Lohnt sich ein Batteriespeicher zur PV-Anlage?
Finanziell ist der Speicher knapp wirtschaftlich bei Strompreisen über 30 ct/kWh. Er erhöht den Eigenverbrauch von 30 auf 70 %, spart aber den Speicherpreis (7.000–10.000 €) erst in 10–14 Jahren ein. Comfort-Argument: Autarkie und Notstromfunktion.
Muss ich eine PV-Anlage versteuern?
Nein, seit 2023 sind PV-Anlagen bis 30 kWp (Einfamilienhaus) einkommensteuerfrei. Die Einspeisevergütung und eventuelle Gewinne müssen nicht versteuert werden. Auch die Mehrwertsteuer auf Kauf und Installation entfällt (0 % MwSt.).
Kann ich PV und Solarthermie kombinieren?
Ja, aber in den meisten Fällen ist PV + Wärmepumpe die bessere Kombination: PV-Strom treibt die Wärmepumpe an und ersetzt so die Solarthermie – und im Sommer haben Sie Strom statt überschüssiger Wärme. Solarthermie lohnt sich nur noch bei sehr großem Warmwasserbedarf (z. B. Schwimmbad).
Fazit: PV lohnt sich fast immer
Eine PV-Anlage ist 2026 eine der sichersten Investitionen für Eigenheim-Besitzer: steuerfreie Erträge, kurze Amortisation und 25+ Jahre Nutzungsdauer. Die goldene Regel: So viel Dachfläche wie möglich belegen – und den Eigenverbrauch durch Wärmepumpe und intelligente Laststeuerung maximieren.
Berechnen Sie Ihre individuelle PV-Anlage mit unserem PV-Rechner.
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