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Baubranche Deutschland 2026: Trendwende nach der Krise?

Nach fünf Jahren Rückgang erholt sich die Bauwirtschaft. Das DIW prognostiziert 2% Wachstum. Doch der Wohnungsbau bleibt Sorgenkind. Alle Fakten zur Lage der Branche.

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Konjunktur-Experte handwerk.cloud

20. Januar 2026

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Die deutsche Bauwirtschaft blickt auf schwierige Jahre zurück. Nach einem realen Rückgang von 17 Prozent zwischen 2021 und 2024 zeichnet sich nun erstmals eine Wende ab. Das Deutsche Institut für Wirtschaftsforschung (DIW) prognostiziert für 2026 ein Wachstum des preisbereinigten Bauvolumens um 2 Prozent. Doch die Erholung verläuft ungleich.

1. Die Konjunkturlage im Überblick

Kennzahl 2025 2026 (Prognose)
Reales Bauvolumen +0,3% +2,0%
Baupreise +3,0% +3,3%
Wohnungsfertigstellungen ~215.000 ~200.000
Handwerksumsatz (nominal) +0,5% +1,0-1,5%

2. Wohnungsbau: Das Sorgenkind

Das Ziel der Bundesregierung von 400.000 neuen Wohnungen pro Jahr wird erneut deutlich verfehlt. Mit nur rund 200.000 Fertigstellungen bleibt das Defizit auf hohem Niveau:

  • Wohnungsdefizit: Geschätzt 1,4 Millionen fehlende Wohnungen bundesweit
  • Baugenehmigungen: Leicht ansteigend, aber lange Verzögerung bis zur Fertigstellung (Ø 26 Monate)
  • Stornierungen: Quote weiterhin erhöht durch hohe Baukosten und Zinsen

Hauptprobleme Wohnungsbau

  • Baupreise: Weiter steigende Kosten (+3,3% erwartet)
  • Finanzierungskosten: Bauzinsen auf erhöhtem Niveau
  • Lohnkosten: Massive Tariferhöhungen (Ost-West-Angleichung)

3. Wachstumstreiber: Infrastruktur & Energiewende

Die Erholung wird vor allem von anderen Segmenten getragen:

📈 Wachstumsbereiche

  • Öffentlicher Bau: Straßen, Brücken, Schienen
  • Energiewende: Netze, Speicher, PV-Anlagen
  • Rechenzentren: Boom durch KI und Cloud
  • Sanierung: Energetische Modernisierung

📉 Schwache Bereiche

  • Wohnungsbau (Neubau)
  • Gewerbebau außer Logistik
  • Büroimmobilien

4. Fachkräftemangel: Das Dauerproblem

Trotz gedämpfter Konjunktur bleibt der Fachkräftemangel das zentrale Problem:

  • Demografischer Wandel: Viele erfahrene Fachkräfte gehen in Rente
  • Nachwuchsproblem: Zu wenige Auszubildende
  • Beschäftigung sinkt voraussichtlich auch 2026 weiter

Paradox: Obwohl die Auftragslage schwach ist, fehlen gleichzeitig Fachkräfte für die verbleibenden Projekte.

5. Insolvenzen: Auf 10-Jahres-Hoch

Die Insolvenzwelle trifft auch die Baubranche:

  • Bauhauptgewerbe: +5,5% Insolvenzen gegenüber Vorjahr
  • Gesamtes Baugewerbe: +9,3% mehr Insolvenzen
  • Besonders betroffen: Projektentwickler im Wohnungsbau

6. Ausblick: Was erwartet uns 2026?

Prognose-Zusammenfassung

  • Gesamtbranche: Moderate Erholung mit 2% realem Wachstum
  • Handwerk: Nominales Umsatzplus von ca. 1-1,5%
  • Wohnungsbau: Weiterhin schwach, aber Bodenbildung möglich
  • Infrastruktur: Kräftiges Wachstum durch öffentliche Investitionen

7. FAQ zur Baubranche 2026

Ist jetzt ein guter Zeitpunkt zum Bauen?

Die Baupreise steigen weiter, aber moderate. Das Zinsniveau hat sich stabilisiert. Lange Wartezeiten verkürzen sich. Für manche Projekte könnte 2026 günstiger sein als spätere Jahre.

Sollte ich mein Sanierungsprojekt starten?

Ja! Der Markt für Sanierungen ist weniger überlastet als vor einigen Jahren. Handwerker haben wieder Kapazitäten, und die Förderprogramme sind attraktiv.

Werden die Baupreise sinken?

Unwahrscheinlich. Durch Lohnsteigerungen und Energiekosten werden die Preise weiter moderat steigen, auch wenn die Dynamik nachlässt.

8. Experten-Fazit

"2026 markiert den Wendepunkt nach der Krise. Wer jetzt investiert – sei es in Sanierung oder den eigenen Betrieb – profitiert von besserer Verfügbarkeit und stabilen Förderprogrammen. Die nächsten Jahre werden für gut aufgestellte Handwerksbetriebe sehr chancenreich sein."

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