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Sanierung Reihenfolge: Der richtige Ablauf für Ihre Renovierung

In welcher Reihenfolge saniert man ein Haus? Der optimale Ablauf von Dach bis Außenanlagen – mit Zeitplan, Tipps und typischen Fehlern.

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12. Februar 2026

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Die richtige Reihenfolge bei einer Sanierung entscheidet darüber, ob Ihr Projekt reibungslos und kostensparend verläuft – oder zum teuren Chaos wird. Wer zuerst den Boden verlegt und dann die Wände verputzt, zahlt doppelt. In diesem Ratgeber erfahren Sie den optimalen Ablauf einer Sanierung, typische Fehler und wie erfahrene Handwerker vorgehen.

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Die optimale Sanierungsreihenfolge auf einen Blick

Phase Gewerk Warum diese Reihenfolge? Dauer (EFH)
1 Dach & Dachstuhl Schutz von oben – sonst Wasserschäden an neuen Materialien 2–4 Wochen
2 Fassade & Dämmung Gebäudehülle thermisch schließen, bevor Heizung dimensioniert wird 3–6 Wochen
3 Fenster & Türen Luftdichtheit herstellen, bevor innen gearbeitet wird 1–2 Wochen
4 Rohinstallation Sanitär Leitungen ziehen bevor Wände geschlossen werden 1–2 Wochen
5 Rohinstallation Elektro Schlitze fräsen, Kabel ziehen, Verteilung setzen 1–2 Wochen
6 Heizung installieren Jetzt auf gedämmte Hülle berechnet – richtige Dimensionierung 2–3 Wochen
7 Trockenbau & Innenputz Alle Installationen verdecken, Flächen ebnen 2–3 Wochen
8 Estrich Fußbodenheizung einbetten, mindestens 4 Wochen trocknen! 1 Woche + 4 Wochen Trocknungszeit
9 Fliesen (Bäder & Küche) Nassbereiche vor dem Trockenbereich fertigstellen 1–2 Wochen
10 Malerarbeiten Decken und Wände streichen, bevor Boden gelegt wird 1–2 Wochen
11 Bodenbelag Ganz am Ende – so werden Kratzer und Verschmutzungen vermieden 1–2 Wochen
12 Endmontage (Sanitär + Elektro) Steckdosen, Schalter, Armaturen, Sanitärobjekte montieren 1 Woche
13 Außenanlagen Terrasse, Garten, Zaun – wenn alle Baufahrzeuge weg sind 2–4 Wochen

Gesamtdauer Komplettsanierung EFH: ca. 4–8 Monate (abhängig von Umfang und Trocknungszeiten).

Die 7 schlimmsten Reihenfolge-Fehler

⚠️ Diese Fehler werden teuer:
  1. Boden vor Maler: Farbspritzer auf neuem Parkett → Neuverlegen (5.000–15.000 €)
  2. Heizung vor Dämmung: Überdimensionierte Wärmepumpe → 3.000–5.000 € Mehrkosten
  3. Boden vor Estrich-Trocknung: Feuchteschaden, Schimmelgefahr → Komplett-Neuaufbau
  4. Innen vor Dach: Regenwasser zerstört neuen Putz → Reparatur 2.000–5.000 €
  5. Elektro nach Putz: Schlitze in neuen Putz fräsen → doppelte Arbeit
  6. Außenanlagen vor Bauende: Baufahrzeuge zerstören neue Terrasse → 3.000–8.000 €
  7. Fliesen vor Rohinstallation: Leitungen nachträglich verlegen = Fliesen zerstören

Parallele Gewerke: Was gleich­zeitig laufen kann

Nicht alles muss nacheinander passieren. Diese Gewerke können parallel arbeiten:

  • Dach + Keller abdichten: Oben und unten gleichzeitig möglich
  • Elektro + Sanitär (Rohinstallation): Verschiedene Bereiche gleichzeitig
  • Fassade + Fenster: Gerüst steht für beide Gewerke
  • Trockenbau + Putzarbeiten: In verschiedenen Räumen parallel
  • Maler Obergeschoss + Boden Erdgeschoss: Etagen­weise abarbeiten
💡 Meister-Tipp: Erstellen Sie einen Bauzeitenplan (Balkendiagramm) mit allen Gewerken und Abhängigkeiten. Lassen Sie zwischen den Gewerken je 2–3 Tage Puffer – Verzögerungen bei einem Gewerk verschieben sonst die gesamte Kette.

Zeitplan-Beispiel: Komplettsanierung EFH (5 Monate)

Monat Gewerke
Monat 1 Baustelleneinrichtung, Rückbau, Dach beginnen
Monat 2 Dach fertig, Fassade + Fenster, Rohinstallation Sanitär + Elektro
Monat 3 Heizung, Trockenbau, Innenputz, Estrich gießen
Monat 4 Estrich trocknet, Fliesen in Bädern, Maler beginnen
Monat 5 Bodenbelag, Endmontage, Außenanlagen, Reinigung, Abnahme

Sonderfall: Bewohnte Sanierung

Wenn Sie während der Sanierung im Haus wohnen, ändert sich die Reihenfolge:

  • Raum für Raum: Statt parallel arbeiten, nacheinander pro Raum oder Etage
  • Provisorisches Bad/Küche: Ein Bad muss immer nutzbar bleiben
  • Staubschutz: Folienwände zwischen Wohn- und Baustelle (1.200–2.000 €)
  • Zeitfaktor: Bewohnte Sanierung dauert 30–50 % länger
  • Psychofaktor: Monate im Baustaub sind belastend – planen Sie "Flucht"-Wochenenden ein

Häufige Fragen zur Sanierungsreihenfolge

In welcher Reihenfolge saniert man ein Haus?

Von außen nach innen und von oben nach unten: Dach → Fassade → Fenster → Heizung → Elektro → Putz → Estrich → Fliesen → Maler → Boden → Endmontage → Außenanlagen. Diese Reihenfolge verhindert Folgeschäden und doppelte Arbeit.

Was kommt zuerst: Elektro oder Sanitär?

Beide Rohinstallationen können parallel laufen, da sie unterschiedliche Bereiche betreffen. Wichtig ist, dass beide vor dem Verputzen fertig sind. Im Zweifelsfall: Sanitär zuerst, da Wasseranschlüsse aufwändiger sind.

Wann wird der Bodenbelag verlegt?

Der Bodenbelag kommt immer ganz zum Schluss – nach dem Malen der Decken und Wände. Nur so vermeiden Sie Kratzer und Farbflecken. Fliesen in Bädern sind die Ausnahme: Die werden direkt nach dem Estrich verlegt.

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