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Boden

Epoxidharzboden

EpoxidharzbodenFugenloser Bodenbelag aus Kunstharz für hohe Belastbarkeit und edle Optik

1 Min. Lesezeit

Was ist ein Epoxidharzboden?

Ein Epoxidharzboden ist ein fugenloses 2-Komponenten-Kunstharzsystem, das als flüssiger Belag auf [Estrich](/lexikon/estrich-detail) oder Beton aufgetragen wird. Nach der chemischen Aushärtung (Vernetzung der beiden Komponenten) entsteht eine extrem belastbare, pflegeleichte und wasserabweisende Oberfläche.

Anwendungsbereiche und Kosten

BereichSchichtaufbauKosten/m²Besonderheiten
Garagenboden1 Schicht mit Chips25 – 50 €Beliebteste DIY-Anwendung
Werkstatt/Industrie2-3 Schichten, -leitfähig40 – 80 €Chemikalienbeständig
Wohnraum (Design)Grundierung + Farbschicht + PU-Siegel80 – 150 €Metallic/3D-Optik möglich
Kellerboden1 Schicht20 – 40 €Feuchtigkeitssperre nötig
Küche/Bad2 Schichten + Versiegelung60 – 120 €Rutschhemmung beachten
Terrasse/BalkonPU-Hybrid (nicht reines Epoxid)70 – 130 €UV-Beständigkeit nötig

Vor- und Nachteile

✅ Vorteile❌ Nachteile
Fugenlos, hygienisch, leicht zu reinigenVergilbt bei UV-Licht (ohne PU-Siegel)
Extrem belastbar (bis 80 N/mm²)Nicht kratzfest in Hochglanz-Ausführung
Wasserabweisend, chemikalienbeständigAufwendige Untergrundvorbereitung
Fußbodenheizung geeignetSchwierig zu reparieren (Ausbesserungen sichtbar)
Große Designvielfalt (Metallic, 3D, Chips)Verarbeitungstemperatur 15–25 °C nötig
Langlebig (15-25 Jahre)Professionelle Verarbeitung empfohlen

Schichtaufbau im Detail

SchichtMaterialFunktionTrocknung
1. GrundierungEP-Grundierung oder HaftgrundHaftvermittlung zum Untergrund12–24 Stunden
2. Spachtelschicht (optional)EP-Spachtel + QuarzsandAusgleich von Unebenheiten24 Stunden
3. BeschichtungEP-Beschichtung (farbig)Hauptschicht, Optik24 Stunden
4. Chips/Flocken (optional)Deko-Chips einstreuenOptik + RutschhemmungIn nasse Schicht
5. VersiegelungPU-Siegel (matt/glänzend)UV-Schutz, Kratzfestigkeit24 Stunden

Gesamte Verarbeitungszeit: 3–5 Tage (inkl. Trocknung)

Untergrundvorbereitung

Die wichtigste Phase – 80 % aller Probleme entstehen durch schlechte Vorbereitung:

SchrittMethodeWarum
1. PrüfenFeuchtemessung (<4 % CM)Feuchtigkeit = Blasenbildung
2. ReinigenIndustriesauger + FettentfernerHaftung sicherstellen
3. Schleifen/KugelstrahlenDiamantschleifer oder KugelstrahlerPoriges, griffiges Profil erzeugen
4. Risse/LöcherEP-Spachtel auffüllenEbene Fläche herstellen
5. AbsaugenStaubfrei machenKein Staub unter der Beschichtung

DIY vs. Profi

KriteriumDIY (Garage/Keller)Profi (Wohnraum/Gewerbe)
Kosten15–30 €/m² (Material)60–150 €/m² (komplett)
QualitätGut, wenn Vorbereitung stimmtPerfekt, professionelles Equipment
FehlertoleranzGering – Blasen, Unebenheiten irreparabelProfi erkennt Probleme früh
EquipmentStachelwalze, Mischbohrer, EimerKugelstrahler, Zahnspachtel, Entlüftungswalze
Empfehlung✅ Für Garagen und Keller✅ Für alles über 30 m² und Wohnräume

Epoxidharz vs. Polyurethan (PU)

EigenschaftEpoxidharz (EP)Polyurethan (PU)
HärteSehr hartFlexibler
UV-Beständigkeit❌ Vergilbt✅ UV-stabil
Chemikalienresistenz✅ Sehr hoch⚠️ Gut
PreisGünstigerTeurer
AnwendungInnenräume, GaragenAußen, Balkone, Terrassen
KombinationEP-Grundierung + PU-Siegel = ideal
👷‍♂️

Meister-Tipp

Epoxidharz vergilbt im Sonnenlicht! Für Garagen und Keller kein Problem. Aber in Wohnräumen mit viel Tageslicht nimmt Epoxidharz einen Gelbstich an. Die beste Lösung: Epoxidharz als Grundierung und Farbschicht, darüber eine PU-Versiegelung – die ist UV-stabil und kratzfester. Oder gleich ein PU-Boden, der ist zwar etwas teurer, aber farbstabiler. Und: Verarbeitungstemperatur beachten! Unter 15 °C härtet Epoxidharz nicht richtig aus. Im Winter Heizlüfter aufstellen.

Pflege und Reinigung

AufgabeHäufigkeitMittel
Kehren/SaugenTäglich (Gewerbe) / Wöchentlich (Privat)Weicher Besen, Sauger ohne Bürstenwalze
WischenWöchentlichNeutralreiniger (pH 7), kein Schmierseifenwasser
FleckentfernungBei BedarfIsopropanol oder spezielle EP-Reiniger
NachversiegelungAlle 5-10 JahrePU-Pflegesiegel auftragen

Checkliste: Epoxidharzboden planen

  • ✅ Einsatzbereich definieren (Garage/Wohn/Gewerbe)
  • ✅ Untergrund prüfen lassen (Feuchte, Tragfähigkeit)
  • ✅ UV-Belastung klären → ggf. PU-Versiegelung einplanen
  • ✅ Rutschhemmung klären (Bad, Küche → R10/R11)
  • ✅ Farbton und Design wählen (Chips, Metallic, uni)
  • ✅ Verarbeitungstemperatur prüfen (15–25 °C)
  • ✅ Bei DIY: Testfläche anlegen bevor der ganze Raum beschichtet wird

Häufige Fragen zu Epoxidharzboden

Was kostet ein Epoxidharzboden pro m²?
Garagenboden (Einschicht): 25-50 €/m². Gewerbeboden (Mehrschicht): 40-80 €/m². Design-Wohnboden: 80-150 €/m². DIY-Set (Garage): 15-30 €/m² Material.
Kann ich einen Epoxidharzboden selbst machen?
Garage/Keller: Ja, mit DIY-Sets. Wohnräume: Besser vom Profi – Unebenheiten und Blasen sind bei Epoxidharz nicht korrigierbar. Wichtig: Untergrund muss perfekt vorbereitet sein (staubfrei, grundiert).
Wie lange hält ein Epoxidharzboden?
15-25 Jahre bei normaler Beanspruchung. In Garagen und Werkstätten: 10-20 Jahre. Die Oberfläche kann bei Verschleiß überarbeitet werden, ohne den gesamten Boden zu erneuern.
Vergilbt Epoxidharzboden?
Ja, reines Epoxidharz vergilbt bei UV-Einstrahlung. In Garagen und Kellern ist das kein Problem. In Wohnräumen mit viel Tageslicht sollte eine PU-Versiegelung (UV-stabil) als Deckschicht verwendet werden.

Relevante Gewerke