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Recht & Finanzen

Mindestlohn

MindestlohnDer gesetzlich festgelegte niedrigste Stundenlohn, der Arbeitnehmern gezahlt werden muss

1 Min. Lesezeit

Was ist der Mindestlohn?

Der Mindestlohn ist die gesetzlich festgelegte Lohnuntergrenze. Kein Arbeitnehmer in Deutschland darf weniger verdienen – unabhängig von Branche, Betriebsgröße oder Arbeitsvertrag.

Gesetzlicher Mindestlohn 2026

ZeitraumMindestlohn
ab 01.01.202412,41 €
ab 01.01.202512,82 €
ab 01.01.202613,50 €

Die Mindestlohnkommission passt den Wert regelmäßig an.

Branchenmindestlöhne im Handwerk

Viele Handwerksbranchen haben tarifliche Mindestlöhne, die über dem gesetzlichen Mindestlohn liegen:

Bauhauptgewerbe (2026)

RegionMindestlohn 1Mindestlohn 2
West14,45 €17,44 €
Ost14,45 €17,09 €

Elektrohandwerk (2026)

  • Mindestlohn: 14,50 €

Maler- und Lackiererhandwerk (2026)

  • Ungelernte: 13,50 €
  • Gelernte: 15,20 €

Dachdecker (2026)

  • Mindestentgelt: 14,80 €

Gebäudereinigung (2026)

Was der Mindestlohn umfasst

Zum Mindestlohn zählen:

  • ✅ Grundlohn
  • ✅ Leistungszulagen (wenn regelmäßig)
  • ✅ Provisionen

Nicht zum Mindestlohn zählen:

  • ❌ Überstundenzuschläge
  • ❌ Schmutzzulagen
  • ❌ Nachtarbeitszuschläge
  • ❌ Vermögenswirksame Leistungen

Dokumentationspflicht

Arbeitgeber müssen für Mindestlohn-Beschäftigte Arbeitszeiten dokumentieren:

  • Beginn, Ende und Dauer der Arbeitszeit
  • Aufbewahrung: 2 Jahre
  • Gilt für alle Branchen mit Branchenmindestlohn

Handwerker-Stundensatz ≠ Mindestlohn

Der Stundensatz für Kunden (z.B. 60 €/h) ist nicht mit dem Mindestlohn zu verwechseln:

BegriffBedeutung
MindestlohnWas der Arbeitnehmer erhält
StundensatzWas der Betrieb dem Kunden berechnet

Der Stundensatz enthält zusätzlich: Lohnnebenkosten, Gemeinkosten, Gewinn.

Auswirkungen auf Handwerkspreise

Steigende Mindestlöhne erhöhen die Betriebskosten:

  • Lohnkosten steigen
  • Stundensätze werden angepasst
  • Material- und Servicepreise steigen

Tipps für Handwerksbetriebe

  • Tarifbindung prüfen (Branchenmindestlohn verbindlich?)
  • Arbeitszeitdokumentation einhalten
  • Kalkulation anpassen bei Mindestlohnerhöhungen
  • Subunternehmer kontrollieren (Haftung!)