Zum Inhalt springen
allgemein11 Min. Lesezeit

Hausbau Kosten 2026: Was ein Haus wirklich kostet

Was kostet ein Haus bauen? Der ehrliche Kostenüberblick für 2026 – vom Grundstück bis zum Einzug. Mit Kostentabellen, Fallbeispielen und Spartipps vom Bauleiter.

H

Handwerk.de Redaktion

13. Februar 2026

Geprüfte Fachbetriebe🔒Sichere Daten (SSL)💯Kostenlos & unverbindlich4,8/5 Kundenbewertung

Was kostet ein Haus bauen?

Die kurze, ehrliche Antwort: Ein typisches Einfamilienhaus kostet 2026 zwischen 350.000 und 650.000 € – inklusive Grundstück und Nebenkosten. Ohne Grundstück sind es 280.000–500.000 € für das Gebäude.

Kosten pro Quadratmeter Wohnfläche

Ausstattungsstufe Kosten pro m² 140-m²-Haus
Einfach (Fertighaus, Standard) 1.800 – 2.200 € 252.000 – 308.000 €
Gehoben (Massiv, gute Ausstattung) 2.500 – 3.500 € 350.000 – 490.000 €
Premium (Architektenhaus) 3.500 – 5.000 € 490.000 – 700.000 €

Alle Kosten auf einen Blick

Kostenblock Anteil Bei 140-m²-Haus (gehoben)
Grundstück variabel 80.000 – 300.000 €
Rohbau (Fundament, Mauerwerk, Dach) ~45 % 157.500 €
Ausbau (Elektro, Sanitär, Heizung) ~30 % 105.000 €
Innenausbau (Böden, Maler, Küche) ~25 % 87.500 €
Baunebenkosten 15–20 % 52.500 – 70.000 €
Gesamt (ohne Grundstück) ~350.000 €

Baunebenkosten: Die unterschätzten 15–20 %

Position Kosten (ca.)
Grunderwerbsteuer (3,5–6,5 %) 5.000 – 20.000 €
Notar + Grundbuch (1,5–2 %) 3.000 – 8.000 €
Makler (3–7 %) 5.000 – 25.000 €
Baugenehmigung 500 – 2.500 €
Vermessung 1.500 – 3.000 €
Bodengutachten 500 – 1.500 €
Erschließung 5.000 – 15.000 €
Baustrom + Bauwasser 500 – 1.500 €
Bauversicherungen 500 – 1.500 €

Faustregel: Rechnen Sie zum reinen Hauspreis mindestens 15 % für Nebenkosten dazu. Bei einem 350.000-€-Haus sind das 52.500 € extra.


Das war die Kurzversion. Wenn Sie verstehen wollen, wo die größten Kostenblöcke stecken und wie Sie gezielt sparen, lesen Sie weiter.


Massivhaus vs. Fertighaus: Was ist günstiger?

Eine der ersten Entscheidungen – und sie hat massive Auswirkungen auf den Preis.

Der große Vergleich

Kriterium Massivhaus Fertighaus
Kosten/m² 2.200 – 3.500 € 1.800 – 2.800 €
Bauzeit 8 – 14 Monate 3 – 6 Monate
Individuelle Planung ✅ Komplett frei ⚠️ Eingeschränkt
Wiederverkaufswert ✅ Höher ⚠️ Etwas niedriger
Energieeffizienz ✅ Sehr gut ✅ Sehr gut
Schallschutz ✅ Besser ⚠️ Etwas schlechter
Wertschätzung bei Banken ✅ Höher ⚠️ Etwas niedriger

🔧 Meister-Tipp: Fertighaus unterschätzt

Fertighäuser haben sich in den letzten 10 Jahren enorm verbessert. Die Qualität ist bei seriösen Anbietern auf Massivhaus-Niveau. Der größte Vorteil: Die Bauzeit ist halb so lang – das spart Bereitstellungszinsen, Miete und Nerven. Mein Tipp: Schauen Sie sich Musterhaus-Parks an, bevor Sie pauschal Massivbau wählen.

Kostenaufschlüsselung nach Gewerk

Rohbau (ca. 45 % der Baukosten)

Position Kosten (140-m²-Haus)
Erdarbeiten + Bodenplatte 15.000 – 25.000 €
Alternativ: Keller 35.000 – 60.000 €
Mauerwerk / Wände 40.000 – 70.000 €
Dachstuhl + Eindeckung 25.000 – 45.000 €
Fenster + Haustür 12.000 – 25.000 €
Außenputz + Fassade 15.000 – 25.000 €

🔧 Meister-Tipp: Keller – ja oder nein?

Ein Keller kostet 35.000–60.000 € extra – dafür gewinnen Sie 80–120 m² Nutzfläche. Pro m² ist der Keller damit günstiger als jeder Anbau (ca. 400–600 €/m² vs. 1.500–2.500 €/m²). Meine Empfehlung: Wenn das Grundstück klein ist oder Sie Stauraum brauchen, lohnt sich der Keller fast immer.

Ausbau (ca. 30 % der Baukosten)

Position Kosten (140-m²-Haus)
Heizung + Warmwasser 15.000 – 30.000 €
Elektroinstallation 10.000 – 20.000 €
Sanitär (Wasser, Abwasser) 8.000 – 15.000 €
Lüftungsanlage 5.000 – 12.000 €
Trockenbau (Innenwände) 5.000 – 10.000 €

Innenausbau (ca. 25 % der Baukosten)

Position Kosten (140-m²-Haus)
Estrich + Bodenbeläge 10.000 – 25.000 €
Malerarbeiten (innen) 4.000 – 8.000 €
Innentüren 3.000 – 8.000 €
Treppe (bei 2 Geschossen) 3.000 – 12.000 €
Küche 5.000 – 30.000 €
Badezimmer (komplett) 8.000 – 25.000 €

Wo die Kosten 2026 gestiegen sind (und wo nicht)

Preisentwicklung seit 2020

Position Veränderung seit 2020 2026-Preis
Holz (Dachstuhl) +25–35 % Auf hohem Niveau stabil
Beton/Mauerwerk +15–20 % Leicht rückläufig
Kupfer (Leitungen) +30–40 % Schwankend
Dämmstoffe +20–30 % Stabil
Handwerker-Löhne +15–25 % Weiter steigend
Fenster +10–15 % Stabil
Photovoltaik −30–40 % Deutlich günstiger!

Sie wollen noch tiefer einsteigen? Im nächsten Teil: 3 echte Bauvorhaben mit kompletter Kostenaufstellung, die größten Spar-Potenziale und aktuelle Fördermittel.


3 echte Bauvorhaben im Vergleich

Projekt 1: Kompaktes Fertighaus – „Das Budget-Haus"

Eckdaten: Fertighaus, 110 m², Bodenplatte, 2 Geschosse, Standardausstattung

Position Kosten
Fertighaus schlüsselfertig 220.000 €
Bodenplatte 18.000 €
Außenanlage (einfach) 8.000 €
Baunebenkosten 35.000 €
Gebäude gesamt 281.000 €
Grundstück (Vorstadt, 400 m²) 120.000 €
Gesamtkosten 401.000 €

Finanzierung bei 80.000 € Eigenkapital: ca. 1.350 €/Monat (25 Jahre, 3,8 %)

Projekt 2: Massivhaus – „Der Klassiker"

Eckdaten: Massivbau, 145 m², Keller, 2 Geschosse, gehobene Ausstattung

Position Kosten
Rohbau inkl. Keller 185.000 €
Dach + Eindeckung 38.000 €
Fenster + Haustür 22.000 €
Fassade + Dämmung 28.000 €
Heizung (Wärmepumpe) 25.000 €
Elektro 16.000 €
Sanitär 12.000 €
Lüftung 8.000 €
Innenausbau komplett 65.000 €
Außenanlage 15.000 €
Baunebenkosten 55.000 €
Gebäude gesamt 469.000 €
Grundstück (Stadtrand, 550 m²) 165.000 €
Gesamtkosten 634.000 €

Projekt 3: Architektenhaus – „Das Traumhaus"

Eckdaten: Architektenhaus, 180 m², Keller + Garage, hochwertige Ausstattung, Smart Home

Position Kosten
Planung + Architektenhonorar 65.000 €
Rohbau + Keller + Garage 280.000 €
Dach + Eindeckung (Flachdach, begrünt) 48.000 €
Fenster (bodentief) + Haustür 42.000 €
Fassade (Klinker + Putz) 38.000 €
Heizung (Erdwärme-WP) 35.000 €
Elektro + Smart Home 32.000 €
Sanitär (2 Bäder, Gäste-WC) 18.000 €
Lüftung (KWL mit WRG) 12.000 €
Innenausbau Premium 110.000 €
PV-Anlage 12 kWp + Speicher 22.000 €
Außenanlage 30.000 €
Baunebenkosten 85.000 €
Gebäude gesamt 817.000 €
Grundstück (gute Lage, 700 m²) 280.000 €
Gesamtkosten 1.097.000 €

Förderung beim Hausbau 2026

Aktuelle Programme

Programm Förderung Voraussetzung
KfW 297/298 – Klimafreundlicher Neubau Zinsverbilligter Kredit bis 150.000 € EH 40 + QNG-Siegel
KfW 300 – Wohneigentum für Familien Zinsverbilligter Kredit bis 270.000 € EH 40, Familie mit Kindern, zvE ≤ 90.000 €
BEG Einzelmaßnahmen (Heizung) 30–70 % Zuschuss Wärmepumpe, Pellet etc.
Landes-Förderungen Variabel Je nach Bundesland

💰 Förder-Tipp: KfW 300 für Familien

Familien mit Kindern und einem zu versteuernden Einkommen unter 90.000 € können über das KfW 300-Programm bis zu 270.000 € zu extrem günstigen Zinsen leihen. Bei einem Hauspreis von 400.000 € finanzieren Sie so zwei Drittel zu Vorzugskonditionen. Unbedingt vor dem Grundstückskauf informieren!

Berechnen Sie Ihre persönliche Förderhöhe mit unserem Förderrechner →.


Die 7 größten Kostenfallen beim Hausbau

1. Kein Puffer eingeplant

Fehler: Budget exakt auf Kante genäht. Realität: 10–15 % Mehrkosten sind normal – Bodenverhältnisse, Sonderwünsche, Materialpreise. Regel: Immer 10–15 % des Budgets als Reserve einplanen.

2. Bemusterung unterschätzt

Fehler: „Die Standardfliese reicht schon." Realität: Bei der Bemusterung (Auswahl von Fliesen, Armaturen, Böden) kann es schnell 20.000–40.000 € teurer werden als der Standard.

3. Außenanlagen vergessen

Fehler: Budget endet an der Haustür. Realität: Einfahrt, Terrasse, Zaun, Rasen, Bepflanzung kosten schnell 15.000–40.000 €.

4. Eigenleistung überschätzt

Fehler: „Die Malerarbeiten machen wir selbst – spart 20.000 €." Realität: Realistisch sind Einsparungen von 15.000–25.000 € durch Eigenleistung. Aber: Krankschreibung, Urlaub und abendliche Baustelle kosten auch Kraft.

5. Billigstes Angebot genommen

Fehler: Generalunternehmer mit dem niedrigsten Preis gewählt. Realität: Nachträge, versteckte Kosten, Baumängel. Am Ende wird es teurer als das mittlere Angebot.

6. Keine Bauleitung

Fehler: Gewerke selbst koordiniert ohne Erfahrung. Realität: Terminverzögerungen, Schnittstellenprobleme. Ein Bauleiter kostet 3–5 % – spart aber oft 10 % durch Fehlervermeidung.

7. Energiestandard zu knapp kalkuliert

Fehler: Nur GEG-Mindeststandard statt EH 40. Realität: EH 40 kostet ca. 5–8 % mehr, spart aber 30–40 % Heizkosten UND ermöglicht KfW-Förderung. Über 25 Jahre fast immer rentabel.


Eigenleistung: Wo lohnt es sich wirklich?

Tätigkeit Ersparnis/Std. Empfehlung
Malerarbeiten 35 – 50 € ✅ Jeder kann das
Böden verlegen (Laminat/Vinyl) 30 – 45 € ✅ Mit Anleitung machbar
Garten / Außenanlagen 30 – 50 € ✅ Zeitaufwändig, aber gut machbar
Trockenbau 40 – 55 € ⚠️ Nur mit Erfahrung
Fliesen 45 – 65 € ⚠️ Risiko bei Bad/Abdichtung
Elektro (keine Anschlüsse!) 50 – 70 € ⚠️ Schlitze + Kabel verlegen, Anschluss durch Fachmann
Rohbau / Dach ❌ Finger weg!

🔧 Meister-Tipp: Muskelhypothek realistisch planen

Banken erkennen Eigenleistung als Eigenkapital an – die sogenannte Muskelhypothek. Realistisch sind 15.000–30.000 € Eigenleistung. Planen Sie nicht mehr ein, als Sie ehrlich leisten können. Ich habe Bauherren erlebt, die nach 3 Monaten Feierabend-Baustelle aufgegeben haben – dann wird's richtig teuer.


Checklisten

Checkliste: Vor dem Hausbau

  • Budget realistisch kalkuliert (inkl. 15 % Nebenkosten + 10 % Puffer)?
  • Grundstück gesichert (Lage, Bodengutachten, Bebauungsplan)?
  • Finanzierung steht (Eigenkapital mind. 20 %)?
  • KfW-Förderung geprüft (Programme 297/298/300)?
  • Architektenhaus oder Fertighaus entschieden?
  • Keller ja/nein entschieden?
  • Energiestandard festgelegt (EH 40 für KfW)?
  • Mind. 3 Angebote eingeholt und verglichen?

Checkliste: Kostenblöcke vollständig?

  • Grundstück + Kaufnebenkosten
  • Rohbau (Erdarbeiten, Bodenplatte/Keller, Wände, Dach)
  • Fassade + Dämmung + Fenster
  • Heizung + Sanitär + Elektro + Lüftung
  • Innenausbau (Estrich, Böden, Maler, Türen, Treppe)
  • Bad(er) komplett
  • Küche
  • Außenanlagen (Einfahrt, Terrasse, Zaun, Garten)
  • Baunebenkosten (alle 9 Positionen beachten!)
  • Puffer 10–15 %

Fazit: Ehrlich kalkulieren, entspannt bauen

# Erkenntnis
1 2.500–3.500 €/m² ist realistisch für ein solides Haus 2026
2 Baunebenkosten (15 %) + Puffer (10 %) nicht vergessen
3 Fertighaus ist eine echte Alternative – schneller und oft günstiger
4 KfW-Förderung nutzen – EH 40 lohnt sich fast immer
5 Eigenleistung realistisch planen – 15.000–30.000 € sind machbar
6 3 Angebote einholen – das mittlere ist oft das beste

Planen Sie Ihren Hausbau? Diese Ratgeber helfen bei den Details:

📤 Artikel teilen:

📚 Weiterlesen