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Hausbau Nebenkosten: Checkliste aller versteckten Kosten (2026)

Hausbau Nebenkosten Checkliste: Grunderwerbsteuer, Notar, Makler, Erschließung, Baunebenkosten und Reserven – was über den Kaufpreis hinaus anfällt.

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Baufinanzierungsexperte handwerk.cloud

15. Februar 2026

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Kurz & knapp: Hausbau Nebenkosten

Planen Sie mit 15–20 % Nebenkosten auf das Gesamtprojekt. Bei 350.000 €: ca. 67.000 € zusätzlich. Größte Posten: Grunderwerbsteuer (3,5–6,5 %), Erschließung (5.000–15.000 €), Außenanlagen (10.000–30.000 €). Kaufnebenkosten müssen aus Eigenkapital bezahlt werden – Banken finanzieren sie nicht mit.

67.205 € Nebenkosten – so viel muss eine Familie in NRW bei einem 350.000-€-Hausbau-Projekt zusätzlich einplanen. Das sind 19,2 % des Gesamtbudgets. Wer diese Summe nicht von Anfang an einkalkuliert, steht mitten im Bau vor einer Finanzierungslücke, die im schlimmsten Fall die gesamte Baufinanzierung gefährdet.

In diesem Ratgeber listen wir alle Nebenkosten auf – in 3 Kategorien, mit konkreten Beträgen und einer Checkliste zum Abhaken.

Nebenkosten im Überblick: 3 Kategorien

Kategorie Anteil Typ. Betrag (350.000 € Projekt)
1. Kaufnebenkosten 8 – 15 % des Kaufpreises 28.000 – 52.500 €
2. Baunebenkosten 3 – 8 % der Baukosten 10.500 – 28.000 €
3. Weitere Nebenkosten 1 – 3 % der Gesamtkosten 3.500 – 10.500 €

1. Kaufnebenkosten: Die „Pflicht"-Kosten

Diese Kosten fallen bei jedem Grundstückskauf an – ohne Ausnahme:

Kostenart Prozent Beispiel (150.000 € Grundstück)
Grunderwerbsteuer 3,5 – 6,5 % (je Bundesland) 5.250 – 9.750 €
Notarkosten 1,5 – 2,0 % 2.250 – 3.000 €
Grundbucheintrag 0,5 – 1,0 % 750 – 1.500 €
Maklerprovision (wenn Makler) 3,57 – 7,14 % 5.355 – 10.710 €

Grunderwerbsteuer nach Bundesland (2026)

Bundesland Steuersatz Bundesland Steuersatz
Bayern 3,5 % Sachsen 3,5 %
Hamburg 5,5 % Baden-Württemberg 5,0 %
Hessen 6,0 % Berlin 6,0 %
NRW 6,5 % Brandenburg 6,5 %
Schleswig-Holstein 6,5 % Thüringen 5,0 %

Das waren die unvermeidbaren Kaufnebenkosten. Doch auf der Baustelle warten weitere Posten, die viele Bauherren unterschätzen.

2. Baunebenkosten: Was auf der Baustelle anfällt

Kostenart Typischer Betrag Pflicht?
Baugenehmigung 500 – 2.500 € Ja
Vermessung (Schnurgerüst) 1.500 – 3.000 € Ja
Bodengutachten 500 – 1.500 € Dringend empfohlen
Erschließung (Strom, Wasser, Abwasser, Gas) 5.000 – 15.000 € Ja (wenn nicht erschlossen)
Erdarbeiten / Aushub 3.000 – 10.000 € Ja
Baustrom / Bauwasser 500 – 1.500 € Ja
Baustelleneinrichtung 1.000 – 3.000 € Ja
Außenanlagen (Einfahrt, Terrasse, Zaun) 10.000 – 30.000 € Optional (aber realistisch)
Garage / Carport 5.000 – 25.000 € Optional

Neben Kauf- und Baunebenkosten gibt es eine dritte Kategorie, die fast jeder Bauherr vergisst – bis die Rechnung kommt.

3. Weitere Nebenkosten (oft vergessen!)

Kostenart Typischer Betrag Wann fällig?
Bauherrenhaftpflicht 150 – 400 € Vor Baubeginn
Bauleistungsversicherung 300 – 800 € Vor Baubeginn
Feuer-Rohbauversicherung 100 – 300 € Vor Baubeginn (oft kostenlos)
Energieausweis 300 – 600 € Vor Einzug
Bau-Sachverständiger 2.000 – 5.000 € Während Bauphase
Umzugskosten 1.000 – 5.000 € Nach Fertigstellung
Küche (Einbauküche) 5.000 – 20.000 € Vor/nach Einzug
Bereitstellungszinsen 0,25 %/Monat auf nicht abgerufene Summe Ab 3.–6. Monat nach Zusage

⚠️ Meister-Tipp: Bereitstellungszinsen – die stille Kostenfalle!

Bereitstellungszinsen fallen auf den nicht abgerufenen Teil Ihres Baukredits an – typisch 0,25 %/Monat (= 3 %/Jahr). Bei einem Kredit von 300.000 € und 6 Monaten Bauverzögerung: 300.000 × 3 % × 0,5 = 4.500 € zusätzliche Kosten! Verhandeln Sie eine möglichst lange bereitstellungszinsfreie Zeit (mind. 6, besser 12 Monate).

Kostenbeispiel: Gesamte Nebenkosten

Rechenbeispiel: Einfamilienhaus in NRW

Gesamtprojekt: 350.000 € (Grundstück 150.000 € + Hausbau 200.000 €)

Kaufnebenkosten:

  • Grunderwerbsteuer (6,5 %): 9.750 €
  • Notar + Grundbuch (2 %): 3.000 €
  • Makler (3,57 %): 5.355 €
  • Summe Kaufnebenkosten: 18.105 €

Baunebenkosten:

  • Baugenehmigung: 1.500 €
  • Vermessung: 2.000 €
  • Bodengutachten: 1.000 €
  • Erschließung: 8.000 €
  • Erdarbeiten: 5.000 €
  • Baustrom/Bauwasser: 800 €
  • Außenanlagen: 15.000 €
  • Summe Baunebenkosten: 33.300 €

Weitere Kosten:

  • Versicherungen: 800 €
  • Bausachverständiger: 3.000 €
  • Küche: 10.000 €
  • Umzug: 2.000 €
  • Summe Weitere: 15.800 €

Gesamte Nebenkosten:

67.205 € = 19,2 % des Gesamtbudgets

→ Gesamtinvestition: 350.000 + 67.205 = 417.205 €

💡 Meister-Tipp: 20-%-Puffer einplanen

Rechnen Sie mit mindestens 15–20 % Nebenkosten auf das Gesamtprojekt. Die häufigsten Nachfinanzierungen entstehen durch: Außenanlagen (oft im Hausbauvertrag nicht enthalten), Erschließungskosten (überraschend hoch bei nicht-erschlossenen Grundstücken) und Extras während der Bauphase (bessere Fliesen, andere Bodenbeläge, zusätzliche Steckdosen).

Damit Sie bei der Planung nichts übersehen, haben wir alle Posten in einer kompakten Checkliste zusammengefasst – zum Ausdrucken und Abhaken.

Nebenkosten-Checkliste zum Abhaken

✅ Kaufnebenkosten

  • ☐ Grunderwerbsteuer (Bundesland beachten!)
  • ☐ Notarkosten
  • ☐ Grundbucheintrag
  • ☐ Maklerprovision (wenn zutreffend)

✅ Baunebenkosten

  • ☐ Baugenehmigung
  • ☐ Vermessung & Schnurgerüst
  • ☐ Bodengutachten
  • ☐ Erschließung (Strom, Wasser, Abwasser, ggf. Gas/Glasfaser)
  • ☐ Erdarbeiten & Aushub
  • ☐ Baustrom & Bauwasser
  • ☐ Baustelleneinrichtung
  • ☐ Außenanlagen (Einfahrt, Terrasse, Zaun, Garten)
  • ☐ Garage / Carport

✅ Versicherungen

  • ☐ Bauherrenhaftpflicht
  • ☐ Bauleistungsversicherung
  • ☐ Feuer-Rohbauversicherung

✅ Sonstige Kosten

  • ☐ Energieausweis
  • ☐ Bausachverständiger (Baubegleitung)
  • ☐ Einbauküche
  • ☐ Umzugskosten
  • ☐ Bereitstellungszinsen (Baukredit)
  • ☐ Reserve für Extras (min. 5 % der Baukosten)

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Häufige Fragen zu Hausbau-Nebenkosten

Wie hoch sind die Nebenkosten beim Hausbau?

Planen Sie mit 15–20 % Nebenkosten auf das Gesamtprojekt. Bei einem 350.000-€-Projekt: ca. 50.000–70.000 € Nebenkosten. Die größten Posten: Grunderwerbsteuer, Erschließung, Außenanlagen.

Welche Nebenkosten muss ich aus Eigenkapital zahlen?

Die meisten Banken finanzieren die Kaufnebenkosten nicht mit. Grunderwerbsteuer, Notar, Grundbuch und Makler (ca. 10–15 %) müssen Sie aus Eigenkapital bezahlen. Baunebenkosten können oft mitfinanziert werden.

Was sind Bereitstellungszinsen?

Zinsen auf den nicht abgerufenen Teil Ihres Baukredits. Typisch: 0,25 %/Monat (3 %/Jahr). Fallen an, wenn das Geld zwar bewilligt, aber noch nicht ausgezahlt wurde. Verhandeln Sie eine bereitstellungszinsfreie Zeit von 6–12 Monaten.

Brauche ich wirklich ein Bodengutachten?

Unbedingt empfohlen! Kosten: 500–1.500 €. Spart potentiell Zehntausende: Unerwarteter hoher Grundwasserstand, Altlasten oder schlechte Bodenverhältnisse können die Erdarbeiten massiv verteuern. Ohne Gutachten übernehmen Sie das volle Risiko.

Kann ich Nebenkosten steuerlich absetzen?

Bei Eigennutzung: Handwerkerkosten (§ 35a EStG) mit bis zu 1.200 €/Jahr Steuerermäßigung. Bei Vermietung: Alle Nebenkosten sind als Anschaffungskosten über die Abschreibung (AfA) absetzbar. Grunderwerbsteuer und Notarkosten werden den Anschaffungskosten zugerechnet.

Fazit: Nebenkosten von Anfang an einplanen

Die Hausnebenkosten sind kein optionaler Posten – sie sind fester Bestandteil Ihres Budgets. Planen Sie von Anfang an mit 15–20 % Nebenkosten auf das Gesamtprojekt und legen Sie eine Reserve von mindestens 5 % der Baukosten für Unvorhergesehenes zurück.

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