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allgemein7 Min. Lesezeit

Haus sanieren Checkliste 2026: Schritt für Schritt zum Sanierungskonzept

Die ultimative Checkliste für Ihre Haussanierung: Von der Bestandsaufnahme über Förderantrag bis zur Abnahme – kein Schritt vergessen.

K

Kostenexperte handwerk.cloud

12. Februar 2026

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Eine Sanierung ohne Plan ist wie Autofahren ohne Navi: Sie kommen irgendwo an, aber wahrscheinlich nicht dort, wo Sie hinwollen – und es wird deutlich teurer als nötig. Mit dieser umfassenden Sanierungscheckliste behalten Sie den Überblick über alle Schritte, Fristen und Entscheidungen.

> **💡 Kostenplanung:** Nutzen Sie unseren kostenlosen [Sanierungsrechner](/tools/sanierungsrechner), um bereits in Phase 1 ein realistisches Budget zu ermitteln. ## Phase 1: Bestandsaufnahme (4–8 Wochen vor Start) ### Gebäudezustand dokumentieren
  • Energieausweis prüfen/erstellen – Ist er aktuell? Welche Energieeffizienzklasse hat das Gebäude?
  • Bausubstanz begutachten – Risse, Feuchtigkeit, Schimmel, morsches Holz?
  • Dach inspizieren – Alter der Eindeckung, Zustand der Dämmung, Dachrinnen intakt?
  • Fassade prüfen – Putzschäden, Wärmebrücken, Dämmstandard?
  • Fenster checken – Einfach-/Doppelverglasung? Dichtungen? Alter?
  • Heizung dokumentieren – Typ, Alter, Wartungszustand, letzte Inspektion?
  • Elektroinstallation – FI-Schutzschalter vorhanden? Genug Steckdosen? Zählerschrank aktuell?
  • Sanitär prüfen – Material der Leitungen (Kupfer/Blei/Stahl)? Druckprüfung?
  • Schadstoffe testen – Asbest (Baujahr 1950–1990)? KMF-Dämmung? Bleileitungen?
💡 Meister-Tipp: Investieren Sie 500–1.500 € in einen Bausachverständigen für die Erstbegutachtung. Dieser Betrag amortisiert sich oft zehnfach, weil er Probleme aufdeckt, bevor sie zu teuren Überraschungen werden.
### Energieberatung
  • Energieberater beauftragen – BAFA-gelisteten Berater wählen (wichtig für Förderung!)
  • Individuellen Sanierungsfahrplan (iSFP) erstellen lassen – bringt 5 % Extra-Förderung
  • Effizienzhaus-Stufe als Ziel definieren (EH 85, 70, 55 oder 40)
  • Heizlastberechnung für den gedämmten Zustand anfordern
## Phase 2: Planung & Budget (2–4 Wochen) ### Budget festlegen
  • Sanierungsrechner nutzenHier klicken für eine erste Kostenschätzung
  • Sanierungsumfang definieren – Teil-, Komplett- oder Kernsanierung?
  • Prioritäten setzen – Was muss sofort, was kann später?
  • Puffer einplanen – Mindestens 15–20 % Reserve (Altbau: 20–25 %)
  • Finanzierung klären – Eigenkapital, KfW-Kredit, Bausparvertrag?
### Förderungen beantragen (VOR Baubeginn!)
  • BAFA-Antrag für Einzelmaßnahmen (Dämmung, Fenster, Solar)
  • KfW-Antrag für Effizienzhaus-Sanierung (Kredit + Zuschuss)
  • Heizungstausch-Prämie beantragen (bis 70 % Zuschuss)
  • Kommunale Förderungen prüfen (Stadt/Gemeinde/Land)
  • § 35c EStG prüfen – Alternative zur Zuschussförderung (20 % steuerlich absetzbar)
⚠️ Kritisch: Alle Förderanträge müssen vor Beginn der Baumaßnahmen gestellt und genehmigt werden. Wer zuerst baut und dann Förderung beantragt, geht leer aus!
## Phase 3: Angebote & Handwerker (3–6 Wochen)
  • 3 Angebote pro Gewerk einholen – mindestens! Vergleichen Sie Leistungsverzeichnisse
  • Referenzen prüfen – Fragen Sie nach ähnlichen Projekten, besuchen Sie ggf. eine Baustelle
  • Qualifikationen checken – Meisterbetrieb? Innungsmitglied? Dena-gelistet?
  • Zeitplan abstimmen – Wann kann welches Gewerk starten? Wie lange dauert es?
  • Verträge prüfen – VOB oder BGB-Werkvertrag? Gewährleistung? Zahlungsplan?
  • Versicherungen – Bauherrenhaftpflicht und ggf. Bauleistungsversicherung abschließen

→ Mehr dazu: Handwerkerrechnung prüfen – Checkliste

## Phase 4: Vorbereitung (1–2 Wochen vor Baubeginn)
  • Genehmigungen – Baugenehmigung nötig? (bei Anbau, Aufstockung, Nutzungsänderung)
  • Nachbarn informieren – Lärm, Gerüst, Baufahrzeuge
  • Möbel räumen – Betroffene Räume komplett leeren oder abdecken
  • Übergangswohnung – Bei Komplettsanierung: Alternative organisieren
  • Baustelleneinrichtung – Container, Baustrom, Baustellentoilette klären
  • Halteverbotszone – Für Containerstellung und Material-Anlieferung beantragen
  • Versorgungsleitungen – Wasser, Strom, Gas: Wann und wie lange abgestellt?
## Phase 5: Bauphase (4–14 Monate)
  • Bautagebuch führen – Fortschritt, Abweichungen, Mängel täglich dokumentieren
  • Regelmäßige Baubegehungen – Mindestens wöchentlich den Fortschritt prüfen
  • Reihenfolge einhaltenDie richtige Sanierungsreihenfolge
  • Trocknungszeiten beachten – Estrich: 4 Wochen, Putz: 1–2 Wochen
  • Abschlagszahlungen dokumentieren – Nur nach Baufortschritt zahlen
  • Änderungen schriftlich vereinbaren – Keine mündlichen Absprachen für Zusatzarbeiten
  • Fotos machen – Vor dem Verschließen: Alle Leitungen, Rohre, Installationen fotografieren
💡 Meister-Tipp: Fotografieren Sie alle verdeckten Installationen (Leitungen, Rohre, Anschlüsse) bevor sie verputzt werden. Bei späteren Reparaturen oder Umbauten wissen Sie genau, wo was liegt – das spart teures Suchen und Aufschlitzen.
## Phase 6: Abnahme & Abschluss (1–2 Wochen)
  • Abnahmeprotokoll – Jedes Gewerk einzeln abnehmen, Mängel schriftlich dokumentieren
  • Mängelliste erstellen – Mit Frist zur Nachbesserung (üblicherweise 2–4 Wochen)
  • Schlussrechnung prüfen – Stimmt mit Angebot/Auftrag überein?
  • Gewährleistungsfristen notieren – VOB: 4 Jahre, BGB: 5 Jahre
  • Verwendungsnachweise – Für BAFA/KfW innerhalb der Frist einreichen
  • Energieausweis aktualisieren – Nach energetischer Sanierung neu ausstellen lassen
  • Versicherungen anpassen – Gebäudeversicherung an neuen Wert anpassen
  • Unterlagen archivieren – Alle Rechnungen, Garantien, Pläne aufbewahren
## Die 5 häufigsten Sanierungsfehler

Aus unserer Erfahrung mit hunderten Sanierungsprojekten – diese Fehler sehen wir immer wieder:

❌ Fehler 1: Förderung nachträglich beantragen

Der teuerste Fehler: Erst sanieren, dann Förderung beantragen. BAFA und KfW verlangen die Antragstellung vor Baubeginn. Verlust: oft 10.000–50.000 €.

❌ Fehler 2: Kein Gesamtkonzept

Nur die Fenster tauschen, ohne die Fassade zu dämmen? Das verschiebt den Taupunkt und kann zu Schimmel führen. Ein iSFP vom Energieberater verhindert solche Fehler.

❌ Fehler 3: Zu wenig Puffer im Budget

Im Altbau lauern Überraschungen: Asbest in den Bodenplatten, marode Balken unter dem Estrich, Bleileitungen im Mauerwerk. Planen Sie 20–25 % Reserve ein.

❌ Fehler 4: Falsche Reihenfolge

Erst den neuen Boden legen, dann die Heizungsrohre tauschen? Das passiert öfter als man denkt. → Die richtige Sanierungsreihenfolge

❌ Fehler 5: Keine schriftlichen Vereinbarungen

Mündliche Absprachen auf der Baustelle sind vor Gericht wertlos. Jede Änderung, jede Zusatzleistung schriftlich festhalten. Ein einfaches Foto + E-Mail reicht oft aus.

💡 Aus der Praxis: Ein Paar aus Köln hat ihr EFH (Baujahr 1972, 140 m²) saniert. Durch den iSFP und die richtige Reihenfolge (erst Dämmung, dann Heizungstausch, dann Fenster) haben sie 18.000 € an Förderung mehr erhalten als ohne Konzept. Die Energieberatung hat 1.800 € gekostet – und sich zehnfach gelohnt.
## Checkliste zum Download

Sie können diese Checkliste als Grundlage für Ihre eigene Planung verwenden. Passen Sie die Punkte an Ihr Projekt an und streichen Sie nicht relevante Positionen.

## Häufige Fragen zur Sanierungsplanung ### Wie lange dauert die Planung einer Sanierung?

Die reine Planungsphase (Bestandsaufnahme, Energieberatung, Angebote einholen, Förderung beantragen) dauert typischerweise 2–4 Monate. Bei Komplettsanierungen mit Architektenplanung und Baugenehmigung auch 4–6 Monate.

### Was ist der häufigste Planungsfehler?

Der häufigste Fehler ist, Förderanträge nicht rechtzeitig zu stellen. BAFA und KfW verlangen, dass der Antrag vor Baubeginn genehmigt wird. Wer erst baut und dann Förderung beantragt, verliert schnell 10.000–50.000 € an Zuschüssen.

### Brauche ich einen Architekten für die Sanierung?

Für eine Komplett- oder Kernsanierung ist ein Architekt oder Bauleiter empfehlenswert (8–12 % der Bausumme). Bei kleineren Sanierungen (nur Bad + Boden) genügt die direkte Koordination mit den Handwerkern.

### Was kostet ein Energieberater?

Ein individueller Sanierungsfahrplan (iSFP) kostet 1.500–2.500 €, davon übernimmt das BAFA 80 % (max. 1.300 €). Ihr Eigenanteil liegt also bei 200–1.200 €. Diese Investition bringt Ihnen 5 % Extra-Förderung auf alle Einzelmaßnahmen. → iSFP im Detail

### Lohnt sich eine Komplettsanierung oder besser schrittweise?

Thermisch hängt alles zusammen: Komplett ist effizienter und günstiger als schrittweise. Aber nicht jeder hat 100.000+ € auf einmal. Wenn schrittweise, dann in dieser Reihenfolge: (1) Dach/Fassade dämmen, (2) Fenster tauschen, (3) Heizung erneuern. So vermeiden Sie Schäden durch falsche Reihenfolge.

## Jetzt Budget ermitteln

Starten Sie Ihre Planung mit unserem Sanierungsrechner. Weitere Ratgeber:

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