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allgemein9 Min. Lesezeit

Social Media für Handwerker: Welche Plattform lohnt?

Instagram, Facebook, TikTok oder YouTube? Welche Plattform wirklich Aufträge bringt und wie Sie starten.

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Redaktion handwerk.cloud

12. Februar 2026

Geprüfte Fachbetriebe🔒Sichere Daten (SSL)💯Kostenlos & unverbindlich4,8/5 Kundenbewertung

Jeder sagt: „Du musst auf Social Media sein." Aber fragen Sie mal einen Malermeister, der um 17 Uhr von der Baustelle kommt, ob er jetzt noch ein Reel drehen will. Die Realität im Handwerk: 12 Stunden Arbeit, keine Marketingabteilung, kein Budget.

Trotzdem können Social Media und eine professionelle Online-Präsenz genau der Unterschied sein, zwischen „Ich suche Aufträge" und „Ich habe Warteliste". Aber nicht jede Plattform lohnt sich für jeden Handwerker. Hier ist der ehrliche Vergleich.

Die Ausgangslage: Warum online sichtbar sein?

📊 Die Zahlen sprechen für sich

  • 80 %+ der Kunden informieren sich online, bevor sie einen Handwerker beauftragen
  • 46 % der Google-Suchen haben lokale Intention („Elektriker in der Nähe")
  • Ein Profil ohne Fotos bekommt 42 % weniger Routenanfragen als eins mit Bildern
  • Junge Fachkräfte (Azubis) suchen Arbeitgeber auf Instagram und TikTok — nicht in der Zeitung

Der große Plattform-Vergleich für Handwerker

Plattform Aufträge Fachkräfte Zeitaufwand Ideal für
🔍 Google Business ⭐⭐⭐⭐⭐ ⭐⭐ 30 Min/Woche ALLE Handwerker — Pflicht!
📸 Instagram ⭐⭐⭐⭐ ⭐⭐⭐⭐⭐ 2–3 Std/Woche Visuelles Handwerk (Maler, Schreiner, GaLaBau)
🎵 TikTok ⭐⭐ ⭐⭐⭐⭐⭐ 2–4 Std/Woche Azubi-Gewinnung, junge Zielgruppe
📌 Pinterest ⭐⭐⭐⭐ 1 Std/Woche Kreatives Handwerk (Schreiner, Maler, Fliesenleger)
🎬 YouTube ⭐⭐⭐ ⭐⭐⭐ 4–6 Std/Woche Expertise zeigen, Vertrauensaufbau
👔 Facebook ⭐⭐⭐ ⭐⭐ 1–2 Std/Woche Ältere Zielgruppe, lokale Gruppen

Kanal 1: Google Business — die absolute Pflicht

Wenn Sie nur EINE Sache machen: Machen Sie Google Business. Es kostet nichts, bringt am meisten und ist in 30 Minuten eingerichtet.

Wer „Maler Köln" oder „Elektriker in der Nähe" googelt, sieht als erstes die Google-Unternehmensprofile. Wenn Sie dort nicht auftauchen, existieren Sie für 80 % der Kunden nicht. Eine ausführliche Schritt-für-Schritt-Anleitung zur Einrichtung und Optimierung finden Sie bei clean-invoice.de: Google Business für Handwerker.

✅ Google Business Schnellstart — 5 Schritte

  1. Profil beanspruchen: google.com/business → Betrieb eintragen, Postkarte mit Code erhalten, verifizieren
  2. Fotos hochladen: Mindestens 10 echte Bilder — Vorher/Nachher, Team, Werkstatt, Fahrzeug
  3. Alle Infos ausfüllen: Öffnungszeiten, Dienstleistungen, Einzugsgebiet, Beschreibung mit Keywords
  4. Bewertungen sammeln: QR-Code drucken → auf Rechnung, Visitenkarte, Fahrzeug kleben → zufriedene Kunden bitten
  5. Wöchentlich posten: Google Posts — Projektbilder, saisonale Tipps, „Vorher → Nachher"

Kanal 2: Instagram — der Auftragsbringer mit Bildern

Instagram ist für Handwerker mit visuellen Ergebnissen fast so wichtig wie Google. Maler, Schreiner, Fliesenleger, GaLaBau — wer schöne Vorher-Nachher-Bilder hat, gewinnt hier Aufträge.

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Content, der funktioniert:

  • Vorher/Nachher-Reels: Absoluter Reichweiten-Booster. 15 Sekunden, Musik drauf, fertig.
  • Prozess-Videos: „So verlegen wir Fischgrätparkett" — die Leute lieben es, Profis beim Arbeiten zuzusehen
  • Behind the Scenes: Frühstückspause, Teamfotos, lustiger Baustellenmoment
  • Tipps für Kunden: „3 Anzeichen, dass Ihr Dach undicht wird" — zeigt Expertise
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Zeitaufwand realistisch:

2–3 Posts pro Woche reichen. Das sind ca. 2 Stunden pro Woche. Trick: Immer auf der Baustelle kurz filmen (30 Sek. Handy-Video), abends bearbeiten und posten.

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Hashtag-Strategie:

Nutzen Sie lokale + gewerk-spezifische Hashtags: #MalerKöln #VorherNachher #Handwerk #Renovierung #Handwerker. Nicht mehr als 10–15 Hashtags pro Post.

Kanal 3: Pinterest — der unterschätzte Geheimtipp

Pinterest wird von den meisten Handwerkern komplett ignoriert — zu Unrecht. Denn Pinterest ist keine Social-Media-Plattform, sondern eine visuelle Suchmaschine. Menschen suchen dort aktiv nach Inspiration: „Badezimmer modern", „Terrasse gestalten", „Holztreppe renovieren".

Wer dort Bilder seiner Projekte pinnt, wird von Kunden gefunden, die aktiv nach Handwerkern suchen — ohne Werbung, ohne Follower aufbauen zu müssen. Einen tiefergehenden Einblick, wie Handwerksbetriebe Pinterest erfolgreich nutzen, gibt es bei clean-invoice.de: Pinterest für Handwerker.

Gewerk Pinterest-Potenzial Content-Ideen
🎨 Maler & Lackierer ⭐⭐⭐⭐⭐ Farbkombinationen, Raumgestaltung, Fassaden, Vorher/Nachher
🪚 Schreiner & Tischler ⭐⭐⭐⭐⭐ Möbeldesign, Maßanfertigungen, Materialdetails
🌿 GaLaBau ⭐⭐⭐⭐⭐ Gartengestaltung, Terrassen, Pflasterungen, Bepflanzungen
🏗️ Fliesenleger ⭐⭐⭐⭐ Badezimmer-Designs, Fliesenmuster, Duschbereiche
⚡ Elektriker / SHK ⭐⭐ Weniger visuell — Instagram ist hier besser

Kanal 4: TikTok — für Azubis, nicht für Aufträge

TikTok bringt selten direkte Aufträge. Aber es macht etwas anderes: Es zeigt jungen Menschen, dass Handwerk cool ist. Und das ist in Zeiten des Fachkräftemangels Gold wert.

  • Was funktioniert: Lustige Baustellenmomente, „Erwartung vs. Realität", Azubi-Alltag, spektakuläre Zeitraffer
  • Was nicht funktioniert: Produktwerbung, langweilige Vorher/Nachhher-Posts ohne Story
  • Zeitaufwand: 3–4 Videos pro Woche, ca. 2–4 Stunden
  • ROI: Schwer messbar, aber: mehrere Betriebe berichten, dass sie über TikTok Azubi-Bewerbungen bekommen, die es vorher nicht gab

Kanal 5: YouTube — die Langzeit-Investition

YouTube-Videos leben ewig. Ein gutes Video „So streichen Sie eine Wand richtig" wird auch in 3 Jahren noch gefunden. Der Zeitaufwand ist hoch, aber der Vertrauensaufbau enorm:

  • Funktioniert: Anleitungen, Projektdokumentationen, „Ein Tag als Dachdecker"
  • Zeitaufwand: 4–6 Stunden pro Video (Dreh + Schnitt + Upload)
  • Ergebnis: Kunden sagen: „Ich hab Ihr Video gesehen und wusste sofort: Den will ich"

Social-Media-Trend 2026: Was sich ändert

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„Human Touch" statt KI-Content

Weil immer mehr Inhalte KI-generiert sind, werden echte, authentische Einblicke wertvoller denn je. Schmutzige Hände, echte Baustellen, ehrliche Worte — genau das, was Handwerker am besten können.

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Social Search: Social Media wird zur Suchmaschine

Immer mehr Menschen suchen direkt auf Instagram und TikTok statt bei Google — vor allem die Generation Z. „Maler Köln" wird nicht mehr nur gegoogelt, sondern auch auf Instagram gesucht.

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Video first — überall

Alle Plattformen bevorzugen Video-Inhalte. Wer 2026 nur Fotos postet, wird weniger ausgespielt als Accounts mit Reels und Videos.

Der realistische Wochenplan: Social Media in 3 Stunden

Tag Aufgabe Dauer
Montag Auf der Baustelle: 2–3 kurze Handyvideos drehen (Vorher-Zustand, Arbeit, Detail) 10 Min
Mittwoch Abends: Videos zuschneiden, Musik & Text drauf, posten (Instagram Reel + Pinterest) 45 Min
Freitag Nachher-Foto posten (Instagram + Google Business), auf Kommentare antworten 30 Min
Samstag Google-Bewertungen checken und beantworten, Google Post schreiben 15 Min
Gesamt 4 Touchpoints pro Woche, 3 Plattformen bespielt ~2 Stunden

FAQ: Social Media für Handwerker

Welche Social-Media-Plattform ist die beste für Handwerker?

Google Business ist Pflicht für alle. Danach: Instagram für visuelle Gewerke (Maler, Schreiner, GaLaBau), Pinterest als Geheimtipp für kreatives Handwerk, TikTok primär für die Azubi-Gewinnung.

Wie viel Zeit muss ich für Social Media einplanen?

Mit einem effizienten System: 2–3 Stunden pro Woche. Das Geheimnis: Videos auf der Baustelle drehen (5 Min), abends bearbeiten und gleichzeitig auf Instagram + Pinterest + Google posten.

Bringt Social Media wirklich Aufträge?

Ja — aber indirekt. Google Business bringt direkte Anfragen. Instagram und Pinterest bauen Vertrauen auf und sorgen dafür, dass Kunden Sie wählen, wenn sie mehrere Angebote vergleichen.

Externe Quellen

Weiterführende Artikel

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