Zum Inhalt springen
dachdecker23 Min. Lesezeit

Dachdecker Software 2026: Kalkulation, Aufmaß & Büro im Vergleich

Dachdecker Software im Vergleich: Die besten Kalkulationsprogramme, Aufmaß-Tools und Cloud-Lösungen für Dachdeckerbetriebe. Mit Funktionsvergleich, Preistabelle und Entscheidungshilfe.

D

Digitalisierungs-Experte handwerk.cloud

17. Februar 2026

Geprüfte Fachbetriebe🔒Sichere Daten (SSL)💯Kostenlos & unverbindlich4,8/5 Kundenbewertung

Die richtige Software für Dachdeckerbetriebe spart nicht nur Zeit bei der Büroarbeit — sie entscheidet auch darüber, ob Ihr Betrieb wirtschaftlich arbeitet oder bei jedem zweiten Auftrag draufzahlt. Denn wer mit Excel kalkuliert, Aufmaße auf Papier notiert und Arbeitszeiten handschriftlich erfasst, verschenkt jeden Tag 1–2 Stunden Arbeitszeit.

In diesem Ratgeber vergleichen wir die wichtigsten Dachdecker-Softwarelösungen 2026 — von der spezialisierten Kalkulationssoftware über Cloud-Lösungen für Angebot und Rechnung bis hin zu Aufmaß-Apps und mobiler Zeiterfassung. Sie erfahren, welche Lösung für welche Betriebsgröße passt und worauf Sie bei der Auswahl achten sollten.

## Was muss eine Dachdecker-Software können?

Bevor Sie sich für ein Kalkulationsprogramm oder eine Büro-Software entscheiden, sollten Sie Ihre Anforderungen kennen. Die wichtigsten Funktionsbereiche für Dachdeckerbetriebe:

### 1. Kalkulation & Leistungsverzeichnis

Das Herzstück jeder Dachdecker-Software. Eine gute Kalkulationssoftware bietet:

  • Vorkalkulierte Leistungen: Steildach, Flachdach, Klempnerarbeiten, Gerüst, Dämmung — die besten Programme haben 4.000–30.000 vorgefertigte Leistungspositionen speziell für Dachdecker
  • Materialpreisanbindung: Schnittstellen zu Großhändlern (Datanorm, IDS Connect) für tagesaktuelle Preise
  • Zuschlagsberechnung: Automatische Berechnung von Lohnzusatzkosten, Gemeinkosten, Materialaufschlag und Gewinn
  • GAEB-Schnittstelle: Für öffentliche Ausschreibungen und größere Bauprojekte unverzichtbar
  • Nachkalkulation: Soll-Ist-Vergleich nach Projektabschluss — wo haben Sie Gewinn gemacht, wo Verlust?
💡 Meister-Tipp: Der größte Zeitfresser bei der Kalkulation sind fehlende Stammdaten. Wenn Sie jeden Artikel einzeln eintippen müssen, dauert ein Angebot 1–2 Stunden. Mit hinterlegten Leistungskatalogen: 15–30 Minuten. Achten Sie bei der Softwarewahl deshalb vor allem auf die Qualität der Stammdaten.
### 2. Aufmaß & Vermessung

Präzise Aufmaße sind die Grundlage jeder Kalkulation. Moderne Software bietet verschiedene Wege:

  • Manuelles Aufmaß: Eingabe per Hand — immer noch Standard, aber fehleranfällig
  • Fotoaufmaß: Foto der Dachfläche machen, in der Software vermessen — schneller und genauer als Handmaß
  • Drohnenvermessung mit KI: Die modernste Methode. Eine Drohne fliegt das Dach ab, KI berechnet Flächen, Neigungen und Details automatisch. Genauigkeit: ±2 %
  • Laser-Distanzmesser (Bluetooth): Messwerte werden direkt in die App übertragen — kein Abtippen nötig

→ Mehr zum Thema: Aufmaß erstellen im Handwerk

### 3. Angebot & Rechnung

Von der Kalkulation zum fertigen Angebot — und nach Auftragsabschluss zur korrekten Rechnung. Wichtige Features:

  • Angebotsvorlagen: Branchenspezifische Templates für Dachdecker
  • Abschlagsrechnungen: Bei großen Projekten (Dachsanierung, Neubau) unentbehrlich
  • E-Rechnung: Ab 2025 verpflichtend im B2B-Bereich — ZUGFeRD und XRechnung-Format müssen unterstützt werden
  • Digitale Signatur: Kunden können Angebote digital annehmen
  • DATEV-Export: Rechnungsdaten automatisch an den Steuerberater übermitteln

→ Details zur E-Rechnung: E-Rechnung im Handwerk 2026

### 4. Mobile Zeiterfassung

Seit der Pflicht zur systematischen Arbeitszeiterfassung (BAG-Urteil 2022) braucht jeder Betrieb ein System:

  • Start/Stopp per App: Mitarbeiter stempeln auf der Baustelle ein und aus
  • Projekt-Zuordnung: Zeiten werden direkt dem richtigen Auftrag zugewiesen
  • GPS-Tracking (optional): Fahrzeiten und Baustellenstandorte erfassen
  • Lohnexport: Daten direkt in die Lohnbuchhaltung übernehmen
### 5. Projektmanagement & Dokumentation

Für Betriebe mit mehreren Teams und parallelen Baustellen:

  • Baustellenplanung: Digitale Plantafel mit Mitarbeiterzuweisung
  • Fotodokumentation: Baufortschritt mit Fotos, Kommentaren und Zeitstempeln festhalten
  • Materialverwaltung: Bestand im Lager und auf der Baustelle verfolgen
  • Bautagebuch: Tägliche Dokumentation von Arbeiten, Wetter, Besonderheiten
## Die besten Dachdecker-Programme im Vergleich

Der Markt für Dachdecker-Software lässt sich grob in drei Kategorien einteilen:

### Kategorie 1: Spezialisierte Kalkulationssoftware

Programme, die vor allem auf die technische Kalkulation von Dacharbeiten spezialisiert sind. Sie bieten umfangreiche Leistungskataloge und sind ideal für Betriebe, die viel mit Ausschreibungen (GAEB/VOB) arbeiten.

SoftwareStärkenPreis abCloud
smartDach (A. Icking) 30.000+ Leistungspositionen, „Leistungen Dach"-Katalog, Aufmaß, OP-Buchhaltung auf Anfrage App ✅
MF Dach 4.500+ vorkalkulierte Leistungen, 500+ Grafiken, Steildach/Flachdach/Bauphysik auf Anfrage teilweise
Streit V.1 Dachdecker-Stamm-LV, Nachkalkulation, GAEB, lange Markterfahrung ab ca. 70 €/Monat teilweise

Für wen? Mittelgroße bis große Betriebe (5+ Mitarbeiter), die regelmäßig an Ausschreibungen teilnehmen und eine detaillierte Nachkalkulation benötigen.

### Kategorie 2: Cloud-Handwerkersoftware (Allrounder)

Moderne Cloud-Lösungen, die alle Büroprozesse abdecken — von der Kalkulation über Angebot/Rechnung bis zur Zeiterfassung. Oft mit eigener App für die Baustelle.

SoftwareStärkenPreis abBesonders geeignet für
smarthandwerk Dachdecker-optimiert, intuitive Bedienung, Datanorm/GAEB, App ab ca. 40 €/Monat Kleine bis mittlere Betriebe
Plancraft Schnelle Angebotserstellung, modernes Design, Mobile-First ab ca. 45 €/Monat Junge, digitale Betriebe
HERO ERP-Funktionalität, Kalkulation, Projektmanagement, App ab ca. 50 €/Monat Wachsende Betriebe
pds Handwerk Umfassende ERP-Suite, Einkauf, Buchhaltung, Kalkulation ab ca. 80 €/Monat Größere Betriebe (10+ MA)
Casa (Sander & Doll) Wahlweise lokal oder Cloud, tiefe Kalkulation, Projektplanung ab ca. 60 €/Monat Anspruchsvolle Betriebe
ToolTime Einfach, modern, schnelle Einarbeitung, mobile App ab ca. 35 €/Monat Einsteiger, 1–5 MA
Hawepro Aufmaß, Angebot, Auftrag, digitale Plantafel ab ca. 50 €/Monat Mittlere Betriebe
dashandwerk.net Cloud-native, mobiles Aufmaß, Datanorm/GAEB ab ca. 40 €/Monat Cloud-affine Betriebe

Für wen? Betriebe jeder Größe, die eine zentrale Lösung für alle Büroprozesse suchen. Besonders sinnvoll, wenn Sie kein separates Kalkulationsprogramm benötigen.

### Kategorie 3: Rechnungs- und Angebotssoftware

Spezialisierte Programme, die sich auf die kaufmännische Seite konzentrieren — perfekt für Betriebe, die eine eigene Kalkulationslösung haben, aber professionelle Angebote und Rechnungen brauchen.

SoftwareStärkenPreis ab
Clean Invoice Blitzschnelle Angebots- & Rechnungserstellung, E-Rechnung (ZUGFeRD/XRechnung), GoBD-konform, moderne Oberfläche kostenlos testen
lexoffice Buchhaltung + Rechnungen, DATEV-Export, Banking ab ca. 12 €/Monat
sevDesk Online-Buchhaltung, Angebote, Rechnungen, Banking ab ca. 10 €/Monat

Für wen? Betriebe, die ihre Kalkulation eigenständig durchführen (z.B. in Excel oder einem spezialisierten Tool) und eine schlanke, moderne Lösung für den kaufmännischen Teil suchen. Clean Invoice ist speziell für Handwerker entwickelt und ermöglicht professionelle Angebote und Rechnungen in wenigen Minuten.

## Cloud vs. Lokal: Was ist besser für Dachdecker?

Die Frage „Cloud oder lokal?" spaltet die Branche. Hier die Fakten:

KriteriumCloud-SoftwareLokale Software
Zugriff Von überall (Büro, Baustelle, zuhause) Nur am installierten Rechner
Updates Automatisch, immer aktuell Manuell, oft kostenpflichtig
Datensicherheit Automatische Backups in Rechenzentren Sie sind selbst verantwortlich
Zusammenarbeit Mehrere Nutzer gleichzeitig Oft nur Einzelplatz oder teure Netzwerk-Lizenz
Internet nötig? Ja (manche Apps haben Offline-Modus) Nein
Kosten Monatliche Miete (30–100 €) Einmalkauf (1.500–5.000 €) + Wartung
Mobile App Standard Oft nicht vorhanden oder Zusatzkosten
💡 Meister-Tipp: Der Trend geht eindeutig zur Cloud. 75 % aller Neukunden im Handwerk wählen 2026 eine Cloud-Lösung. Der Hauptgrund: Sie können von der Baustelle aus arbeiten — Aufmaß nehmen, Angebote erstellen, Zeiterfassung — alles in einer App. Besonders für Dachdecker ist das ein enormer Vorteil, weil Sie ohnehin den ganzen Tag unterwegs sind.
## Leistungskataloge: Das Geheimnis einer schnellen Kalkulation

Der wichtigste Faktor bei der Wahl einer Kalkulationssoftware für Dachdecker sind die hinterlegten Leistungskataloge. Sie entscheiden, wie schnell Sie ein Angebot erstellen können.

### Der Standard: „Leistungen Dach" (A. Icking GmbH)

Der bekannteste Leistungskatalog im Dachdeckerhandwerk ist „Leistungen Dach" mit über 30.000 kalkulierten Leistungspositionen. Er deckt ab:

  • Steildach: Alle gängigen Eindeckungen (Ziegel, Betondachstein, Schiefer, Metall), Lattung, Unterspannbahn, Ortgang, First, Grate, Kehlen
  • Flachdach: Bitumenabdichtung, Kunststoffbahnen (PVC, EPDM, FPO), Gründach, Gefälledämmung
  • Klempnerarbeiten: Rinnen (halbrund, kastenförmig), Fallrohre, Blechanschlüsse, Wandanschlüsse, Kamineinfassungen
  • Dämmung: Zwischen-, Auf- und Untersparrendämmung
  • Gerüst: Standgerüst, Fanggerüst, Schutzgerüst
  • Zimmererarbeiten: Sparren, Pfetten, Lattung, Gauben

Die Leistungspositionen enthalten jeweils: Materialpreis, Arbeitszeit (Minuten/Einheit), Lohnkosten, Zuschläge und einen Endpreis. Sie werden regelmäßig aktualisiert und an die aktuellen Marktpreise angepasst.

### Weitere Kataloge und Schnittstellen
  • Datanorm: Standardformat für Materialdaten der Großhändler. Damit importieren Sie aktuelle Preise von DEG, Raab Karcher, Roofer's Friend und anderen direkt in Ihre Software
  • GAEB: Austauschformat für Leistungsverzeichnisse bei öffentlichen Ausschreibungen
  • IDS Connect: Direkte Online-Verbindung zum Großhändler für Bestellungen und Preisabrufe
## Schritt-für-Schritt: So wählen Sie die richtige Software

Die Auswahl der richtigen Dachdecker-Software ist eine Investitionsentscheidung für 3–5 Jahre. Gehen Sie systematisch vor:

### Schritt 1: Bestandsaufnahme (1 Tag)

Notieren Sie, wo Ihr Betrieb aktuell Zeit verliert:

  • Wie lange brauchen Sie für ein Angebot? (Ziel: unter 30 Minuten)
  • Wie erfassen Sie Arbeitszeiten? (Zettel = Zeitverschwendung)
  • Wie dokumentieren Sie Baustellen? (Fotos per WhatsApp = unprofessionell)
  • Können Sie eine Nachkalkulation machen? (Wenn nein: Sie wissen nicht, ob Sie Gewinn machen)
### Schritt 2: Anforderungen definieren (1 Tag)

Welche Funktionen brauchen Sie wirklich?

BetriebsgrößeMust-HaveNice-to-Have
1–3 Mitarbeiter Angebote, Rechnungen, E-Rechnung, einfache Zeiterfassung Kalkulation, Materialverwaltung
4–10 Mitarbeiter Kalkulation, Zeiterfassung, Projektplanung, GAEB Nachkalkulation, Baustellenplanung, Datanorm
10+ Mitarbeiter ERP-Funktionalität, Leistungskataloge, Nachkalk., Buchhaltung ERP-Integration, KI-Aufmaß, Materialbestellung
### Schritt 3: 2–3 Lösungen testen (je 2 Wochen)

Fast alle Anbieter bieten kostenlose Testphasen (14–30 Tage). Testen Sie im Echtbetrieb — nicht nur die Demo:

  • Erstellen Sie ein echtes Angebot für ein aktuelles Projekt
  • Lassen Sie Ihre Mitarbeiter die Zeiterfassung nutzen
  • Importieren Sie Ihre Materialdaten (Datanorm)
  • Prüfen Sie die Druckausgabe: Sieht das Angebot professionell aus?
### Schritt 4: Kosten vergleichen (realistisch)

Vergleichen Sie nicht nur den Monatspreis:

  • Einrichtungskosten: Stammdatenübernahme, Schulung (oft 500–2.000 €)
  • Zusatzkosten: Weitere Nutzer, Zusatzmodule, Support-Pakete
  • Ersparnis: 1–2 Stunden pro Tag × 220 Arbeitstage × Ihren Stundensatz = tausende Euro pro Jahr

Rechenbeispiel: Was kostet der Umstieg wirklich?

  • Software: 60 €/Monat × 12 = 720 €/Jahr
  • Einrichtung: 800 € (einmalig)
  • Schulung: 400 € (8 Stunden × 50 €)
  • Gesamtkosten 1. Jahr: 1.920 €
  • Zeitersparnis: 1 Stunde/Tag × 220 Tage × 65 € Stundensatz = 14.300 €/Jahr
  • ROI: 7,5× im ersten Jahr
## Drohnenvermessung und KI: Die Zukunft der Dachdecker-Software

Ein Trend, der die Kalkulation revolutioniert: KI-gestützte Drohnenvermessung. Anbieter wie Airteam bieten Lösungen, die das Dach automatisch vermessen:

  1. Drohne fliegt das Dach ab (5–10 Minuten)
  2. KI erstellt 3D-Modell (innerhalb von Stunden)
  3. Automatische Flächenberechnung: Dachfläche, Neigung, Gauben, Durchdringungen — alles vermessen
  4. Export in Kalkulationssoftware: Die Aufmaß-Daten fließen direkt in Ihre Kalkulation

Kosten: Eine eigene Drohne (DJI Mini 4 Pro o.ä.) kostet 800–1.500 €. Software-Abos für die Auswertung liegen bei 50–200 €/Monat. Alternativ gibt es Dienstleister, die das Aufmaß per Drohne für 150–300 € pro Objekt anbieten.

Lohnt sich das? Ab ca. 3–5 Dachvermessungen pro Monat rechnet sich eine eigene Drohne. Der Vorteil: Sie müssen nicht mehr aufs Dach klettern, sparen 30–60 Minuten pro Aufmaß und die Genauigkeit ist höher als bei Handmessungen.

⚠️ Wichtig: Für gewerbliche Drohnenflüge benötigen Sie den EU-Drohnenführerschein (A2) und eine gewerbliche Haftpflichtversicherung (ab 70 €/Jahr). Fliegen Sie nie ohne Genehmigung über bewohntes Gebiet.
## Praxisbeispiel: Ein Tag im Dachdeckerbetrieb — mit und ohne Software

Um den Unterschied greifbar zu machen, vergleichen wir den typischen Arbeitsablauf eines 6-Mann-Betriebs mit und ohne Software:

### Ohne Software (Excel, Papier, WhatsApp)
UhrzeitTätigkeitProblem
06:30 Meister fährt zur Baustelle, Aufmaß mit Zollstock und Zettel Messwerte können verloren gehen, kein Foto dazu
08:00 Zurück im Büro, Aufmaß in Excel übertragen Doppelte Arbeit, 30 Min. für die Übertragung
09:00 Angebot in Word erstellen 1,5 Stunden — jede Position einzeln eintippen
12:00 Mitarbeiter ruft an: „Wie viel Lattung brauchen wir noch?" Chef muss in Excel-Tabelle nachschauen, Rückruf
16:30 Mitarbeiter senden Stunden per WhatsApp Unvollständig, keine Projektzuordnung, manuelle Eingabe in Lohnliste
18:00 Rechnung für beendeten Auftrag schreiben 45 Min., Suche nach altem Angebot, Nachträge vergessen
Zeitverlust pro Tag (nur Büro) ca. 3,5 Stunden
### Mit Software (z.B. smarthandwerk + Clean Invoice)
UhrzeitTätigkeitVorteil
06:30 Aufmaß per App + Foto, Daten direkt in der Cloud Kein Übertragen nötig, Fotos sind verknüpft
07:30 Angebot am Tablet erstellen — Leistungskatalog auswählen 20 Minuten statt 1,5 Stunden, Preise sind aktuell
08:00 Angebot per E-Mail an Kunden senden — direkt von der Baustelle Kunde hat das Angebot am selben Tag, nicht nach 3 Tagen
12:00 Mitarbeiter prüft Materialbedarf in der App Keine Rückrufe, alle Projektdaten sind abrufbar
16:30 Zeiterfassung per App — automatischer Projektbezug Daten fließen direkt in Nachkalkulation und Lohnabrechnung
17:00 Rechnung aus Angebot generieren (2 Klicks) 5 Minuten statt 45, keine vergessenen Nachträge
Zeitbedarf pro Tag (nur Büro) ca. 1 Stunde

Ergebnis: 2,5 Stunden gespart — jeden Tag

Bei einem Stundensatz von 65 € und 220 Arbeitstagen sind das 35.750 € pro Jahr, die Sie entweder verdienen oder in mehr Aufträge investieren können. Das ist der wahre Wert einer Dachdecker-Software.

## Die richtige Kombination: Spezialsoftware + Cloud-Lösung

Viele erfolgreiche Dachdeckerbetriebe nutzen nicht eine Software, sondern eine kluge Kombination aus Spezialsoftware und Cloud-Lösung. So sieht eine bewährte Setupstrategie aus:

### Setup für kleine Betriebe (1–3 MA)
  • Kalkulation: Excel-Vorlage oder einfache Cloud-Software (smarthandwerk, ToolTime)
  • Angebote & Rechnungen: Clean Invoice — schnell, professionell, E-Rechnung-fähig
  • Zeiterfassung: Integriert in der Cloud-Software oder separate App
  • Kosten: ca. 40–60 €/Monat gesamt
### Setup für mittlere Betriebe (4–10 MA)
  • Kalkulation: smartDach oder MF Dach (mit Leistungskatalog „Leistungen Dach")
  • Angebote & Rechnungen: Export aus Kalkulationssoftware, ggf. zusätzlich Clean Invoice für schnelle Nebenangebote
  • Zeiterfassung & Baustellenplanung: Plancraft oder HERO (App für alle Mitarbeiter)
  • Kosten: ca. 100–200 €/Monat gesamt
### Setup für große Betriebe (10+ MA)
  • ERP-System: pds Handwerk oder Casa (Sander & Doll) als zentrale Plattform
  • Kalkulation: Integriert oder smartDach als Spezialmodul
  • Drohnenvermessung: Airteam oder eigene Drohne mit KI-Auswertung
  • Zeiterfassung: Integriert im ERP, mobile App für alle Mitarbeiter
  • Kosten: ca. 200–500 €/Monat gesamt
💡 Meister-Tipp: Starten Sie nicht mit dem teuersten System. Beginnen Sie mit einer Cloud-Lösung für Angebote und Rechnungen, ergänzen Sie die Zeiterfassung und fügen Sie erst dann ein Kalkulationstool hinzu, wenn Sie merken, dass Excel nicht mehr reicht. So wächst Ihr Software-Setup mit Ihrem Betrieb mit.
## Typische Fehler beim Software-Umstieg — und wie Sie sie vermeiden

Der Umstieg auf eine neue Software scheitert nicht an der Technik, sondern an der Umsetzung. Diese Fehler sehen wir immer wieder:

❌ Fehler 1: Alles auf einmal umstellen

Viele Betriebe wollen Kalkulation, Zeiterfassung, Rechnungen und Projektmanagement gleichzeitig einführen. Das überfordert das Team und führt zu Frustration.

Besser: Führen Sie ein Modul pro Monat ein. Starten Sie mit Angeboten und Rechnungen (den größten Zeitfresser), dann Zeiterfassung, dann Kalkulation. So hat jeder Zeit, sich einzuarbeiten.

❌ Fehler 2: Mitarbeiter nicht einbeziehen

Wenn der Chef die Software kauft und die Gesellen die App nutzen müssen, entstehen Widerstände. Besonders ältere Mitarbeiter brauchen eine Einführung und Unterstützung.

Besser: Zeigen Sie dem Team den konkreten Nutzen: „Statt Stundenzettel schreiben, stempelst du jetzt in 3 Sekunden per App." Benennen Sie einen Software-Beauftragten im Team, der bei Fragen hilft — das muss nicht der Chef sein.

❌ Fehler 3: Stammdaten nicht pflegen

Eine Software ist nur so gut wie die Daten darin. Wenn Materialpreise veraltet sind, Leistungspositionen fehlen oder Kundenstammdaten nicht aktuell sind, erstellen Sie falsche Angebote.

Besser: Planen Sie einen halben Tag pro Quartal ein, um Stammdaten zu aktualisieren. Aktualisieren Sie die Datanorm-Preise Ihrer Großhändler mindestens alle 3 Monate. Pflegen Sie neue Kunden direkt nach dem Erstkontakt ein — nicht erst, wenn das Angebot raus muss.

❌ Fehler 4: Keine Nachkalkulation durchführen

Die meisten Dachdecker erstellen Angebote, aber prüfen nie, ob der tatsächliche Aufwand mit der Kalkulation übereinstimmt. Das führt dazu, dass unprofitable Projekte immer wieder angenommen werden, weil niemand merkt, dass der Stundensatz zu niedrig kalkuliert wurde.

Besser: Machen Sie bei jedem abgeschlossenen Projekt einen 10-Minuten-Check: Wie viele Stunden wurden gebucht? Wie viel Material wurde verbraucht? Stimmt der Gewinn? Die meisten Kalkulationsprogramme bieten einen automatischen Soll-Ist-Vergleich — nutzen Sie ihn.

❌ Fehler 5: An der falschen Stelle sparen

Manche Betriebe wählen die billigste Software und ärgern sich dann über fehlende Funktionen, schlechten Support oder umständliche Bedienung. Andere kaufen die teuerste Lösung und nutzen nur einen Bruchteil der Funktionen.

Besser: Rechnen Sie ehrlich: Was kostet Sie eine Stunde Büroarbeit? (Meist 50–80 € inkl. Gemeinkosten.) Wenn eine Software 30 € mehr pro Monat kostet, aber täglich 30 Minuten spart, ist sie nach 2 Tagen amortisiert. Spart sie nichts, ist sie zu teuer — egal wie günstig.

## E-Rechnung 2026: Was jeder Dachdecker wissen muss

Seit dem 1. Januar 2025 müssen alle Betriebe im B2B-Bereich E-Rechnungen empfangen können. Ab 2028 wird auch das Erstellen von E-Rechnungen Pflicht (für Unternehmen über 800.000 € Umsatz bereits ab 2027). Das betrifft:

  • Rechnungen an andere Unternehmen (Generalunternehmer, Bauträger, Hausverwaltungen)
  • Formate: ZUGFeRD 2.x oder XRechnung
  • PDF-Rechnungen gelten NICHT als E-Rechnung (nur ZUGFeRD-PDF ist konform)

Achten Sie bei der Software-Auswahl darauf, dass das Programm ZUGFeRD und XRechnung nativ unterstützt. Nachträgliches Konvertieren ist aufwändig und fehleranfällig.

→ Details: E-Rechnung im Handwerk 2026

## Checkliste: Dachdecker-Software auswählen

Diese Punkte sollten Sie vor der Entscheidung abklären:

  • Leistungskatalog: Beinhaltet die Software Dachdecker-spezifische Leistungspositionen?
  • GAEB-Schnittstelle: Für Ausschreibungen im öffentlichen Bereich nötig?
  • Datanorm-Import: Können Sie aktuelle Materialpreise vom Großhändler importieren?
  • Mobile App: Zeiterfassung, Aufmaß, Fotos — funktioniert alles auf der Baustelle?
  • E-Rechnung: ZUGFeRD und XRechnung werden nativ unterstützt?
  • DATEV-Export: Daten gehen nahtlos an den Steuerberater?
  • Nachkalkulation: Können Sie Soll-Ist-Vergleiche pro Projekt machen?
  • Offline-Modus: Funktioniert die App auch ohne Internet auf der Baustelle?
  • Datensicherung: Wo liegen die Daten? (Deutschland? ISO 27001?)
  • Support: Deutschsprachiger Telefonsupport verfügbar?
  • Testphase: Mindestens 14 Tage kostenlos testen?
  • Vertragsbindung: Monatlich kündbar oder Jahresvertrag?
## GoBD und Datenschutz: Was die Software erfüllen muss

Jede Handwerkersoftware muss GoBD-konform (Grundsätze ordnungsgemäßer Buchführung und Dokumentation) sein. Das bedeutet:

  • Unveränderbarkeit: Einmal erstellte Rechnungen dürfen nicht unprotokolliert geändert werden
  • Nachvollziehbarkeit: Ein Audit-Trail zeigt alle Änderungen
  • Aufbewahrung: Rechnungen müssen 10 Jahre digital archiviert werden
  • Verfahrensdokumentation: Wie das System genutzt wird, muss dokumentiert sein

Beim Datenschutz (DSGVO) achten Sie auf:

  • Serverstandort Deutschland oder EU
  • Auftragsverarbeitungsvertrag (AVV) muss der Anbieter bereitstellen
  • Verschlüsselung der Daten (in Transit und at Rest)
  • Löschkonzept: Können Kundendaten DSGVO-konform gelöscht werden?
## Häufige Fragen zu Dachdecker-Software

Was ist die beste Software für Dachdecker?

Das hängt von der Betriebsgröße ab: Für kleine Betriebe (1–3 MA) empfehlen sich ToolTime oder smarthandwerk. Für mittlere Betriebe (4–10 MA) eignen sich Plancraft, HERO oder Casa. Für große Betriebe (10+ MA) mit Ausschreibungsbedarf sind smartDach (Icking) oder pds die beste Wahl. Für Angebote und Rechnungen ist Clean Invoice eine schlanke, moderne Lösung.

Was kostet eine Kalkulationssoftware für Dachdecker?

Cloud-Lösungen kosten 30–100 €/Monat je nach Funktionsumfang und Nutzeranzahl. Spezialisierte Kalkulationssoftware (smartDach, MF Dach) liegt teilweise höher und erfordert Einrichtungskosten (500–2.000 €). Die Investition rechnet sich in der Regel innerhalb von 2–3 Monaten durch Zeitersparnis.

Brauche ich als kleiner Dachdecker-Betrieb eine Software?

Ja — spätestens seit der E-Rechnungspflicht (ab 2025) und der Zeiterfassungspflicht brauchen auch kleine Betriebe ein digitales System. Schon bei 3–5 Angeboten pro Monat spart Software 5–10 Stunden Büroarbeit. Einfache Lösungen wie ToolTime oder Clean Invoice starten bei unter 40 € — weniger als eine halbe Arbeitsstunde.

Cloud oder lokale Installation — was ist sicherer?

Cloud-Lösungen sind in der Regel sicherer, weil professionelle Rechenzentren bessere Backups und Sicherheitsmaßnahmen haben als ein einzelner Büro-PC. Achten Sie auf: Serverstandort Deutschland, ISO 27001-Zertifizierung und DSGVO-Konformität. Ihr größtes Risiko bei lokaler Software: Datenverlust durch Festplattendefekt — das passiert häufiger als ein Cloud-Hack.

Kann ich meine Daten von Excel in eine Dachdecker-Software übernehmen?

Die meisten Anbieter bieten eine Datenübernahme an — entweder per CSV-Import oder durch den Support. Kundenstammdaten, Artikelpreise und Mitarbeiterlisten lassen sich normalerweise problemlos importieren. Die Einrichtung dauert 2–4 Stunden (oft mit Unterstützung des Anbieters).

Was ist der Unterschied zwischen Kalkulationssoftware und Handwerkersoftware?

Kalkulationssoftware (smartDach, MF Dach, Streit V.1) fokussiert sich auf die technische Preiskalkulation mit tiefen Leistungskatalogen. Handwerkersoftware (smarthandwerk, Plancraft, HERO) ist ein Allrounder für alle Büroprozesse. Viele Dachdecker kombinieren beides: Spezialsoftware für die Kalkulation und Cloud-Software für Angebote, Rechnungen und Zeiterfassung.

Welche Schnittstellen braucht eine Dachdecker-Software unbedingt?

Die drei wichtigsten Schnittstellen sind: Datanorm für aktuelle Materialpreise vom Großhändler, GAEB für öffentliche Ausschreibungen und Leistungsverzeichnisse, und DATEV für den Export an den Steuerberater. Wenn Sie im öffentlichen Bereich arbeiten (Schulen, Kommunalgebäude), ist GAEB unverzichtbar. Für den privaten Bereich reichen Datanorm und DATEV.

Lohnt sich eine Drohnen-Vermessung für Dachdecker?

Ab ca. 3–5 Aufmaßen pro Monat rechnet sich eine eigene Drohne (Investition: 800–1.500 € für die Hardware, 50–200 €/Monat für die Auswertungssoftware). Sie sparen pro Aufmaß 30–60 Minuten, müssen nicht mehr aufs Dach klettern und die Genauigkeit ist besser als bei Handmessungen. Für die gewerbliche Nutzung benötigen Sie den EU-Drohnenführerschein (A2) und eine gewerbliche Haftpflichtversicherung (ab 70 €/Jahr).

Wie lange dauert die Einarbeitung in eine neue Dachdecker-Software?

Die Grundfunktionen (Angebote erstellen, Rechnungen schreiben, Zeiterfassung) beherrschen die meisten Handwerker nach 1–2 Tagen. Für die vollständige Nutzung aller Funktionen (Kalkulation mit Leistungskatalog, Nachkalkulation, Projektmanagement) sollten Sie 2–4 Wochen einplanen. Tipp: Starten Sie mit einem echten Projekt im Parallelbetrieb — nicht mit Testdaten. So lernen Sie schneller und sehen sofort den Nutzen.

## Fazit: So finden Sie die richtige Dachdecker-Software

Die Wahl der richtigen Software hängt von drei Faktoren ab: Betriebsgröße, Budget und Digitalisierungsgrad. Lassen Sie sich nicht von Feature-Listen blenden — die beste Software ist die, die Ihr Team tatsächlich nutzt.

Unser Empfehlungs-Quick-Guide:

  • Einsteiger (1–3 MA, wenig digital): Starten Sie mit Clean Invoice für Angebote und Rechnungen + einer einfachen Zeiterfassungs-App. Kosten: unter 50 €/Monat. Zeitaufwand für die Einrichtung: 1 Tag.
  • Ambitioniert (3–8 MA, wachsend): Cloud-Allrounder wie smarthandwerk oder Plancraft. Alles in einer Lösung, App für die Baustelle, Kalkulation inklusive. Kosten: 40–80 €/Monat. Zeitaufwand: 1 Woche Einarbeitung.
  • Profi (8+ MA, Ausschreibungen): Spezialisierte Kalkulationssoftware (smartDach oder MF Dach) + Cloud für Zeiterfassung. Oder eine ERP-Lösung wie pds oder Casa, die alles vereint. Kosten: 100–500 €/Monat. Zeitaufwand: 2–4 Wochen bis zur vollen Produktivität.

Egal, für welche Lösung Sie sich entscheiden: Testen Sie immer mindestens 2 Wochen im Echtbetrieb. Die Testphase ist kostenlos, die falsche Entscheidung kostet Sie Monate. Und vergessen Sie die Nachkalkulation nicht — erst wenn Sie wissen, wo Geld verloren geht, können Sie gezielt gegensteuern. Nutzen Sie auch unseren Stundenlohnrechner, um Ihren kostendeckenden Verrechnungssatz zu berechnen — das ist die Basis jeder guten Kalkulation.

## Weiterführende Ratgeber

📤 Artikel teilen:

📚 Weiterlesen