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Recht

Schwarzarbeit

SchwarzarbeitIllegale Arbeit ohne ordnungsgemäße Anmeldung und Steuerzahlung

2 Min. Lesezeit

Was ist Schwarzarbeit?

Schwarzarbeit liegt vor, wenn Handwerksleistungen erbracht werden, ohne dass Steuern und Sozialabgaben gezahlt oder eine ordnungsgemäße Rechnung ausgestellt wird. Sie ist illegal und schadet allen Beteiligten.

Wann liegt Schwarzarbeit vor?

SituationSchwarzarbeit?Details
Zahlung bar ohne Rechnung✅ JaKlassischer Fall
„Freundschaftspreis" ohne Rechnung✅ JaFreundschaft schützt nicht
Ausländische Handwerker ohne Anmeldung✅ JaIllegale Beschäftigung
Minijobber auf privatem Bau⚠️ Oft jaNur legal wenn ordnungsgemäß angemeldet
Leistung gegen Leistung (ohne Steuer)✅ JaTauschgeschäfte sind steuerpflichtig
„Nur Material, Arbeit gratis"✅ JaVerschleierung
Firma, aber Rechnung „ohne MwSt"✅ JaAuch für Firma Schwarzarbeit

Risiken für den Auftraggeber

RisikoBeschreibungKonsequenz
Keine GewährleistungKein einklagbarer AnspruchBei Mängeln: Totalverlust
Kein VersicherungsschutzBei Schäden bleibt Bauherr haftbarEigene Haftung
BußgeldBis 50.000 €Bei Kontrolle oder Anzeige
Steuerbonus wegKein 20%-Abzug möglichKeine Steuerersparnis
UnfallhaftungBei Verletzung des „Handwerkers"Sie zahlen Krankenhaus etc.
Keine AbsicherungKein Vertrag durchsetzbarGeld weg, Arbeit mangelhaft
PositionSchwarzarbeitLegal (mit Rechnung)
Malerarbeiten2.000 € bar2.400 € brutto
Steuerbonus (20% von 1.800 € Lohn)0 €-360 €
Effektive Kosten2.000 €2.040 €
Gewährleistung❌ Keine✅ 5 Jahre
Bei Mängeln (Nachbesserung 800 €)Selbst zahlen: 2.800 €Handwerker zahlt: 2.040 €

Fazit: Legal ist nur 2% teurer – aber sicher!

Strafen bei Schwarzarbeit

Für den Handwerker

VergehenStrafe
SteuerhinterziehungBis 5 Jahre Freiheitsstrafe
SozialversicherungsbetrugBis 5 Jahre
BußgeldBis 500.000 €
GewerbeuntersagungZusätzlich möglich

Für den Auftraggeber

VergehenStrafe
Schwarzarbeit beauftragenBußgeld bis 50.000 €
Vorsätzlich (große Summe)Strafverfahren möglich
Illegale BeschäftigungBußgeld + Nachzahlung Sozialabgaben

Warum trotzdem verbreitet?

Vermeintlicher VorteilRealität
Günstiger (19% MwSt gespart)Bei Mängeln viel teurer
Schneller verfügbarKein Terminanspruch, kann jederzeit abbrechen
UnkompliziertBei Problemen sehr kompliziert
Bar = keine SpurenBehörden ermitteln trotzdem

Legale Alternativen

AlternativeVorteil
Angebote vergleichenGünstige legale Anbieter finden
Steuerbonus nutzen20% Erstattung auf Lohnkosten
KostenvoranschlagPreistransparenz, Wettbewerb
EigenleistungSelbst Hand anlegen (falls versichert!)
NachbarschaftshilfeGelegentlich + unentgeltlich erlaubt
Minijob anmeldenLegal ab 538 €/Monat möglich

Steuerbonus statt Schwarzarbeit

Der Steuerbonus macht legale Arbeit fast gleich teuer:

Rechnung (Lohnanteil)Steuerersparnis (20%)Effekte
500 €100 €Erstattung mit Steuererklärung
1.000 €200 €Erstattung mit Steuererklärung
3.000 €600 €Erstattung mit Steuererklärung
6.000 € (Max./Jahr)1.200 €Maximum pro Jahr

Zusätzlich absetzbar: Materialkosten für Vermieter als Werbungskosten!

Was ist KEINE Schwarzarbeit?

SituationLegal?Bedingung
Freund hilft beim Umzug✅ JaGelegentlich, unentgeltlich
Nachbar mäht Rasen✅ JaKein regelmäßiges Entgelt
Kleines Dankeschön (< 50 €)✅ JaKeine regelmäßige Zahlung
Vereinsarbeit✅ JaIm Rahmen der Übungsleiterpauschale
Eigene Immobilie renovieren✅ JaEigenarbeit ist immer legal

Erkennungszeichen Schwarzarbeit

WarnzeichenRisikostufe
Keine Rechnung🚨 Sehr hoch
Nur Barzahlung⚠️ Hoch
Kein Firmenwagen⚠️ Mittel
Keine Gewährleistung schriftlich⚠️ Hoch
„Ohne Rechnung günstiger"🚨 Eindeutig!
Kein schriftlicher Vertrag⚠️ Hoch
Abends/Wochenende „privat"⚠️ Mittel
Keine Handwerksrolle-Eintragung⚠️ Hoch

Was tun bei Schwarzarbeit-Verdacht?

Als Auftraggeber:

  1. Rechnung verlangen – Immer!
  2. Handwerkskammer prüfen – Ist Firma eingetragen?
  3. Impressum prüfen – Website, Visitenkarte
  4. Bei Zweifeln ablehnen – Risiko nicht eingehen

Verdacht melden:

  • Zollamt – Zuständig für Schwarzarbeitsbekämpfung
  • Finanzamt – Bei Steuerhinterziehung
  • Anonyme Anzeige möglich – Aber nur bei begründetem Verdacht

Tipps für Auftraggeber

  1. Immer Rechnung verlangen – Keine Ausnahmen
  2. Steuerbonus nutzen – Macht legale Arbeit günstiger
  3. Handwerksrolle prüfen – Ist der Betrieb eingetragen?
  4. Schriftlichen Vertrag – Für Gewährleistung
  5. Keine Barzahlung ohne Quittung – Nachweis behalten
  6. Preise vergleichen – Legale Anbieter sind oft nicht teurer

Tipps für Handwerker

  1. Immer Rechnung stellen – Schützt auch Sie
  2. Steuerbonus erklären – Kunde spart damit
  3. Schwarzarbeit ablehnen – Risiko zu hoch
  4. Auf Vorteile hinweisen – Gewährleistung, Versicherung
  5. Preise transparent – Vertrauen aufbauen

Häufige Fragen zu Schwarzarbeit

Was droht mir als Auftraggeber bei Schwarzarbeit?
Als Auftraggeber von Schwarzarbeit droht Ihnen ein Bußgeld bis 50.000 €. Bei größeren Summen kann ein Strafverfahren eingeleitet werden. Zusätzlich verlieren Sie alle Gewährleistungsansprüche und haften bei Unfällen des 'Handwerkers'.
Wann gilt etwas als Schwarzarbeit?
Schwarzarbeit liegt vor, wenn Handwerksleistungen ohne Rechnung, ohne Steuerzahlung oder ohne Anmeldung erbracht werden. Auch 'Freundschaftspreise' ohne Rechnung sind Schwarzarbeit.
Was ist Nachbarschaftshilfe und wann ist sie legal?
Echte Nachbarschaftshilfe ist legal, wenn sie gelegentlich, unentgeltlich und auf Gegenseitigkeit erfolgt. Ein 'Dankeschön' bis ca. 50 € pro Einsatz ist unproblematisch. Regelmäßige Bezahlung ist Schwarzarbeit.
Lohnt sich Schwarzarbeit überhaupt?
Nein, die vermeintlichen 20% Ersparnis (MwSt) können bei Mängeln zum Totalverlust werden. Mit dem Steuerbonus (20% auf Lohnkosten) ist legale Arbeit oft nur 5-10% teurer – bei voller Gewährleistung.