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Anfahrtspauschale vs. Kilometerabrechnung: Was ist für Handwerker besser?

Der ultimative Vergleich für Handwerksbetriebe: Pauschale nach Zonen oder exakte Kilometerabrechnung? Mit aktuellen Spritpreisen 2026, echten Kostenrechnungen und Praxistipps für faire Anfahrtskosten.

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Kostenexperte handwerk.cloud

27. Januar 2026

Geprüfte Fachbetriebe🔒Sichere Daten (SSL)💯Kostenlos & unverbindlich4,8/5 Kundenbewertung

Kaum ein Thema sorgt in Handwerksbetrieben für mehr Unsicherheit als die Anfahrtskosten. Zu niedrig angesetzt, arbeiten Sie unwirtschaftlich. Zu hoch, verprellen Sie Kunden. Und dann die Frage: Pauschale oder Kilometerabrechnung? In diesem umfassenden Ratgeber analysieren wir beide Modelle, rechnen mit echten Zahlen für 2026 und zeigen Ihnen, welche Strategie zu Ihrem Betrieb passt.

Das Wichtigste in Kürze

  • Anfahrtskosten sind legitim und notwendig: Kraftstoff, Fahrzeugverschleiß, Zeit – das muss bezahlt werden
  • Pauschale: Einfach, fair bei gleichmäßigem Einzugsgebiet, keine Diskussionen
  • Kilometerabrechnung: Genauer, fair bei unterschiedlichen Entfernungen, aber aufwändiger
  • Zonenmodell: Beste Kombination aus Einfachheit und Fairness
  • Vollkosten 2026: Reale Fahrzeugkosten liegen bei 0,50-0,80 € pro km – ohne Arbeitszeit!

Warum Anfahrtskosten berechnen? Ein Weckruf für Handwerker

Lassen Sie uns mit einer unbequemen Wahrheit beginnen: Viele Handwerker verschenken jedes Jahr tausende Euro, weil sie Anfahrtskosten zu niedrig oder gar nicht berechnen. Dabei ist die Logik einfach:

  • Ihr Transporter kostet Geld – jeden Tag, jeden Kilometer
  • Der Kraftstoff wird immer teurer (dazu gleich mehr)
  • Ihre Arbeitszeit beginnt, wenn Sie losfahren – nicht erst beim Kunden
  • Der Verschleiß (Reifen, Bremsen, Wartung) summiert sich

Die Anfahrt ist Teil Ihrer Dienstleistung. Kein Paketdienst liefert umsonst, kein Taxi fährt gratis – warum sollte ein Handwerker das tun?

🚗 Was Ihr Kunde verstehen sollte

Die Anfahrtskosten zeigen dem Kunden transparent, dass Sie nicht einfach „kurz vorbeikommen". Sie dokumentieren, dass ein Fachmann mit professioneller Ausrüstung, einem vollständig ausgestatteten Fahrzeug und wertvoller Arbeitszeit zu ihm unterwegs ist.

Professionelle Kommunikation macht den Unterschied: „Die Anfahrt beinhaltet Fahrzeug, Werkzeug und meine Zeit – Sie zahlen für einen vollständig einsatzbereiten Fachbetrieb, der direkt loslegen kann."

Die wahren Kosten einer Anfahrt 2026

Bevor wir über Pauschalen oder Kilometer sprechen, müssen wir wissen, was eine Anfahrt tatsächlich kostet. Hier die ehrliche Rechnung für einen typischen Handwerker-Transporter:

Kraftstoffkosten 2026: Was hat sich geändert?

Die CO₂-Bepreisung schlägt 2026 wieder zu. Der Preis pro Tonne CO₂ liegt nun bei 55-65 € (Emissionshandel mit Preiskorridor). Das bedeutet konkret:

Kraftstoff Preisanstieg durch CO₂ Durchschnittspreis Jan 2026
Diesel + ca. 3,2 Cent/Liter ca. 1,55 – 1,70 €
Benzin (Super E10) + ca. 2,9 Cent/Liter ca. 1,65 – 1,80 €

Bei einem Transporter mit 10 Liter Verbrauch pro 100 km bedeutet das:

  • 30 km Anfahrt × 2 (Hin- und Rückweg) = 60 km
  • 60 km ÷ 100 × 10 Liter = 6 Liter Diesel
  • 6 Liter × 1,65 € = 9,90 € reine Kraftstoffkosten

Aber das ist nur der Anfang. Die Kraftstoffkosten machen typischerweise nur 30-40% der gesamten Fahrzeugkosten aus.

Vollkosten eines Handwerker-Transporters

Der ADAC berechnet für Nutzfahrzeuge Vollkosten von 0,50 bis 0,80 € pro Kilometer – je nach Fahrzeug, Alter und Ausstattung. Diese Kosten setzen sich zusammen aus:

Kostenart Pro km (geschätzt) Details
Kraftstoff 0,16 – 0,20 € Bei 10L/100km und 1,65 €/L
Wertverlust / AfA 0,15 – 0,25 € Größter Posten bei Neuwagen
Versicherung 0,05 – 0,10 € Haftpflicht + Kasko
Wartung / Reparaturen 0,06 – 0,12 € Inspektionen, Verschleiß
Reifen 0,02 – 0,04 € Sommer- + Winterreifen
Kfz-Steuer 0,01 – 0,02 € Je nach Fahrzeug
Summe Fahrzeugkosten 0,45 – 0,73 € Ohne Arbeitszeit!

Und was ist mit der Arbeitszeit?

Die Fahrt zum Kunden ist Arbeitszeit. Wenn ein Elektriker-Geselle 35 €/Stunde kostet (intern, mit Lohnnebenkosten) und 30 Minuten zum Kunden fährt:

  • 30 Minuten = 0,5 Stunden × 35 € = 17,50 € Arbeitszeit
  • Dazu kommen 30 Minuten Rückfahrt = weitere 17,50 €

📊 Vollkostenrechnung: 30 km Anfahrt (einfach)

  • Fahrzeugkosten (60 km gesamt): 60 × 0,60 € = 36,00 €
  • Arbeitszeit (60 Min gesamt): 1h × 35 € = 35,00 €
  • Gesamtkosten der Anfahrt: 71,00 €

Und jetzt Hand aufs Herz: Wie viel berechnen Sie dem Kunden dafür?

Wenn Sie für diese Anfahrt nur 25 € Pauschale berechnen, verschenken Sie 46 € – bei jedem einzelnen Auftrag.

Modell 1: Die Kilometerpauschale (exakte Abrechnung)

Bei der Kilometerabrechnung berechnen Sie pro gefahrenem Kilometer einen festen Betrag. Das ist die transparenteste Methode.

Typische Kilometersätze im Handwerk 2026

Modell Satz pro km Bewertung
Steuerliche Pauschale (Dienstreisen) 0,30 € Deckt nicht die Realkosten
Unteres Handwerksniveau 0,50 € Knapp kostendeckend
Marktübliches Niveau 0,70 – 1,00 € Fair und wirtschaftlich
Premium / Notdienst 1,00 – 1,50 € Inkl. Zeitkosten

Vorteile der Kilometerabrechnung

  • 100% transparent: Kunde sieht genau, wofür er zahlt
  • Fair für alle: Nahe Kunden zahlen weniger, weite mehr
  • Einfach nachzuvollziehen: Entfernung × Satz = Kosten
  • Keine Diskussionen: Google Maps zeigt die Strecke

Nachteile der Kilometerabrechnung

  • Aufwändig: Entfernung muss für jeden Auftrag ermittelt werden
  • Rechnungsstellung komplizierter: Variabler Posten
  • Kann Kunden abschrecken: Bei weiten Strecken hohe Summen
  • Unklarheit: Hin- und Rückweg? Nur Hinweg?

Praxistipp: Hin- und Rückweg berechnen?

Die Frage spaltet die Branche. Zwei Denkschulen:

Nur einfache Strecke

  • Wirkt günstiger für den Kunden
  • Sie rechnen nur die Anfahrt ab
  • Rückweg ist „Ihr Problem"
  • Cave: Höhere Satz pro km nötig

Hin- und Rückweg

  • Realistische Kostenabbildung
  • Niedrigerer Satz pro km möglich
  • Ehrlicher, aber wirkt teurer
  • Empfehlung: Klar kommunizieren!

Unsere Empfehlung: Berechnen Sie die einfache Strecke mit einem Satz, der Hin- und Rückweg abdeckt (z.B. 1,00 €/km statt 0,50 €/km für Hin und Rück). Das wirkt für den Kunden übersichtlicher.

Modell 2: Die Anfahrtspauschale

Die einfachste Variante: Sie berechnen einen festen Betrag, unabhängig von der genauen Entfernung. Beispiel: „Anfahrtspauschale: 35 €"

Vorteile der Pauschale

  • Einfach: Ein Preis für alle, keine Berechnungen nötig
  • Berechenbar: Kunde weiß vorher genau, was die Anfahrt kostet
  • Keine Diskussionen: Immer derselbe Betrag
  • Schnelle Angebote: Kein Nachschlagen von Entfernungen

Nachteile der Pauschale

  • Unfair bei extremen Entfernungen: Nahe Kunden zahlen zu viel, weite zu wenig
  • Schwer zu kalkulieren: Durchschnitt muss passen
  • Begrenzt skalierbar: Bei großem Einzugsgebiet problematisch

⚠️ Das Pauschalen-Problem

Wenn Ihre Pauschale auf 15 km kalkuliert ist, aber ein Kunde 40 km entfernt wohnt, machen Sie massiv Verlust:

  • Pauschale kalkuliert: 15 km × 2 × 0,70 € = 21 € + Marge = 30 €
  • Tatsächliche Kosten bei 40 km: 40 km × 2 × 0,70 € = 56 €
  • Verlust: 26 € bei diesem einen Auftrag

Modell 3: Das Zonenmodell (der goldene Mittelweg)

Das Zonenmodell kombiniert die Vorteile beider Systeme. Sie definieren Zonen um Ihren Standort und weisen jeder Zone eine Pauschale zu.

Beispiel: 3-Zonen-System

Zone Entfernung Anfahrtspauschale Kalkulation (bei 0,70 €/km)
Zone 1 (Nahbereich) 0 – 10 km 25 € 10 km × 2 × 0,70 = 14 € + Marge
Zone 2 (Erweitert) 10 – 25 km 45 € 25 km × 2 × 0,70 = 35 € + Marge
Zone 3 (Außenbereich) 25 – 50 km 75 € 50 km × 2 × 0,70 = 70 € + Marge

Vorteile des Zonenmodells

  • Einfach für den Kunden: „Sie sind in Zone 2, das kostet 45 €"
  • Fair: Weite Kunden zahlen mehr, nahe weniger
  • Kalkulierbar: Jede Zone ist kostendeckend
  • Professionell: Wirkt durchdacht und transparent
  • Skalierbar: Beliebig viele Zonen möglich

So definieren Sie Ihre Zonen

  1. Analysieren Sie Ihr Einzugsgebiet: Wo liegen Ihre Kunden?
  2. Legen Sie Grenzen fest: Am besten an natürlichen Grenzen (Autobahn, Fluss, Stadtgrenze)
  3. Kalkulieren Sie die Kosten: Für die maximale Entfernung jeder Zone
  4. Erstellen Sie eine Zonenkarte: Für sich und für Kundenanfragen

💡 Praxistipp: Postleitzahlen nutzen

Ordnen Sie jeder Zone Postleitzahlen zu. Dann müssen Sie nur nach der PLZ fragen und können sofort die Zone und den Preis nennen.

  • Zone 1: PLZ 50667-50676 → 25 €
  • Zone 2: PLZ 50677-50825 → 45 €
  • Zone 3: Alle anderen im Umkreis → 75 €

Welches Modell passt zu Ihrem Betrieb?

Die Wahl hängt von mehreren Faktoren ab:

Situation Empfohlenes Modell Begründung
Kleiner, lokaler Betrieb Einfache Pauschale Alle Kunden ähnlich weit entfernt
Großes Einzugsgebiet Zonenmodell Fair für nahe und ferne Kunden
Viel Konkurrenz Kilometerabrechnung Nahe Kunden sehen günstigen Preis
Großprojekte / Baustellen Kilometerabrechnung Bei vielen Fahrten akkurate Abrechnung
Notdienst Höhere Pauschale Zeitdruck rechtfertigt Aufschlag

Rechenbeispiel: Was passt zu Ihrem Betrieb?

Nehmen wir einen Elektrikerbetrieb im Rhein-Main-Gebiet mit folgenden Daten:

  • Standort: Frankfurt (zentral)
  • Einzugsgebiet: 40 km Radius
  • Durchschnittliche Entfernung zu Kunden: 18 km
  • Transporter: VW Crafter, Vollkosten ca. 0,65 €/km
  • Interner Stundensatz: 40 €

Variante A: Einfache Pauschale

  • Kalkulation auf Basis Durchschnitt (18 km):
  • 18 km × 2 × 0,65 € = 23,40 € Fahrzeugkosten
  • + 30 Min Fahrzeit × 40 €/h = 20 € Arbeitszeit (1 Richtung)
  • Gesamtkosten: 43,40 €
  • Pauschale mit Marge: 49 € oder 55 €

Problem: Kunden bei 40 km (Kosten: 72 €) zahlen nur 55 € – Sie machen 17 € Verlust.

Variante B: Zonenmodell

Zone Entfernung Reale Kosten Pauschale
Zone 1 (Frankfurt) 0-10 km ~25 € 29 €
Zone 2 (Umland) 10-25 km ~50 € 55 €
Zone 3 (Außen) 25-40 km ~75 € 85 €

Ergebnis: Jede Zone ist kostendeckend. Kunden im Frankfurter Stadtgebiet zahlen nur 29 €, weit entfernte Kunden in Darmstadt oder Wiesbaden 85 €. Fair für alle.

So kommunizieren Sie Anfahrtskosten professionell

Die beste Kalkulation nützt nichts, wenn der Kunde die Anfahrtskosten als Abzocke empfindet. So vermeiden Sie Diskussionen:

1. Proaktiv informieren

Nennen Sie die Anfahrtskosten immer im Voraus – idealerweise schon bei der Terminvereinbarung:

„Gerne komme ich am Dienstag vorbei. Die Anfahrt nach [Ort] kostet 45 €, das ist Zone 2. Passt Ihnen 14 Uhr?"

2. Auf der Rechnung richtig ausweisen

Schreiben Sie nicht einfach „Anfahrt: 45 €", sondern machen Sie deutlich, was der Kunde bekommt:

Anfahrt Zone 2 (Darmstadt)

Inkl. Fahrzeug mit vollst. Werkzeugausstattung,

Hin- und Rückfahrt, professionelle Einsatzbereitschaft

45,00 €

3. Bei Nachfragen sachlich erklären

Wenn ein Kunde fragt, warum die Anfahrt so viel kostet:

„Sie zahlen mit der Anfahrt für einen voll ausgestatteten Fachbetrieb, der direkt vor Ort loslegen kann. Das Fahrzeug, der Kraftstoff, die Versicherung und meine Zeit – das muss alles gedeckt sein. Mit 45 € liegen wir im marktüblichen Bereich."

4. Alternativen anbieten

Bei preissensiblen Kunden:

  • „Wenn Sie mehrere Kleinarbeiten bündeln, lohnt sich die Anfahrt mehr"
  • „Wenn Sie zu mir in die Werkstatt kommen können, entfällt die Anfahrt"
  • „Bei größeren Aufträgen rechne ich die Anfahrt oft in den Gesamtpreis ein"

Anfahrtskosten und Steuern

Gut zu wissen: Die Anfahrtskosten, die Sie Kunden berechnen, sind Teil Ihres Umsatzes und damit umsatzsteuer- und einkommensteuerpflichtig.

Für Privatkunden sind Anfahrtskosten im Rahmen von Handwerkerleistungen ebenfalls interessant: Sie können diese als Teil der haushaltsnahen Dienstleistungen steuerlich geltend machen (20% von max. 6.000 € pro Jahr = bis zu 1.200 € Ersparnis).

💡 Tipp für Ihre Kunden

Weisen Sie Privatkunden darauf hin: „Die Anfahrtskosten können Sie zusammen mit den Arbeitskosten von der Steuer absetzen – das sind immerhin 20% zurück!"

Das nimmt etwas vom Schmerz der Anfahrtspauschale.

Vergessen Sie die Anfahrtskosten nicht!

Eine der häufigsten Fehlerquellen: Die Anfahrt wird schlicht vergessen. Gerade bei Stammkunden oder wenn es schnell gehen muss, landet der Posten nicht auf der Rechnung.

🧾 Anfahrtspauschalen automatisch hinzufügen

In einer professionellen Handwerker-Software wie Clean Invoice lassen sich Anfahrtspauschalen als Standard-Leistungsposition hinterlegen. So wird die Anfahrt automatisch auf jede Rechnung gesetzt – und Sie vergessen sie nie wieder.

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Sonderfälle: Wie gehen Sie damit um?

Mehrere Kunden an einem Tag

Wenn Sie eine Route mit mehreren Kunden fahren, können Sie die Anfahrt aufteilen:

  • Erster und letzter Kunde: volle Anfahrt (Sie fahren hin und zurück)
  • Zwischenkunden: reduzierte Anfahrt (nur die Weiterfahrt)

Großprojekte / Mehrwöchige Baustellen

Bei längeren Projekten am selben Ort können Sie die Anfahrt:

  • Pauschal in den Gesamtpreis einrechnen (sauberste Lösung)
  • Einmalig berechnen (bei täglicher Anfahrt unfair für Sie)
  • Reduziert pro Tag berechnen (z.B. 50% der normalen Pauschale)

Kunde sagt kurzfristig ab

Klären Sie vorab: Wird die Anfahrt fällig, wenn Sie schon losgefahren sind? Eine klare Regelung in Ihren AGB schützt Sie:

„Bei Absage weniger als 24 Stunden vor dem Termin berechnen wir 50% der Anfahrtspauschale."

Anfahrt bei Kostenvoranschlägen

Viele Handwerker scheuen sich, für Angebotstermine eine Anfahrt zu berechnen. Zwei Strategien:

  • Anfahrt berechnen, bei Auftrag verrechnen: „Die Anfahrt kostet 35 €. Bei Auftragserteilung wird sie mit dem Auftrag verrechnet."
  • Kostenlose Besichtigung bei klarem Auftragspotenzial: Bei Großaufträgen kann sich die Investition lohnen

Häufige Fragen zu Anfahrtskosten

Wie viel Anfahrtskosten darf ich als Handwerker berechnen?

Es gibt keine gesetzliche Obergrenze. Die Anfahrtskosten müssen jedoch dem Kunden vorher genannt werden und sollten marktüblich sein. Typische Sätze liegen bei 20-50 € Pauschale oder 0,50-1,00 € pro Kilometer.

Muss ich die Anfahrtskosten vorher ankündigen?

Ja, unbedingt! Sie sind verpflichtet, den Kunden vorab über anfallende Anfahrtskosten zu informieren. Nachträgliche Forderungen sind rechtlich anfechtbar und schlecht fürs Image.

Wie hoch sind die echten Kosten pro Kilometer?

Die Vollkosten eines Transporters liegen laut ADAC bei 0,50-0,80 € pro km – inklusive Wertverlust, Versicherung, Wartung und Kraftstoff. Dazu kommt Ihre Arbeitszeit für die Fahrt.

Kann ich Anfahrtskosten pauschal berechnen?

Ja, Pauschalen sind üblich und erlaubt. Achten Sie darauf, dass die Pauschale Ihre durchschnittlichen Kosten deckt. Ein Zonenmodell (Zone 1-3) ist oft die fairste Lösung.

Berechne ich Hin- und Rückweg oder nur die Anfahrt?

Das ist Ihre Entscheidung. Beides ist legitim. Wichtig ist nur, dass Sie es klar kommunizieren. Die meisten Handwerker kalkulieren Hin- und Rückweg ein, nennen aber nur die einfache Strecke mit entsprechend höherem km-Satz.

Sind Anfahrtskosten von der Steuer absetzbar?

Für Privatkunden: Ja, als Teil der haushaltsnahen Handwerkerleistungen (20% von max. 6.000 € = bis zu 1.200 € Ersparnis pro Jahr). Geschäftskunden können die Kosten voll als Betriebsausgabe absetzen.

Fazit: Die richtige Strategie für Ihren Betrieb

Anfahrtskosten sind kein Luxus, sondern Notwendigkeit. Sie decken reale Kosten – Kraftstoff, Fahrzeug, Zeit – die Sie sonst aus eigener Tasche zahlen. Hier nochmal die wichtigsten Punkte:

  • Pauschale: Einfach, gut für kleine Einzugsgebiete
  • Kilometerabrechnung: Genau, gut bei sehr unterschiedlichen Entfernungen
  • Zonenmodell: Beste Kombination – fair, transparent, professionell

Die Vollkosten 2026 liegen bei mindestens 0,50-0,70 € pro Kilometer – ohne Arbeitszeit! Wer nur 25 € für 30 km berechnet, verschenkt bei jedem Einsatz Geld.

Unsere Empfehlung: Starten Sie mit einem 3-Zonen-Modell. Definieren Sie die Zonen anhand Ihres tatsächlichen Einzugsgebiets, kalkulieren Sie die Pauschalen kostendeckend mit einem kleinen Puffer, und kommunizieren Sie die Zonen proaktiv bei jedem Kundenkontakt.

Und denken Sie daran: Anfahrtskosten professionell zu berechnen ist kein Zeichen von Gier – sondern von betriebswirtschaftlicher Vernunft.

Weiterführende Artikel

Quelle: handwerk.cloud – Das Handwerker-Portal | Stand: Januar 2026. Kraftstoffpreise und Kostensätze sind Durchschnittswerte und können regional variieren.

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