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Werkzeuge & Maschinen

Wärmebildkamera

WärmebildkameraMessgerät zur Visualisierung von Wärmestrahlung und Temperaturunterschieden

1 Min. Lesezeit

Was ist eine Wärmebildkamera?

Eine Wärmebildkamera (Infrarotkamera, Thermografiekamera) macht Wärmestrahlung sichtbar. Sie wandelt Infrarotstrahlung in ein farbcodiertes Bild um und zeigt Temperaturunterschiede auf Oberflächen.

Anwendungsbereiche im Handwerk

BereichAnwendung
EnergieberatungWärmebrücken, Dämmfehler
ElektrikÜberhitzte Kontakte, Sicherungen
HeizungFußbodenheizung prüfen, Leckortung
DachdeckerFeuchteschäden unter Dachhaut
SanitärVerstopfungen, warme Rohre
BautrocknungRestfeuchte visualisieren
SchimmelpräventionKalte Stellen erkennen

Auflösung

AuflösungPixelQualitätPreisklasse
60×603.600Einstieg
120×9010.800Hobby
160×12019.200Standard€€
240×18043.200Profi€€€
320×24076.800Profi€€€
640×480307.200Industrie€€€€

Höhere Auflösung = mehr Details und genauere Messungen.

Wichtige Kennzahlen

KennzahlBedeutungEmpfehlung
Thermische Empfindlichkeit (NETD)Kleinster erkennbarer Temperaturunterschied< 0,1 K
TemperaturbereichMessbare Temperaturen-20°C bis +400°C
MessgenauigkeitAbweichung vom echten Wert±2°C oder ±2%
Sichtfeld (FOV)Erfasster Bildwinkel24°–51°
BildrateBilder pro Sekunde9–30 Hz

Gerätetypen

TypBeschreibungAnwendung
Smartphone-AufsatzAdapter für iPhone/AndroidSchnellchecks
KompaktkameraEigenständiges GerätStandard
ProfikameraHohe Auflösung, viele FeaturesGutachter
WärmebildmodulFür Multimeter-IntegrationElektriker

Kosten (Richtwerte 2026)

KategoriePreis
Smartphone-Modul (FLIR ONE)200 – 400 €
Einsteiger (80×60)300 – 600 €
Standard (160×120)800 – 2.000 €
Profi (320×240)2.000 – 5.000 €
Industrie5.000 – 20.000 €

Top-Hersteller

HerstellerSegment
FLIRMarktführer, alle Klassen
TestoMessgeräte für Handwerk
BoschHandwerksbereich
HIKMICROPreis-Leistung
Seek ThermalSmartphone-Module
GuidePreis-Leistung China

Richtig thermografieren

Optimale Bedingungen

  • Temperaturdifferenz min. 10–15 K (innen/außen)
  • Keine Sonneneinstrahlung auf Messobjekt
  • Frühe Morgenstunden ideal
  • Heizung aktiv (innen warm)

Fehlerquellen

  • Reflexionen (Fenster, Metall)
  • Wind (Oberflächen kühlen ab)
  • Feuchtigkeit auf Oberfläche
  • Falscher Emissionsgrad eingestellt

Emissionsgrad

MaterialEmissionsgrad
Putz, Beton0,93–0,96
Holz0,90–0,95
Glas0,85–0,90
Ziegel0,93
Metall (blank)0,05–0,20
Metall (lackiert)0,90–0,95

Bei blankem Metall: Emissionsaufkleber verwenden!

Rechtliche Hinweise

  • Thermografie von fremden Gebäuden: Datenschutz beachten
  • Energieausweis: Thermografie ersetzt keine Berechnung
  • Gutachten: Nur durch zertifizierte Thermografen

Zertifizierung

StufeInhalt
Level 1Grundlagen Thermografie
Level 2Bauthermografie
Level 3Gutachter, Experte

Häufige Fragen zu Wärmebildkamera

Was ist ein Wärmebildkamera?
Ein Wärmebildkamera ist ein Messgerät zur Visualisierung von Wärmestrahlung und Temperaturunterschieden. Wärmebildkamera gehört zur Grundausstattung vieler Handwerksbetriebe und wird je nach Einsatzbereich in verschiedenen Ausführungen angeboten.
Was kostet ein Wärmebildkamera?
Die Kosten für ein Wärmebildkamera hängen von Material, Umfang und regionalen Preisunterschieden ab. Typische Kosten liegen bei 200 – 400 €. Für eine genaue Kalkulation empfiehlt sich ein Kostenvoranschlag vom Fachbetrieb. Privatkunden können die Arbeitskosten ggf. als Handwerkerleistung steuerlich absetzen.
Welche Arten von Wärmebildkamera gibt es?
Es gibt verschiedene Varianten von Wärmebildkamera, die sich in Material, Leistungsfähigkeit und Einsatzbereich unterscheiden. Die Wahl der richtigen Variante hängt von den spezifischen Anforderungen des Projekts, dem Budget und den geltenden Normen ab. Ein Fachbetrieb berät zur optimalen Lösung.
Wann wird ein Wärmebildkamera eingesetzt?
Wärmebildkamera wird vor allem in verschiedenen Handwerksberufen eingesetzt. Die Anwendung erfordert Fachkenntnisse und sollte — je nach Komplexität — von einem qualifizierten Handwerksbetrieb durchgeführt werden, um Normen und Sicherheitsstandards einzuhalten.

Relevante Gewerke