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Energie & Technik

Fußbodenheizung

FußbodenheizungEin Heizsystem, bei dem Wärme über im Boden verlegte Rohre oder Heizmatten gleichmäßig abgegeben wird

2 Min. Lesezeit

Was ist eine Fußbodenheizung?

Eine Fußbodenheizung ist ein Flächenheizsystem, bei dem Wärme über den gesamten Boden gleichmäßig abgegeben wird. Im Vergleich zu Heizkörpern arbeitet sie mit niedrigeren Vorlauftemperaturen und sorgt für angenehme Strahlungswärme.

Systeme im Vergleich

Warmwasser-Fußbodenheizung

  • Rohre im [Estrich](/lexikon/estrich-detail) verlegt
  • Betrieb mit Heizkessel, Wärmepumpe, etc.
  • Standard im Neubau
  • Kosten: 50-80 €/m²

Elektrische Fußbodenheizung

  • Heizmatten oder -kabel unter dem Belag
  • Nur für kleine Flächen sinnvoll (Bad)
  • Hohe Betriebskosten
  • Kosten: 30-50 €/m²

Trockensystem (Nachrüstung)

  • Geringe Aufbauhöhe (ca. 20 mm)
  • Für Sanierung geeignet
  • Schnellere Reaktionszeiten
  • Kosten: 80-120 €/m²

Vor- und Nachteile

Vorteile

  • ✅ Gleichmäßige Wärmeverteilung
  • ✅ Keine sichtbaren Heizkörper
  • ✅ Ideal für Wärmepumpen (niedrige Vorlauftemperatur)
  • ✅ Angenehme Strahlungswärme
  • ✅ Kein Staubaufwirbeln

Nachteile

  • ❌ Hohe Investitionskosten
  • ❌ Träge Reaktion (langsames Aufheizen)
  • ❌ Aufwendige Nachrüstung im Altbau
  • ❌ Reparaturen schwierig
  • ❌ Nicht alle Bodenbeläge geeignet

Bodenbeläge für Fußbodenheizung

BelagEignungWärmeleitfähigkeit
Fliesen/Naturstein✅ Sehr gutSehr hoch
Vinyl/LVT✅ GutMittel
Laminat✅ Gut (mit Hinweis)Mittel
Parkett⚠️ BedingtMittel-niedrig
Teppich❌ Weniger geeignetNiedrig

Wichtig: Wärmedurchlasswiderstand des Belags max. 0,15 m²K/W!

Kosten im Überblick

PositionKosten/m²
Rohrsystem15-25 €
Verlegung15-25 €
Regelung5-15 €
Estrich25-40 €
Gesamt60-105 €

Beispiel 100 m² EFH: 6.000-10.500 €

Nachrüstung im Altbau

Herausforderungen

  • Aufbauhöhe erforderlich (min. 50-80 mm)
  • Türen, Anschlüsse müssen angepasst werden
  • Estrich muss komplett erneuert werden (bei Nasssystem)

Alternativen

  • Trockensystem: Nur 20-30 mm Aufbauhöhe
  • Fräsen: Rohre in bestehenden Estrich fräsen
  • Einzelne Räume: Nur Bad oder Wohnzimmer

Regelung und Steuerung

Einzelraumregelung

  • Pflicht nach GEG
  • Thermostate in jedem Raum
  • Stellantriebe am Heizkreisverteiler

Smart Home

  • Programmierbare Thermostate
  • Fernsteuerung per App
  • Automatische Absenkung bei Abwesenheit

Kombination mit Wärmepumpe

Fußbodenheizung + Wärmepumpe ist ideal:

  • Niedrige Vorlauftemperatur (30-35°C)
  • Hohe Effizienz der Wärmepumpe (JAZ > 4)
  • Geringere Heizkosten

Tipps

  • Beim Neubau einplanen (Nachrüstung teuer)
  • Hydraulischen Abgleich durchführen
  • Estrich komplett durchtrocknen lassen (Aufheizprotokoll!)
  • Bodenbelag mit geringem Wärmedurchlasswiderstand wählen

Häufige Fragen zu Fußbodenheizung

Was kostet eine Fußbodenheizung pro m² 2026?
Eine Warmwasser-Fußbodenheizung kostet 60–105 €/m² komplett mit Estrich. Nur das Rohrsystem liegt bei 50–80 €/m². Trockensysteme für die Nachrüstung kosten 80–120 €/m².
Kann man eine Fußbodenheizung im Altbau nachrüsten?
Ja, mit Trockensystemen ab 20 mm Aufbauhöhe oder durch Einfräsen in den vorhandenen Estrich. Die Kosten sind höher als im Neubau (80–120 €/m²), aber oft lohnend für besseren Wärmepumpen-Betrieb.
Welcher Bodenbelag eignet sich für Fußbodenheizung?
Fliesen und Naturstein sind ideal (beste Wärmeleitfähigkeit). Vinyl, Laminat und Parkett funktionieren mit Einschränkungen. Teppich ist weniger geeignet. Der Wärmedurchlasswiderstand sollte max. 0,15 m²K/W betragen.
Warum ist Fußbodenheizung gut für Wärmepumpen?
Fußbodenheizungen arbeiten mit niedrigen Vorlauftemperaturen von 30–35°C. Das erhöht die Effizienz der Wärmepumpe (JAZ > 4). Heizkörper benötigen oft 50–70°C, was die Wärmepumpen-Effizienz senkt.

Relevante Gewerke