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Handwerker Kosten 2025: Preisliste

Was kostet ein Handwerker pro Stunde? Wir enthüllen die aktuellen Preise für Maler, Elektriker, Dachdecker & Co. Inklusive großer Preistabelle 2025 und Tipps, wie Sie bei der Sanierung sparen können.

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Redaktion handwerk.cloud

20. März 2025

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Wer baut oder saniert, muss rechnen. Die Handwerkerpreise sind in den letzten Jahren spürbar gestiegen – getrieben durch Inflation, Materialknappheit und den massiven Fachkräftemangel. Doch was ist ein "fairer" Preis im Jahr 2025? Viele Bauherren sind verunsichert, wenn sie Angebote mit Stundensätzen von 70, 80 oder gar 100 Euro erhalten. Ist das Abzocke oder wirtschaftliche Notwendigkeit? In diesem umfassenden Guide legen wir die Karten auf den Tisch. Wir zeigen Ihnen detaillierte Preistabellen für alle wichtigen Gewerke, schlüsseln den Stundenverrechnungssatz transparent auf und geben Ihnen wertvolle Tipps, wie Sie die Kosten senken können, ohne an Qualität zu sparen.

1. Der Stundenverrechnungssatz: Warum 80 € nicht viel sind

Das größte Missverständnis entsteht oft beim Blick auf den Stundenlohn. "Der Geselle bekommt doch nur 20 Euro, warum soll ich 80 Euro zahlen?" Diese Rechnung geht nicht auf. Der Stundenverrechnungssatz muss die gesamten Kosten des Betriebs decken.

Die Kalkulation eines Handwerksbetriebs

Von 100 Euro Umsatz bleiben dem Betrieb oft nur 5 bis 10 Euro Gewinn. Wohin fließt das Geld?

  • Lohnkosten (ca. 40%): Bruttolohn + Arbeitgeberanteile zur Sozialversicherung (Kranken-, Renten-, Arbeitslosen-, Pflegeversicherung) + bezahlter Urlaub + Lohnfortzahlung im Krankheitsfall.
  • Gemeinkosten (ca. 40%): Miete für Werkstatt und Büro, Fahrzeuge, Benzin, Werkzeuge, Maschinen, Versicherungen, Berufsgenossenschaft, Buchhaltung, Marketing, Strom, Heizung.
  • Wagnis & Gewinn (ca. 5-10%): Rücklagen für schlechte Zeiten, Investitionen und der Unternehmerlohn.
  • Gesetzliche Mehrwertsteuer (19%): Diese führt der Betrieb direkt an das Finanzamt ab.

Fazit: Ein Stundensatz unter 60 Euro (netto) ist für einen seriösen Meisterbetrieb in Deutschland kaum noch wirtschaftlich darstellbar.

2. Große Preisübersicht 2025 nach Gewerken

Die Preise variieren je nach Region (Stadt/Land) und Spezialisierung. Hier sind realistische Durchschnittswerte für 2025 (Netto-Preise zzgl. MwSt.).

Gewerk Stundensatz (Netto) Typische Leistungspreise
Maler & Lackierer 55 € - 75 € Wände streichen: 10 - 18 €/m²
Tapezieren (Raufaser): 15 - 25 €/m²
Lackieren (Tür): 120 - 180 €/Stk.
Elektriker 65 € - 95 € Steckdose setzen: 80 - 120 €
Herdanschluss: 80 - 150 €
E-Check (Wohnung): 150 - 250 €
Heizung & Sanitär 70 € - 100 € Wartung Gastherme: 180 - 280 €
WC-Austausch: 150 - 250 € (nur Lohn)
Wärmepumpe Installation: 25.000 €+ (Gesamt)
Fliesenleger 60 € - 85 € Verlegung (Standard): 45 - 70 €/m²
Verlegung (Großformat): 70 - 120 €/m²
Silikonfugen: 5 - 10 €/lfm
Dachdecker 65 € - 90 € Dachfenster Einbau: 400 - 800 € (Lohn)
Dachrinne reinigen: 3 - 6 €/lfm
Sturmschadenreparatur: nach Aufwand
Tischler / Schreiner 65 € - 90 € Einbauschrank (Maß): 1.500 €+
Tür kürzen: 80 - 120 €
Fensterwartung: 20 - 40 €/Flügel
Gartenbau 50 € - 75 € Pflasterarbeiten: 40 - 80 €/m²
Rollrasen verlegen: 15 - 25 €/m²
Baumschnitt: nach Aufwand

3. Zusatzkosten: Anfahrt, Material und Notdienst

Neben dem Arbeitslohn fallen weitere Posten an, die Sie kennen sollten.

Fahrtkosten

Die Anfahrt ist Arbeitszeit. Üblich sind:

  • Pauschale: Innerorts 20 - 40 €, Außerorts 50 - 80 €.
  • Kilometergeld: 0,50 € bis 1,00 € pro km + Fahrzeit des Monteurs.

Materialaufschlag

Wenn der Handwerker das Material besorgt, schlägt er oft 10-30% auf den Einkaufspreis auf. Das ist legitim, denn er übernimmt:

  • Die Beschaffung und den Transport.
  • Die Gewährleistung für das Material (geht es kaputt, muss er es auf eigene Kosten tauschen).
  • Die Lagerhaltung.

Tipp: Material selbst zu kaufen spart oft Geld, aber viele Handwerker lehnen den Einbau von Fremdmaterial aus Haftungsgründen ab.

Notdienst-Zuschläge

Außerhalb der regulären Arbeitszeiten wird es teuer:

  • Nachtzuschlag (20-6 Uhr): +50% bis +100%
  • Samstagszuschlag: +25% bis +50%
  • Sonn- und Feiertagszuschlag: +100% bis +150%

4. Festpreis vs. Stundenlohn: Was ist besser?

Beide Modelle haben Vor- und Nachteile.

Abrechnung nach Stunden (Regie)

Vorteil: Sie zahlen nur die tatsächlich geleistete Arbeit. Bei kleinen, schnellen Reparaturen oft günstiger.
Nachteil: Das Kostenrisiko liegt bei Ihnen. Trödelt der Handwerker oder treten Probleme auf, wird es teurer.

Festpreisangebot

Vorteil: Planungssicherheit. Sie wissen genau, was es kostet.
Nachteil: Der Handwerker kalkuliert einen Risikopuffer ein. Ist er schneller fertig, zahlen Sie trotzdem den vollen Preis. Festpreise gibt es meist nur bei klar definierten Projekten (z.B. "3 Fenster austauschen").

5. Spartipps: So senken Sie die Handwerkerrechnung

  1. Gute Vorbereitung: Räumen Sie den Arbeitsbereich frei. Wenn der Monteur erst Möbel rücken muss, kostet das 80 €/Stunde.
  2. Eigenleistung: Übernehmen Sie einfache Arbeiten wie Tapeten abreißen, Boden rausreißen oder Endreinigung. Sprechen Sie das vorher ab!
  3. Sammelaufträge: Lassen Sie nicht nur den tropfenden Hahn reparieren, sondern gleich alle Wartungen im Haus erledigen. Das spart mehrfache Anfahrtskosten.
  4. Regionale Anbieter: Ein Betrieb aus dem Nachbarort ist bei der Anfahrt günstiger als der Spezialist aus der Großstadt.
  5. Steuervorteil nutzen: Sie können 20% der Lohnkosten (max. 1.200 €/Jahr) von der Steuer absetzen. Zahlen Sie deshalb nie bar!

6. Checkliste: Angebot prüfen

Versteckte Kosten finden

  • Netto/Brutto: Sind die Preise inkl. oder exkl. MwSt.? (Für Privatkunden müssen Endpreise angegeben werden, aber im Baugewerbe ist Netto oft üblich).
  • "Abrechnung nach Aufwand": Steht dieser Satz im Angebot? Dann ist es nur ein Kostenvoranschlag, kein Festpreis!
  • Material: Ist Kleinmaterial (Schrauben, Silikon, Abdeckplane) enthalten oder wird es pauschal berechnet?
  • Entsorgung: Wer kümmert sich um den Bauschutt? Die Entsorgungskosten können hoch sein.

7. FAQ - Häufige Fragen zu Handwerkerpreisen

Darf die Rechnung höher sein als das Angebot?

Bei einem Kostenvoranschlag darf die Endsumme bis zu ca. 15-20% abweichen, wenn unvorhergesehene Mehrarbeiten nötig waren. Der Handwerker muss Sie aber informieren, sobald sich eine wesentliche Überschreitung abzeichnet.

Muss ich die Anfahrt bezahlen, wenn er nur kurz da war?

Ja. Die Anfahrt deckt die Kosten für Fahrzeug und Fahrzeit. Auch für 10 Minuten Arbeit muss der Handwerker hin- und zurückfahren.

Warum sind Handwerker so teuer geworden?

Lohnsteigerungen, höhere Energiekosten, teureres Material und bürokratische Auflagen treiben die Preise. Zudem sorgt der Fachkräftemangel dafür, dass Betriebe sich ihre Aufträge (und Preise) aussuchen können.

8. Experten-Fazit

"Qualität hat ihren Preis – Pfusch kostet am Ende doppelt. Ein billiger Handwerker, der keine Rechnung schreibt, gibt keine Garantie. Wenn nach einem Jahr die Fliesen hochkommen oder das Rohr leckt, stehen Sie alleine da. Investieren Sie lieber in einen geprüften Meisterbetrieb. Durch die steuerliche Absetzbarkeit relativiert sich der Preisunterschied oft deutlich."

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