Mietrendite berechnen: Brutto, Netto & Eigenkapitalrendite erklärt (2026)
Mietrendite berechnen: Brutto- und Nettomietrendite, Eigenkapitalrendite und Cashflow einer Kapitalanlage-Immobilie verständlich erklärt – mit Rechenbeispielen und Praxis-Tipps.
Finanzexperte handwerk.cloud
15. Februar 2026
Kurz & knapp: Mietrendite berechnen
Bruttomietrendite = Jahresmiete ÷ Kaufpreis × 100. Ab 4 % brutto / 3 % netto gilt eine Immobilie als rentable Kapitalanlage. Die Nettomietrendite liegt typischerweise 1,0–1,5 Prozentpunkte unter der Bruttorendite, weil Kaufnebenkosten (8–15 %) und laufende Kosten die Rendite schmälern.
Eine Eigentumswohnung für 250.000 € mit 850 € Kaltmiete klingt nach einer soliden Anlage – 4,08 % Bruttorendite. Doch rechnen Sie alle Kosten dazu, bleiben nur noch 2,93 % Nettorendite. Genau diese Differenz von über einem Prozentpunkt unterschätzen die meisten Einsteiger – und kaufen am Ende Immobilien, die sich nie rechnen.
In diesem Ratgeber zeigen wir Ihnen Schritt für Schritt, wie Sie Bruttomietrendite, Nettomietrendite und Eigenkapitalrendite korrekt berechnen, welche versteckten Kosten Ihre Rendite auffressen und ab wann sich eine Kapitalanlage wirklich lohnt – mit konkreten Zahlen aus dem deutschen Markt 2026.
Was ist die Mietrendite?
Die Mietrendite zeigt Ihnen, wie viel Prozent Ihres eingesetzten Kapitals Sie jährlich durch Mieteinnahmen zurückverdienen. Sie ist das wichtigste Kriterium, um den finanziellen Erfolg einer Immobilieninvestition zu messen – vergleichbar mit der Rendite einer Aktie oder eines Sparkontos, aber mit dem Vorteil von Fremdkapitalhebel und Inflationsschutz.
Es gibt drei wesentliche Rendite-Kennzahlen, die Sie kennen müssen:
| Kennzahl | Formel | Was sie aussagt |
|---|---|---|
| Bruttomietrendite | Jahresmiete ÷ Kaufpreis × 100 | Erster Schnellcheck – ohne Nebenkosten |
| Nettomietrendite | (Jahresmiete − Kosten) ÷ Gesamtkosten × 100 | Reale Rendite nach allen laufenden Kosten |
| Eigenkapitalrendite | Jahresüberschuss ÷ Eigenkapital × 100 | Rendite auf Ihr tatsächlich eingesetztes Geld |
Hinweis: Zusätzlich gibt es den Kaufpreisfaktor (auch „Vervielfältiger"): Kaufpreis ÷ Jahresmiete. Er zeigt, wie viele Jahre Mieteinnahmen Sie brauchen, um den Kaufpreis zurückzubekommen. Unter 20 gilt als günstig, über 30 als teuer.
Bruttomietrendite berechnen
Die Bruttomietrendite ist der einfachste Schnellcheck. Sie vergleicht die Jahresmiete direkt mit dem Kaufpreis – ohne Berücksichtigung von Nebenkosten, laufenden Kosten oder Finanzierung.
Formel
Bruttomietrendite = (Monatliche Kaltmiete × 12) ÷ Kaufpreis × 100
Beispielrechnung
Rechenbeispiel: Bruttomietrendite
- Kaufpreis: 250.000 €
- Monatliche Kaltmiete: 850 €
- Jahresmiete: 850 × 12 = 10.200 €
- Bruttomietrendite: 10.200 ÷ 250.000 × 100 = 4,08 %
- Kaufpreisfaktor: 250.000 ÷ 10.200 = 24,5 (24,5 Jahresmieten)
Einordnung: 4,08 % Bruttomietrendite ist ein solider Wert. In begehrten Großstädten wie München oder Hamburg liegen die Bruttorenditen oft nur bei 2,5–3,5 %, während in B- und C-Lagen durchaus 5–7 % möglich sind.
Aber Vorsicht: Diese Zahl ist trügerisch optimistisch. Sie verrät Ihnen nicht, was am Monatsende wirklich übrig bleibt. Dazu brauchen Sie die Nettomietrendite.
⚠️ Warum die Bruttomietrendite nicht reicht
Die Bruttomietrendite ist ein nütziger Schnellfilter, aber keine belastbare Entscheidungsgrundlage. Sie ignoriert:
- Kaufnebenkosten (8–15 % des Kaufpreises!)
- Nicht umlagefähige Kosten (Hausverwaltung, Instandhaltung)
- Leerstandsrisiko
- Finanzierungskosten (Zinsen)
Deshalb ist die Nettomietrendite die aussagekräftigere Kennzahl.
Nettomietrendite berechnen
Die Nettomietrendite berücksichtigt die tatsächlichen Kosten – sowohl die Kaufnebenkosten als auch die laufenden, nicht umlagefähigen Kosten. Sie zeigt, was von der Miete wirklich bei Ihnen ankommt.
Formel
Nettomietrendite = (Jahresmiete − nicht umlagefähige Kosten − Mietausfallrisiko − Instandhaltung) ÷ (Kaufpreis + Kaufnebenkosten) × 100
Kaufnebenkosten nach Bundesland
Die Kaufnebenkosten variieren stark, weil die Grunderwerbsteuer je nach Bundesland unterschiedlich hoch ist:
| Bundesland | Grunderwerbsteuer | Typische Gesamtnebenkosten |
|---|---|---|
| Bayern | 3,5 % | ca. 9,0 % |
| Sachsen | 3,5 % | ca. 9,0 % |
| Baden-Württemberg | 5,0 % | ca. 10,5 % |
| Hessen, Berlin | 6,0 % | ca. 11,5 % |
| NRW, Saarland | 6,5 % | ca. 12,0 % |
| Brandenburg, Schleswig-Holstein, Thüringen | 6,5 % | ca. 12,0 % |
Typische Gesamtnebenkosten: Grunderwerbsteuer + Notar & Grundbuch (~2,0 %) + Maklerprovision (~3,57 %). Ohne Makler sinken die Nebenkosten um 3–4 Prozentpunkte.
Laufende Kosten, die Sie einplanen müssen
Neben den Kaufnebenkosten gibt es laufende Kosten, die Ihre Rendite schmälern – und die Sie nicht auf den Mieter umlegen können:
| Kostenposition | Typischer Wert | Bemerkung |
|---|---|---|
| Hausgeld (nicht umlagefähig) | 20–35 % des Hausgelds | Instandhaltungsrücklage, Verwaltungskosten |
| Instandhaltungsrücklage | 7–12 €/m²/Jahr | Peterssche Formel: 1,5 % der Herstellungskosten/a |
| Mietausfallrisiko | 2–4 % der Jahresmiete | Leerstand, Mieterwechsel, Mietausfall |
| Hausverwaltung | 20–35 €/Monat | Nicht umlagefähig! Teil des Hausgelds. |
Beispielrechnung: Nettomietrendite
Rechenbeispiel: Nettomietrendite
Ausgangsdaten: Kaufpreis 250.000 €, Kaltmiete 850 €/Monat, 75 m² Wohnfläche, NRW
Kaufnebenkosten:
- Grunderwerbsteuer (6,5 %): 16.250 €
- Notar & Grundbuch (2,0 %): 5.000 €
- Maklerprovision (3,57 %): 8.925 €
- Kaufnebenkosten gesamt: 30.175 €
- Gesamtkosten: 250.000 + 30.175 = 280.175 €
Laufende Kosten (jährlich):
- Nicht umlagef. Hausgeld (2,10 €/m²/Monat × 75 m² × 50 % × 12): 945 €
- Instandhaltung (10 €/m²/Jahr × 75 m²): 750 €
- Mietausfallrisiko (3 % von 10.200 €): 306 €
- Laufende Kosten gesamt: 2.001 €
Nettomietrendite:
- Netto-Jahresertrag: 10.200 − 2.001 = 8.199 €
- Nettomietrendite: 8.199 ÷ 280.175 × 100 = 2,93 %
Fazit: Von den 4,08 % Bruttorendite bleiben nach Berücksichtigung aller Kosten nur noch 2,93 % Nettorendite. Das ist der Unterschied, den viele Anfänger unterschätzen – und genau deshalb sollten Sie immer mit der Nettomietrendite rechnen.
Doch die Nettorendite allein erzählt noch nicht die ganze Geschichte. Wenn Sie einen Bankkredit nutzen, kommt der sogenannte Leverage-Effekt ins Spiel – und der kann Ihre Rendite auf das eingesetzte Eigenkapital vervielfachen.
Eigenkapitalrendite: Der Hebel-Effekt
Die Eigenkapitalrendite (EK-Rendite) ist die Kennzahl, die Immobilien-Investoren am meisten interessiert. Sie zeigt, wie viel Rendite Sie auf Ihr tatsächlich eingesetztes Eigenkapital erzielen – und hier kommt der berühmte Leverage-Effekt (Fremdkapitalhebel) ins Spiel.
Formel
Eigenkapitalrendite = (Netto-Jahresertrag − Zinsen) ÷ Eigenkapital × 100
So funktioniert der Hebel
Wenn Sie eine Immobilie teilweise mit Fremdkapital (Bankkredit) finanzieren und die Nettomietrendite höher ist als der Darlehenszins, „hebeln" Sie Ihre Eigenkapitalrendite nach oben. Je weniger Eigenkapital Sie einsetzen, desto höher die EK-Rendite – aber auch das Risiko.
| Szenario | Eigenkapital | Darlehen | EK-Rendite | Monatl. Cashflow |
|---|---|---|---|---|
| 100 % Eigenkapital | 280.175 € | 0 € | 2,93 % | +683 € |
| 50 % Eigenkapital | 140.088 € | 140.088 € | ~2,1 % | +246 € |
| 20 % Eigenkapital | 56.035 € | 224.140 € | ~0,4 % | −312 € |
| Nur Nebenkosten (10 %) | 30.175 € | 250.000 € | negativ | −476 € |
Beispiel mit 3,8 % Zinsen und 2 % Tilgung. Bei niedrigeren Zinsen verschiebt sich der Break-even zugunsten geringerer EK-Quoten.
💡 Meister-Tipp: Negativer Cashflow ≠ schlechte Investition
Ein negativer monatlicher Cashflow bedeutet nicht automatisch, dass sich die Immobilie nicht lohnt. Denn neben dem Cashflow gibt es zwei weitere Renditequellen:
- Tilgung: Mit jeder Rate zahlen Sie Schulden ab – Ihr Eigenkapital wächst
- Wertsteigerung: Historisch 2–3 % pro Jahr (langfristiger Durchschnitt)
Die Gesamtrendite (Cashflow + Tilgung + Wertsteigerung) liegt bei vielen Kapitalanlagen bei 6–10 % pro Jahr, selbst wenn der Cashflow leicht negativ ist. Wichtig ist nur, dass Sie sich den monatlichen Zuschuss dauerhaft leisten können.
Kaufpreisfaktor: Der schnelle Richtwert
Der Kaufpreisfaktor (auch Vervielfältiger) zeigt, nach wie vielen Jahren sich der Kaufpreis durch die Mieteinnahmen amortisiert hat:
Kaufpreisfaktor = Kaufpreis ÷ Jahresnettokaltmiete
| Kaufpreisfaktor | Bewertung | Typische Lage |
|---|---|---|
| unter 15 | Sehr günstig | D-Lagen, strukturschwache Regionen |
| 15 – 20 | Günstig | B-/C-Städte, attraktive Mittelstädte |
| 20 – 25 | Moderat | A-Städte (Randlagen), starke B-Städte |
| 25 – 30 | Teuer | A-Städte (gute Lagen), München Umland |
| über 30 | Sehr teuer | München Innenstadt, Top-Lagen Hamburg/FFM |
Faustregeln für Kapitalanleger:
- Ein Kaufpreisfaktor unter 20 gilt als kapitalanlegerfreundlich
- Ab einem Faktor von 25 setzen Sie stark auf Wertsteigerung (Spekulation)
- Über 30 müssen die Mieten erheblich steigen, damit sich die Investition rechnet
Durchschnittliche Mietrenditen 2026: Deutschland
Die durchschnittlichen Bruttomietrenditen variieren stark nach Standort. Hier eine Übersicht der größten deutschen Städte:
| Stadt | Ø Kaufpreis/m² | Ø Miete/m² | Bruttomietrendite |
|---|---|---|---|
| München | 8.500 € | 21,50 € | 3,0 % |
| Hamburg | 5.800 € | 15,00 € | 3,1 % |
| Frankfurt a. M. | 5.200 € | 15,50 € | 3,6 % |
| Berlin | 4.800 € | 14,00 € | 3,5 % |
| Köln | 4.200 € | 13,50 € | 3,9 % |
| Düsseldorf | 4.000 € | 13,00 € | 3,9 % |
| Leipzig | 2.800 € | 9,50 € | 4,1 % |
| Dresden | 2.600 € | 9,00 € | 4,2 % |
| Duisburg, Gelsenkirchen | 1.500 € | 7,50 € | 6,0 % |
Angaben: Richtwerte 2025/2026 für Bestandswohnungen. Quelle: Immobilienportale, eigene Recherche. Die Nettomietrendite liegt jeweils ca. 1,0–1,5 Prozentpunkte unter der Bruttorendite.
Den höchsten Renditen stehen höhere Risiken gegenüber: In Städten wie Duisburg oder Gelsenkirchen locken 6 % brutto, aber Leerstände und sinkende Bevölkerungszahlen können die Rendite schnell auffressen. Was zählt, ist nicht die Rendite auf dem Papier, sondern die langfristige Cashflow-Entwicklung.
10-Jahres-Cashflow-Prognose: Lohnt sich die Immobilie langfristig?
Kluge Kapitalanleger denken in Dekaden, nicht in Monaten. Die folgende 10-Jahres-Prognose zeigt, wie sich Mietsteigerungen, Tilgung und Ihr wachsendes Eigenkapital entwickeln – und warum ein anfänglich negativer Cashflow kein Ausschlusskriterium ist:
| Jahr | Jahresmiete | Lfd. Kosten | Rate (Zins+Tilg.) | Cashflow/Jahr |
|---|---|---|---|---|
| 1 | 10.200 € | 2.001 € | 12.110 € | −3.911 € |
| 3 | 10.612 € | 2.001 € | 12.110 € | −3.499 € |
| 5 | 11.040 € | 2.001 € | 12.110 € | −3.071 € |
| 7 | 11.487 € | 2.001 € | 12.110 € | −2.624 € |
| 10 | 12.190 € | 2.001 € | 12.110 € | +79 € |
Annahmen: 2 % jährliche Mietsteigerung, konstante laufende Kosten (konservativ). Finanzierung: 80 % FK bei 3,8 % Zinsen, 2 % Tilgung. Ab Jahr 10 wird das Objekt cashflow-neutral.
Die Tilgung über 10 Jahre summiert sich auf ca. 42.000 € – das ist Ihr Vermögensaufbau, der in keiner Cashflow-Betrachtung erscheint, aber Ihnen gehört. Zusammen mit einer konservativen Wertsteigerung von 2 % p. a. ergibt sich ein Vermögenszuwachs von über 100.000 € in 10 Jahren – bei nur ca. 30.000 € Eigenkapitaleinsatz.
Und es gibt noch einen weiteren Rendite-Baustein, den viele Einsteiger übersehen: die steuerliche Seite.
Steuerliche Vorteile: AfA und Werbungskosten
Ein entscheidender Vorteil von Immobilien-Kapitalanlagen sind die steuerlichen Abzugsmöglichkeiten:
- Gebäude-AfA: 2 % pro Jahr (Baujahr ab 1925) oder 2,5 % (vor 1925) – nur auf den Gebäudeanteil, nicht auf den Grundstücksanteil. Bei 250.000 € und 70 % Gebäudeanteil: 175.000 × 2 % = 3.500 € Abschreibung pro Jahr
- Darlehenszinsen: Voll als Werbungskosten absetzbar
- Instandhaltungskosten: Sofort abzugsfähig (bis 4.000 € netto / 15 % des Gebäudewerts)
- Fahrtkosten, Hausverwaltung, Versicherungen: Ebenfalls absetzbar
Bei einem Steuersatz von 42 % (Spitzenverdiener) kann die steuerliche Ersparnis die effektive Rendite erheblich verbessern – in unserem Beispiel um ca. 1,0–1,5 Prozentpunkte.
💡 Meister-Tipp: AfA nicht vergessen!
Viele Kapitalanleger vergessen die AfA (Absetzung für Abnutzung) in ihrer Renditeberechnung. Bei einem Kaufpreis von 250.000 € mit 70 % Gebäudeanteil sparen Sie durch die AfA allein 1.470 € Steuern pro Jahr (bei 42 % Grenzsteuersatz). Über 50 Jahre Nutzungsdauer sind das 73.500 € Steuerersparnis – ein gewaltiger Renditefaktor!
Checkliste: 10 Punkte vor dem Kauf prüfen
- Bruttomietrendite über 4 %? – Erster Schnellfilter
- Nettomietrendite über 3 %? – Nach allen Kosten noch rentabel?
- Kaufpreisfaktor unter 25? – Sonst setzen Sie auf Wertsteigerung
- Mietspiegel geprüft? – Liegt die aktuelle Miete im Rahmen?
- Hausgeldabrechnung eingesehen? – Nicht umlagefähige Kosten kennen
- Instandhaltungsrücklage der WEG ausreichend? – Mindestens 7 €/m²/Jahr
- Mietvertrag geprüft? – Mieterhöhungspotenzial vorhanden?
- Lage analysiert? – Bevölkerungsentwicklung, Infrastruktur, Arbeitgeber
- Finanzierung durchgerechnet? – Mit Puffer für Zinsanstieg nach Zinsbindung
- Steuerliche Auswirkungen simuliert? – AfA, Zinsen, Werbungskosten
🧮 Rendite selbst berechnen
Unser kostenloser Mietrendite-Rechner berechnet automatisch Bruttomietrendite, Nettomietrendite, Eigenkapitalrendite, monatlichen Cashflow und eine 10-Jahres-Prognose – mit allen Kaufnebenkosten und laufenden Kosten.
Häufige Fragen zur Mietrendite
Ab welcher Mietrendite lohnt sich eine Kapitalanlage?
Als Faustregel gilt: Die Nettomietrendite sollte mindestens 3,0 % betragen, damit sich die Investition nach Kosten lohnt. In Top-Lagen akzeptieren Anleger auch 2,5 %, wenn sie auf Wertsteigerung setzen. Unter 2 % Nettorendite ist die Immobilie als reine Rendite-Anlage kaum noch sinnvoll.
Wie unterscheiden sich Brutto- und Nettomietrendite?
Die Bruttomietrendite vergleicht Jahresmiete und Kaufpreis – ohne Nebenkosten. Die Nettomietrendite bezieht Kaufnebenkosten (8–15 %) und laufende nicht umlagefähige Kosten ein. Die Nettomietrendite liegt typischerweise 1,0–1,5 Prozentpunkte unter der Bruttorendite.
Was ist ein guter Kaufpreisfaktor?
Ein Kaufpreisfaktor unter 20 gilt als kapitalanlegerfreundlich (Bruttomietrendite über 5 %). Zwischen 20 und 25 ist moderat, über 25 wird es teuer. In München liegt der Faktor bei über 30, in ostdeutschen Großstädten wie Leipzig oft bei 18–22.
Welche Kosten kann ich bei Kapitalanlage-Immobilien steuerlich absetzen?
Sie können Darlehenszinsen, Gebäude-AfA (2 % p. a.), Hausverwaltung, Instandhaltung, Fahrtkosten, Versicherungen und weitere Werbungskosten von den Mieteinnahmen abziehen. Bei einem Steuersatz von 42 % kann die steuerliche Ersparnis die effektive Rendite um 1,0–1,5 Prozentpunkte verbessern.
Soll ich lieber in einer Großstadt oder auf dem Land investieren?
In Großstädten (A-Lagen) erwarten Sie niedrige Mietrenditen (2,5–3,5 %), aber geringes Leerstandsrisiko und höhere Wertsteigerung. Auf dem Land oder in B-Städten liegen Renditen bei 4–7 %, aber mit höherem Leerstandsrisiko. Die beste Balance bieten oft wachsende B-Städte (Leipzig, Dresden, Hannover) mit 3,5–4,5 % Bruttorendite.
Fazit: Mietrendite richtig berechnen – und richtig interpretieren
Die Mietrendite ist das wichtigste Werkzeug, um Kapitalanlage-Immobilien zu bewerten – aber nur, wenn Sie sie richtig nutzen. Die drei wichtigsten Regeln:
- Rechnen Sie immer mit der Nettomietrendite – die Bruttorendite täuscht eine 1–1,5 Prozentpunkte höhere Rendite vor, die in der Realität nicht ankommt
- Berücksichtigen Sie den gesamten Vermögensaufbau: Cashflow ist nur eine von vier Renditequellen (+ Tilgung + Wertsteigerung + Steuervorteil)
- Denken Sie in 10-Jahres-Zyklen: Eine Immobilie, die im Jahr 1 Cashflow-negativ ist, kann über die Gesamtlaufzeit trotzdem 6–10 % p. a. Gesamtrendite erzielen
Mit unserem Mietrendite-Rechner können Sie alle Kennzahlen in Sekunden berechnen – inklusive 10-Jahres-Prognose. Ergänzend empfehlen wir den Baufinanzierungsrechner, um die optimale Finanzierungsstruktur zu finden.
Weiterführende Artikel
- Kapitalanlage Immobilie: Checkliste für Einsteiger – Von der Lage-Analyse bis zum Mietvertrag
- Baufinanzierung für Einsteiger – Rate, Tilgung & typische Fehler
- Hausbau Nebenkosten 2026 – Alle versteckten Kosten im Überblick
- Handwerkerrechnung absetzen – Steuern sparen bei Renovierung
Verwandte Begriffe im Lexikon
- Steuerbonus Handwerkerleistungen – Absetzbarkeit bei vermieteten Immobilien
- Kostenvoranschlag – Vor der Sanierung einholen