Hausbau Kosten 2026: Was ein Haus wirklich kostet
Was kostet ein Haus bauen? Der ehrliche Kostenüberblick für 2026 – vom Grundstück bis zum Einzug. Mit Kostentabellen, Fallbeispielen und Spartipps vom Bauleiter.
Handwerk.de Redaktion
13. Februar 2026
Was kostet ein Haus bauen?
Die kurze, ehrliche Antwort: Ein typisches Einfamilienhaus kostet 2026 zwischen 350.000 und 650.000 € – inklusive Grundstück und Nebenkosten. Ohne Grundstück sind es 280.000–500.000 € für das Gebäude.
Kosten pro Quadratmeter Wohnfläche
| Ausstattungsstufe | Kosten pro m² | 140-m²-Haus |
|---|---|---|
| Einfach (Fertighaus, Standard) | 1.800 – 2.200 € | 252.000 – 308.000 € |
| Gehoben (Massiv, gute Ausstattung) | 2.500 – 3.500 € | 350.000 – 490.000 € |
| Premium (Architektenhaus) | 3.500 – 5.000 € | 490.000 – 700.000 € |
Alle Kosten auf einen Blick
| Kostenblock | Anteil | Bei 140-m²-Haus (gehoben) |
|---|---|---|
| Grundstück | variabel | 80.000 – 300.000 € |
| Rohbau (Fundament, Mauerwerk, Dach) | ~45 % | 157.500 € |
| Ausbau (Elektro, Sanitär, Heizung) | ~30 % | 105.000 € |
| Innenausbau (Böden, Maler, Küche) | ~25 % | 87.500 € |
| Baunebenkosten | 15–20 % | 52.500 – 70.000 € |
| Gesamt (ohne Grundstück) | — | ~350.000 € |
Baunebenkosten: Die unterschätzten 15–20 %
| Position | Kosten (ca.) |
|---|---|
| Grunderwerbsteuer (3,5–6,5 %) | 5.000 – 20.000 € |
| Notar + Grundbuch (1,5–2 %) | 3.000 – 8.000 € |
| Makler (3–7 %) | 5.000 – 25.000 € |
| Baugenehmigung | 500 – 2.500 € |
| Vermessung | 1.500 – 3.000 € |
| Bodengutachten | 500 – 1.500 € |
| Erschließung | 5.000 – 15.000 € |
| Baustrom + Bauwasser | 500 – 1.500 € |
| Bauversicherungen | 500 – 1.500 € |
Faustregel: Rechnen Sie zum reinen Hauspreis mindestens 15 % für Nebenkosten dazu. Bei einem 350.000-€-Haus sind das 52.500 € extra.
Das war die Kurzversion. Wenn Sie verstehen wollen, wo die größten Kostenblöcke stecken und wie Sie gezielt sparen, lesen Sie weiter.
Massivhaus vs. Fertighaus: Was ist günstiger?
Eine der ersten Entscheidungen – und sie hat massive Auswirkungen auf den Preis.
Der große Vergleich
| Kriterium | Massivhaus | Fertighaus |
|---|---|---|
| Kosten/m² | 2.200 – 3.500 € | 1.800 – 2.800 € |
| Bauzeit | 8 – 14 Monate | 3 – 6 Monate |
| Individuelle Planung | ✅ Komplett frei | ⚠️ Eingeschränkt |
| Wiederverkaufswert | ✅ Höher | ⚠️ Etwas niedriger |
| Energieeffizienz | ✅ Sehr gut | ✅ Sehr gut |
| Schallschutz | ✅ Besser | ⚠️ Etwas schlechter |
| Wertschätzung bei Banken | ✅ Höher | ⚠️ Etwas niedriger |
🔧 Meister-Tipp: Fertighaus unterschätzt
Fertighäuser haben sich in den letzten 10 Jahren enorm verbessert. Die Qualität ist bei seriösen Anbietern auf Massivhaus-Niveau. Der größte Vorteil: Die Bauzeit ist halb so lang – das spart Bereitstellungszinsen, Miete und Nerven. Mein Tipp: Schauen Sie sich Musterhaus-Parks an, bevor Sie pauschal Massivbau wählen.
Kostenaufschlüsselung nach Gewerk
Rohbau (ca. 45 % der Baukosten)
| Position | Kosten (140-m²-Haus) |
|---|---|
| Erdarbeiten + Bodenplatte | 15.000 – 25.000 € |
| Alternativ: Keller | 35.000 – 60.000 € |
| Mauerwerk / Wände | 40.000 – 70.000 € |
| Dachstuhl + Eindeckung | 25.000 – 45.000 € |
| Fenster + Haustür | 12.000 – 25.000 € |
| Außenputz + Fassade | 15.000 – 25.000 € |
🔧 Meister-Tipp: Keller – ja oder nein?
Ein Keller kostet 35.000–60.000 € extra – dafür gewinnen Sie 80–120 m² Nutzfläche. Pro m² ist der Keller damit günstiger als jeder Anbau (ca. 400–600 €/m² vs. 1.500–2.500 €/m²). Meine Empfehlung: Wenn das Grundstück klein ist oder Sie Stauraum brauchen, lohnt sich der Keller fast immer.
Ausbau (ca. 30 % der Baukosten)
| Position | Kosten (140-m²-Haus) |
|---|---|
| Heizung + Warmwasser | 15.000 – 30.000 € |
| Elektroinstallation | 10.000 – 20.000 € |
| Sanitär (Wasser, Abwasser) | 8.000 – 15.000 € |
| Lüftungsanlage | 5.000 – 12.000 € |
| Trockenbau (Innenwände) | 5.000 – 10.000 € |
Innenausbau (ca. 25 % der Baukosten)
| Position | Kosten (140-m²-Haus) |
|---|---|
| Estrich + Bodenbeläge | 10.000 – 25.000 € |
| Malerarbeiten (innen) | 4.000 – 8.000 € |
| Innentüren | 3.000 – 8.000 € |
| Treppe (bei 2 Geschossen) | 3.000 – 12.000 € |
| Küche | 5.000 – 30.000 € |
| Badezimmer (komplett) | 8.000 – 25.000 € |
Wo die Kosten 2026 gestiegen sind (und wo nicht)
Preisentwicklung seit 2020
| Position | Veränderung seit 2020 | 2026-Preis |
|---|---|---|
| Holz (Dachstuhl) | +25–35 % | Auf hohem Niveau stabil |
| Beton/Mauerwerk | +15–20 % | Leicht rückläufig |
| Kupfer (Leitungen) | +30–40 % | Schwankend |
| Dämmstoffe | +20–30 % | Stabil |
| Handwerker-Löhne | +15–25 % | Weiter steigend |
| Fenster | +10–15 % | Stabil |
| Photovoltaik | −30–40 % | Deutlich günstiger! |
Sie wollen noch tiefer einsteigen? Im nächsten Teil: 3 echte Bauvorhaben mit kompletter Kostenaufstellung, die größten Spar-Potenziale und aktuelle Fördermittel.
3 echte Bauvorhaben im Vergleich
Projekt 1: Kompaktes Fertighaus – „Das Budget-Haus"
Eckdaten: Fertighaus, 110 m², Bodenplatte, 2 Geschosse, Standardausstattung
| Position | Kosten |
|---|---|
| Fertighaus schlüsselfertig | 220.000 € |
| Bodenplatte | 18.000 € |
| Außenanlage (einfach) | 8.000 € |
| Baunebenkosten | 35.000 € |
| Gebäude gesamt | 281.000 € |
| Grundstück (Vorstadt, 400 m²) | 120.000 € |
| Gesamtkosten | 401.000 € |
Finanzierung bei 80.000 € Eigenkapital: ca. 1.350 €/Monat (25 Jahre, 3,8 %)
Projekt 2: Massivhaus – „Der Klassiker"
Eckdaten: Massivbau, 145 m², Keller, 2 Geschosse, gehobene Ausstattung
| Position | Kosten |
|---|---|
| Rohbau inkl. Keller | 185.000 € |
| Dach + Eindeckung | 38.000 € |
| Fenster + Haustür | 22.000 € |
| Fassade + Dämmung | 28.000 € |
| Heizung (Wärmepumpe) | 25.000 € |
| Elektro | 16.000 € |
| Sanitär | 12.000 € |
| Lüftung | 8.000 € |
| Innenausbau komplett | 65.000 € |
| Außenanlage | 15.000 € |
| Baunebenkosten | 55.000 € |
| Gebäude gesamt | 469.000 € |
| Grundstück (Stadtrand, 550 m²) | 165.000 € |
| Gesamtkosten | 634.000 € |
Projekt 3: Architektenhaus – „Das Traumhaus"
Eckdaten: Architektenhaus, 180 m², Keller + Garage, hochwertige Ausstattung, Smart Home
| Position | Kosten |
|---|---|
| Planung + Architektenhonorar | 65.000 € |
| Rohbau + Keller + Garage | 280.000 € |
| Dach + Eindeckung (Flachdach, begrünt) | 48.000 € |
| Fenster (bodentief) + Haustür | 42.000 € |
| Fassade (Klinker + Putz) | 38.000 € |
| Heizung (Erdwärme-WP) | 35.000 € |
| Elektro + Smart Home | 32.000 € |
| Sanitär (2 Bäder, Gäste-WC) | 18.000 € |
| Lüftung (KWL mit WRG) | 12.000 € |
| Innenausbau Premium | 110.000 € |
| PV-Anlage 12 kWp + Speicher | 22.000 € |
| Außenanlage | 30.000 € |
| Baunebenkosten | 85.000 € |
| Gebäude gesamt | 817.000 € |
| Grundstück (gute Lage, 700 m²) | 280.000 € |
| Gesamtkosten | 1.097.000 € |
Förderung beim Hausbau 2026
Aktuelle Programme
| Programm | Förderung | Voraussetzung |
|---|---|---|
| KfW 297/298 – Klimafreundlicher Neubau | Zinsverbilligter Kredit bis 150.000 € | EH 40 + QNG-Siegel |
| KfW 300 – Wohneigentum für Familien | Zinsverbilligter Kredit bis 270.000 € | EH 40, Familie mit Kindern, zvE ≤ 90.000 € |
| BEG Einzelmaßnahmen (Heizung) | 30–70 % Zuschuss | Wärmepumpe, Pellet etc. |
| Landes-Förderungen | Variabel | Je nach Bundesland |
💰 Förder-Tipp: KfW 300 für Familien
Familien mit Kindern und einem zu versteuernden Einkommen unter 90.000 € können über das KfW 300-Programm bis zu 270.000 € zu extrem günstigen Zinsen leihen. Bei einem Hauspreis von 400.000 € finanzieren Sie so zwei Drittel zu Vorzugskonditionen. Unbedingt vor dem Grundstückskauf informieren!
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Die 7 größten Kostenfallen beim Hausbau
1. Kein Puffer eingeplant
Fehler: Budget exakt auf Kante genäht. Realität: 10–15 % Mehrkosten sind normal – Bodenverhältnisse, Sonderwünsche, Materialpreise. Regel: Immer 10–15 % des Budgets als Reserve einplanen.
2. Bemusterung unterschätzt
Fehler: „Die Standardfliese reicht schon." Realität: Bei der Bemusterung (Auswahl von Fliesen, Armaturen, Böden) kann es schnell 20.000–40.000 € teurer werden als der Standard.
3. Außenanlagen vergessen
Fehler: Budget endet an der Haustür. Realität: Einfahrt, Terrasse, Zaun, Rasen, Bepflanzung kosten schnell 15.000–40.000 €.
4. Eigenleistung überschätzt
Fehler: „Die Malerarbeiten machen wir selbst – spart 20.000 €." Realität: Realistisch sind Einsparungen von 15.000–25.000 € durch Eigenleistung. Aber: Krankschreibung, Urlaub und abendliche Baustelle kosten auch Kraft.
5. Billigstes Angebot genommen
Fehler: Generalunternehmer mit dem niedrigsten Preis gewählt. Realität: Nachträge, versteckte Kosten, Baumängel. Am Ende wird es teurer als das mittlere Angebot.
6. Keine Bauleitung
Fehler: Gewerke selbst koordiniert ohne Erfahrung. Realität: Terminverzögerungen, Schnittstellenprobleme. Ein Bauleiter kostet 3–5 % – spart aber oft 10 % durch Fehlervermeidung.
7. Energiestandard zu knapp kalkuliert
Fehler: Nur GEG-Mindeststandard statt EH 40. Realität: EH 40 kostet ca. 5–8 % mehr, spart aber 30–40 % Heizkosten UND ermöglicht KfW-Förderung. Über 25 Jahre fast immer rentabel.
Eigenleistung: Wo lohnt es sich wirklich?
| Tätigkeit | Ersparnis/Std. | Empfehlung |
|---|---|---|
| Malerarbeiten | 35 – 50 € | ✅ Jeder kann das |
| Böden verlegen (Laminat/Vinyl) | 30 – 45 € | ✅ Mit Anleitung machbar |
| Garten / Außenanlagen | 30 – 50 € | ✅ Zeitaufwändig, aber gut machbar |
| Trockenbau | 40 – 55 € | ⚠️ Nur mit Erfahrung |
| Fliesen | 45 – 65 € | ⚠️ Risiko bei Bad/Abdichtung |
| Elektro (keine Anschlüsse!) | 50 – 70 € | ⚠️ Schlitze + Kabel verlegen, Anschluss durch Fachmann |
| Rohbau / Dach | — | ❌ Finger weg! |
🔧 Meister-Tipp: Muskelhypothek realistisch planen
Banken erkennen Eigenleistung als Eigenkapital an – die sogenannte Muskelhypothek. Realistisch sind 15.000–30.000 € Eigenleistung. Planen Sie nicht mehr ein, als Sie ehrlich leisten können. Ich habe Bauherren erlebt, die nach 3 Monaten Feierabend-Baustelle aufgegeben haben – dann wird's richtig teuer.
Checklisten
Checkliste: Vor dem Hausbau
- Budget realistisch kalkuliert (inkl. 15 % Nebenkosten + 10 % Puffer)?
- Grundstück gesichert (Lage, Bodengutachten, Bebauungsplan)?
- Finanzierung steht (Eigenkapital mind. 20 %)?
- KfW-Förderung geprüft (Programme 297/298/300)?
- Architektenhaus oder Fertighaus entschieden?
- Keller ja/nein entschieden?
- Energiestandard festgelegt (EH 40 für KfW)?
- Mind. 3 Angebote eingeholt und verglichen?
Checkliste: Kostenblöcke vollständig?
- Grundstück + Kaufnebenkosten
- Rohbau (Erdarbeiten, Bodenplatte/Keller, Wände, Dach)
- Fassade + Dämmung + Fenster
- Heizung + Sanitär + Elektro + Lüftung
- Innenausbau (Estrich, Böden, Maler, Türen, Treppe)
- Bad(er) komplett
- Küche
- Außenanlagen (Einfahrt, Terrasse, Zaun, Garten)
- Baunebenkosten (alle 9 Positionen beachten!)
- Puffer 10–15 %
Fazit: Ehrlich kalkulieren, entspannt bauen
| # | Erkenntnis |
|---|---|
| 1 | 2.500–3.500 €/m² ist realistisch für ein solides Haus 2026 |
| 2 | Baunebenkosten (15 %) + Puffer (10 %) nicht vergessen |
| 3 | Fertighaus ist eine echte Alternative – schneller und oft günstiger |
| 4 | KfW-Förderung nutzen – EH 40 lohnt sich fast immer |
| 5 | Eigenleistung realistisch planen – 15.000–30.000 € sind machbar |
| 6 | 3 Angebote einholen – das mittlere ist oft das beste |
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