Zum Inhalt springen
allgemein15 Min. Lesezeit

Schwarzarbeit im Handwerk: Warum so viele es tun

Eine ehrliche Bestandsaufnahme: Ursachen, Ausmaß und warum Schwarzarbeit am Ende alle teuer zu stehen kommt.

R

Redaktion handwerk.cloud

12. Februar 2026

Geprüfte Fachbetriebe🔒Sichere Daten (SSL)💯Kostenlos & unverbindlich4,8/5 Kundenbewertung

Schwarzarbeit ist illegal. Das steht fest, und das stellen wir hier nicht infrage. Wer ohne Rechnung arbeitet, hinterzieht Steuern und Sozialabgaben, verliert den Versicherungsschutz und riskiert Bußgelder bis zu 300.000 €. So weit die Theorie.

Aber in der Realität sieht es anders aus als in Gesetzbüchern und Sonntagsreden. In der Realität ist Schwarzarbeit im Handwerk kein Kavaliersdelikt reicher Steuerhinterzieher — sondern für viele Handwerker die Differenz zwischen Überleben und Aufgeben. Und das Geld, um das es geht, verschwindet nicht auf Schweizer Bankkonten oder in Stiftungskonstruktionen. Es wird am nächsten Tag im Supermarkt ausgegeben.

Dieser Artikel ist keine Aufforderung zur Schwarzarbeit. Er ist eine ehrliche Bestandsaufnahme — mit Zahlen, Perspektiven und der Frage, die sich niemand traut zu stellen: Warum treiben wir Handwerker in ein System, in dem sie nur illegal über Wasser bleiben können?

Die Rechnung, die keiner sehen will

Nehmen wir einen ganz normalen Malermeister mit kleinem Betrieb. Drei Angestellte, eine Halbtagskraft im Büro, ein Transporter, eine Werkstatt. Ein typischer Handwerksbetrieb, wie es Hunderttausende in Deutschland gibt.

📊 Was ein typischer Handwerksbetrieb wirklich verdient

Jahresumsatz eines Malerbetriebs mit 3 Gesellen:

  • Umsatz brutto: 380.000 €

Davon gehen ab:

  • Löhne + Lohnnebenkosten (3 Gesellen + Bürokraft): – 195.000 €
  • Material und Werkzeug: – 55.000 €
  • Fahrzeugkosten (Leasing, Versicherung, Sprit): – 18.000 €
  • Miete Werkstatt/Lager: – 12.000 €
  • Versicherungen (Betriebshaftpflicht, BG, Rechtsschutz): – 8.000 €
  • Steuerberater + Buchhaltung: – 6.000 €
  • Kammer, Innungsbeiträge, Berufsschule: – 3.500 €
  • Software, Telefon, IT: – 4.000 €
  • Weiterbildung, Zertifikate: – 2.000 €
  • Rückstellungen, Gewährleistung, Forderungsausfälle: – 8.000 €

Bleibt übrig (Betriebsergebnis vor Steuern): 68.500 €

  • Einkommensteuer + Solidaritätszuschlag: – 16.000 €
  • Krankenversicherung (Meister, privat oder freiw. gesetzlich): – 9.600 €
  • Altersvorsorge (Pflichtversicherung + privat): – 6.000 €

Netto verfügbar für den Meister: ca. 36.900 € = 3.075 €/Monat

Bei 50–60 Stunden Arbeit pro Woche, Verantwortung für 4 Arbeitsplätze, persönlicher Haftung und null Urlaubsgeld.

3.075 € netto. Für einen Meister. Mit eigenem Betrieb. Mit 50-Stunden-Woche. In einer Stadt, in der die Kaltmiete für eine 3-Zimmer-Wohnung bei 1.200 € liegt.

Seine angestellten Gesellen verdienen netto oft nicht weniger — aber sie haben bezahlten Urlaub, Lohnfortzahlung im Krankheitsfall, Beitrag zur Arbeitslosenversicherung und keinen Stress mit Buchhaltung, Kundenakquise und Personalführung.

Warum 2-3 kleine Aufträge „schwarz" den Unterschied machen

Jetzt rechnen wir die andere Seite. Der gleiche Malermeister macht am Samstagmorgen bei einem Nachbarn die Wohnung: 2 Zimmer streichen, Material hat der Kunde selbst gekauft, 6 Stunden Arbeit, 400 € bar auf die Hand.

Das macht er 2-3 Mal im Monat. Kleine Aufträge, die Samstags oder abends nebenbei laufen. Insgesamt vielleicht 800–1.000 € im Monat.

Position Offiziell Mit Nebenverdienst
Netto-Einkommen/Monat 3.075 € 3.975 €
Miete (3-Zi-Wohnung, Familie) – 1.200 € – 1.200 €
Lebensmittel (4-köpfige Familie) – 800 € – 800 €
Auto (privat, Finanzierung + Versicherung) – 450 € – 450 €
Sonstige Fixkosten (Strom, Internet, Handy, GEZ) – 300 € – 300 €
Frei verfügbar 325 € 1.225 €

325 € frei verfügbar. Davon soll die Klassenfahrt der Tochter bezahlt werden (180 €), der Zahnarzt-Eigenanteil (240 €), ein neues Paar Arbeitsschuhe (120 €). Das geht nicht auf. Und da ist noch kein Urlaub, kein Geburtstag, keine Waschmaschine, die kaputtgeht.

Die 900 € Nebenverdienst machen aus „geht nicht auf" ein „geht gerade so". Das ist keine Gier. Das ist keine kriminelle Energie. Das ist eine Familie, die über die Runden kommen will.

Wohin fließt das Geld?

Und hier liegt der Punkt, den die öffentliche Debatte systematisch ignoriert:

Die 900 € monatlich, die ein Handwerker „schwarz" verdient, verschwinden nicht. Sie werden nicht in Briefkastenfirmen auf den Cayman Islands geparkt. Sie werden nicht über Stiftungskonstruktionen der Erbschaftsteuer entzogen. Sie werden nicht in Luxemburg steuerfrei angelegt.

Sie werden am Montag im Aldi ausgegeben.

  • Der Handwerker kauft davon Lebensmittel für seine Familie — die Mehrwertsteuer fließt an den Staat.
  • Er kauft seiner Tochter neue Turnschuhe — die Umsatzsteuer fließt an den Staat.
  • Er bezahlt den Friseur, den Bäcker, die Tankstelle — alles lokale Wirtschaft, alles versteuert auf der Empfängerseite.
  • Einmal im Jahr fährt die Familie an die Ostsee — Tourismus in Deutschland, Kurtaxe und Ferienwohnungs-MwSt. inklusive.

Das Geld macht einen einzigen Umlauf außerhalb des Steuersystems — und ist danach sofort wieder im regulären Wirtschaftskreislauf. Es erzeugt Nachfrage, sichert Arbeitsplätze in Einzelhandel und Gastronomie, und generiert bei jedem weiteren Umsatz Steuern und Sozialabgaben.

Der Kontrast: Wo das große Geld verschwindet

Zum Vergleich — und hier wird es unbequem:

Akteur Steuervermeidung pro Jahr Wo landet das Geld?
Handwerker (Schwarzarbeit) ~3.500 – 5.000 € Supermarkt, Schuhgeschäft, Ostsee-Urlaub → lokale Wirtschaft
Großkonzern (legale Steuervermeidung) Millionen – Milliarden € Irland, Luxemburg, Cayman Islands → Finanzmärkte
Vermögende Privatperson (Stiftung) Hunderttausende € Familienstiftung → Vermögenserhalt über Generationen
Cum-Ex-Betrüger (kriminell) Geschätzt 36 Milliarden € (gesamt) Versteckt, kaum rückholbar

Der Handwerker, der samstags für 400 € den Flur streicht, wird vom Zoll gejagt. Der Konzern, der über eine luxemburgische Holding Millionen spart, bekommt dafür einen Tax Ruling von derselben EU, die uns die Entgelttransparenzrichtlinie schickt.

Das soll Schwarzarbeit nicht rechtfertigen. Aber es erklärt, warum der moralische Zeigefinger in der Werkstatt anders ankommt als im Bundestag.

Das eigentliche Problem: Die Abgabenlast

Warum bleibt einem Handwerksmeister mit 380.000 € Umsatz und 4 Arbeitsplätzen am Ende nur 3.075 € netto? Die Antwort liegt in der Abgabenlast, die das Handwerk überproportional trifft:

Abgabe Anteil am Bruttolohn (AG + AN) Was davon beim Handwerker ankommt
Krankenversicherung ~16 % Gesundheitsversorgung (die er braucht)
Rentenversicherung 18,6 % Rente? Nach 45 Jahren Malerei: ca. 1.400 € Rente
Arbeitslosenversicherung 2,6 % Sicherheit (die er als Selbstständiger nicht hat)
Pflegeversicherung ~4 % Pflege (wahrscheinlich reicht's trotzdem nicht)
Berufsgenossenschaft (Umlage) ~3–5 % (je nach Gewerk) Unfallversicherung (wichtig, aber teuer)
Gesamt Sozialabgaben (AG-Anteil) ~23–25 % auf jeden Euro Bruttolohn Für jeden Gesellen: ~10.000 €/Jahr Lohnnebenkosten

Dazu kommen: 19 % Umsatzsteuer auf jede Rechnung (die der Kunde zahlt, aber die der Handwerker vorfinanziert), Einkommensteuer auf den „Gewinn" (der oft kaum zum Leben reicht), Gewerbesteuer (ab 24.500 € Gewinn, je nach Hebesatz), und die kalte Progression, die Gehaltserhöhungen sofort auffrisst.

Ein Handwerker, der seinem Gesellen 1 Euro mehr pro Stunde zahlen will, muss dafür 1,25 € erwirtschaften — nach Lohnnebenkosten. Um diese 1,25 € in Rechnung zu stellen, braucht er 1,49 € auf der Rechnung (inkl. MwSt.). Um 1,49 € mehr auf der Rechnung zu haben, muss er dem Kunden 1,49 € mehr berechnen — was der Kunde aber nicht zahlen will, weil er „für Streichen ja auch jemanden für 15 €/Stunde im Internet findet".

Warum der Staat das Problem nicht lösen kann (oder will)

Das Handwerk sitzt in einer Zwickmühle, die politisch gewollt ist — oder zumindest billigend in Kauf genommen wird:

  • Löhne müssen steigen (Mindestlohn, Fachkräftemangel, Lebenshaltungskosten), aber die Preise dürfen nicht steigen (Kunden beschweren sich, weichen auf Schwarzarbeit aus oder machen es selbst).
  • Bürokratie wächst (Dokumentationspflichten, Schwarzarbeitsbekämpfung, Datenschutz, Arbeitsschutz), aber die Verwaltungskraft kleiner Betriebe ist begrenzt. Der Malermeister hat keinen Rechtsanwalt und keinen Compliance-Officer — er hat Pinsel und Farbe.
  • Sozialabgaben steigen, um ein Sozialsystem zu finanzieren, von dem der selbstständige Handwerker am wenigsten profitiert: kein Arbeitslosengeld, keine Lohnfortzahlung, minimale Rente.
  • Energiekosten explodieren, die CO2-Abgabe steigt, der Diesel wird teurer — aber Handwerker-Fahrten sind nicht substituierbar. Ein Maler kann nicht im Homeoffice arbeiten.

Was Handwerker wirklich denken (aber selten sagen)

Wir haben in den letzten Monaten mit Dutzenden Handwerkern gesprochen. Nicht wissenschaftlich, nicht repräsentativ — aber ehrlich. Hier sind die Aussagen, die immer wieder kamen:

„Ich arbeite 55 Stunden die Woche, habe 4 Angestellte und verdiene netto weniger als mein Vorarbeiter. Wenn ich samstags noch 3 Stunden bei der Nachbarin das Treppenhaus streiche, kann ich meinem Sohn das Fußballcamp bezahlen. Bin ich jetzt ein Verbrecher?"

— Malermeister, 47, Nordrhein-Westfalen

„Wenn ich das offiziell mache mit Rechnung: Ich muss es versteuern, Sozialabgaben zahlen, die BG will ihren Anteil, der Steuerberater bucht es. Von 400 € bleiben mir 180 €. Für 6 Stunden Arbeit am Samstag. 30 Euro die Stunde — das bekommt ein Werkstudent bei SAP."

— SHK-Meister, 39, Bayern

„Das Schlimmste ist: Ich soll mich schlecht fühlen, weil ich samstags einem Rentner das Bad fliesen lasse. Aber der Amazon-Fahrer, der mein Paket liefert, hat einen Sub-Sub-Vertrag, verdient 8 €/Stunde und ist scheinselbstständig. Da kontrolliert keiner."

— Fliesenleger, 52, Sachsen

Die andere Seite: Warum Schwarzarbeit trotzdem ein Problem ist

Trotz aller Empathie für die Situation — Schwarzarbeit hat reale negative Konsequenzen, die nicht wegdiskutiert werden können:

  1. Unfallschutz: Wenn ein Handwerker bei Schwarzarbeit verunglückt, hat er keinen Versicherungsschutz. Die Berufsgenossenschaft zahlt nicht. Die Krankenkasse kann Regressforderungen stellen. Das kann den finanziellen Ruin bedeuten — ausgerechnet für den, der es sich am wenigsten leisten kann.
  2. Gewährleistung: Der Kunde, der „schwarz" beauftragt, steht bei Mängeln ohne Rechte da. Der BGH hat klargestellt: Bei Schwarzarbeit besteht kein gesetzlicher Gewährleistungsanspruch. Der vermeintlich günstige Preis kann sehr teuer werden.
  3. Unlauterer Wettbewerb: Handwerksbetriebe, die korrekt arbeiten und alle Abgaben zahlen, werden von Schwarzarbeitern unterboten. Das drückt die Marktpreise für alle und bestraft genau die, die sich an die Regeln halten.
  4. Sozialsystem: Wer keine Sozialabgaben zahlt, baut keine Rentenansprüche auf und belastet das Gesundheitssystem ohne einzuzahlen. Das trifft langfristig den Handwerker selbst am härtesten.
  5. Steuergerechtigkeit: Jeder Euro, der am Fiskus vorbeigeht, muss von anderen aufgebracht werden. Das trifft letztlich wieder die, die ordentlich arbeiten — ein Teufelskreis.

Was sich ändern müsste: 5 reale Stellschrauben

Statt immer nur die Kontrollen zu verschärfen (was nur die Symptome bekämpft), müsste die Politik die Ursachen angehen. Hier sind fünf Maßnahmen, die Schwarzarbeit nachweislich reduzieren würden:

1. Handwerkerbonus verdoppeln

Aktuell können Kunden 20 % der Arbeitskosten absetzen (max. 1.200 €/Jahr). Wenn der Bonus auf 30 % (max. 3.000 €) erhöht würde, hätte der Kunde einen echten Anreiz, eine Rechnung zu verlangen. In Schweden hat ein ähnliches Modell (ROT-Avdrag) die Schwarzarbeit in der Baubranche um geschätzte 30–40 % reduziert.

2. Lohnnebenkosten für Kleinstbetriebe senken

Betriebe mit unter 10 Mitarbeitern könnten von reduzierten BG-Umlagen und vereinfachten Meldepflichten profitieren. Jeder Euro Lohnnebenkosten weniger ist ein Euro mehr, den der Meister offiziell verdienen kann — und weniger Druck, „nebenbei" zu arbeiten.

3. Bürokratie radikal vereinfachen

Die Hälfte der Bürokratie im Handwerk ist doppelt und dreifach: Meldungen an die Kammer, an die BG, an das Finanzamt, an die Sozialversicherung — oft die gleichen Daten in verschiedenen Formaten. Ein einziges digitales Portal für alle Meldepflichten würde den administrativen Aufwand um 50 % senken und dem Meister mehr Zeit fürs eigentliche Handwerk geben.

4. Mehrwertsteuer auf Handwerkerleistungen senken

Frankreich, Belgien und die Niederlande haben reduzierte MwSt.-Sätze für arbeitsintensive Handwerkerleistungen (Renovierung, Sanierung). Eine Senkung von 19 % auf 7 % für Handwerkerleistungen im privaten Wohnungsbau würde die Preise für Kunden spürbar senken — und den Anreiz für Schwarzarbeit dramatisch reduzieren.

5. Meister besser vergüten (steuerlich)

Der Meisterbrief ist ein Bachelor-äquivalenter Abschluss (DQR Stufe 6). Trotzdem wird ein Meister steuerlich wie jeder andere Selbstständige behandelt. Ein Meister-Freibetrag von 5.000 € pro Jahr (ähnlich dem Ausbildungsfreibetrag) würde den Meisterbrief aufwerten und das Einkommen spürbar erhöhen.

Unser Fazit: Kein Schwarz-Weiß

Schwarzarbeit ist illegal, sie schadet dem Sozialsystem, und sie ist unfair gegenüber denjenigen, die alle Regeln einhalten. Das steht außer Frage.

Aber die moralische Verurteilung greift zu kurz, wenn man die wirtschaftliche Realität ausblendet. Ein Handwerker, der samstags für 400 € den Flur einer Rentnerin streicht, ist kein Wirtschaftskrimineller. Er ist ein Familienvater, dem das System zu wenig zum Leben lässt.

Und sein Geld — diese 400 € — landet am Montag beim Bäcker, beim Supermarkt und beim Schuhgeschäft um die Ecke. Es zirkuliert. Es schafft Gegenwert. Es verschwindet nicht.

Wenn wir Schwarzarbeit wirklich bekämpfen wollen, müssen wir aufhören, nur den Handwerker zu bestrafen. Wir müssen die Rahmenbedingungen ändern, unter denen er arbeitet. Solange ein Meister mit 380.000 € Umsatz und 4 Arbeitsplätzen weniger verdient als ein Social-Media-Manager im Homeoffice, wird es Schwarzarbeit geben.

Nicht weil Handwerker kriminell sind. Sondern weil das System sie dazu zwingt.

Hinweis: Dieser Artikel stellt keine Aufforderung zur Schwarzarbeit dar. Schwarzarbeit ist nach dem Schwarzarbeitsbekämpfungsgesetz (SchwarzArbG) illegal und kann mit Bußgeldern bis zu 300.000 € und Freiheitsstrafen bis zu 5 Jahren geahndet werden. Die Informationen zu den aktuellen Regelungen finden Sie in unserem Artikel zum SchwarzArbMoDiG 2026. Dieser Artikel dient der gesellschaftspolitischen Diskussion und gibt die Meinung der Redaktion wieder.

Häufige Fragen zu Schwarzarbeit im Handwerk

Warum gibt es so viel Schwarzarbeit im Handwerk?

Die Hauptursache ist die hohe Abgabenlast bei gleichzeitig geringen Margen. Ein Handwerksmeister mit 380.000 € Umsatz und 4 Angestellten verdient oft nur 3.000–3.500 € netto. 2-3 kleine „Nebenaufträge" pro Monat sind häufig der einzige Weg, finanziell über die Runden zu kommen.

Ist Schwarzarbeit ein Massenphänomen?

Ja. Schätzungen zufolge beträgt der Schaden durch Schwarzarbeit in Deutschland ca. 340 Milliarden €/Jahr. Das Baugewerbe ist mit 30–40 % die am stärksten betroffene Branche.

Was wäre die beste Lösung gegen Schwarzarbeit?

Anreize statt Strafen: Höherer Handwerkerbonus für Kunden (Vorbild: Schweden), niedrigere LSt/Sozialabgaben für Kleinstbetriebe, reduzierte MwSt. auf Handwerkerleistungen und weniger Bürokratie. Das würde die Ursachen bekämpfen, nicht nur die Symptome.

Wohin fließt das Geld aus Schwarzarbeit?

Direkt zurück in die lokale Wirtschaft. Handwerker geben das Geld für Lebensmittel, Kleidung, Urlaub und Alltagskosten aus. Es verschwindet nicht auf Offshore-Konten, sondern zirkuliert sofort — im Gegensatz zu legalen Steuervermeidungsstrategien von Konzernen.

Welche Risiken hat Schwarzarbeit für Handwerker?

Kein Unfallversicherungsschutz (BG zahlt nicht), Bußgelder bis 300.000 €, Freiheitsstrafe bis 5 Jahre, keine Rentenansprüche, Regressforderungen der Krankenkasse bei Unfällen. Das persönliche Risiko ist enorm — und trifft genau die, die am wenigsten Rücklagen haben.

Weiterführende Artikel

📤 Artikel teilen:

📚 Weiterlesen