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Energie & Technik

Fehlerstromschutzschalter

FehlerstromschutzschalterEin Schutzgerät, das bei Ableitströmen (Fehlerströmen) den Stromkreis unterbricht und so vor Stromschlägen schützt

1 Min. Lesezeit

Was ist ein Fehlerstromschutzschalter?

Ein Fehlerstromschutzschalter (RCD – Residual Current Device), umgangssprachlich FI-Schalter genannt, ist ein Schutzgerät in der Elektroinstallation. Er vergleicht den hinfließenden und rückfließenden Strom und löst bei einer Differenz (Fehlerstrom) sofort aus.

Funktionsprinzip

  1. Summenstromwandler erfasst Hin- und Rückstrom
  2. Bei Differenz > Bemessungsfehlerstrom (z.B. 30 mA) löst der Schalter aus
  3. Auslösezeit: < 40 ms (bei 5× Bemessungsfehlerstrom)
  4. Schutz vor Stromschlag und Brandgefahr

RCD-Typen

TypErkenntEinsatzKosten
Typ AWechsel- und pulsierende GleichfehlerströmeStandard Haushalt20 € – 50 €
Typ FWie A + frequenzgemischte FehlerströmeWärmepumpe, Waschmaschine50 € – 100 €
Typ BAlle Fehlerstromarten inkl. GleichstromWallbox, PV-Anlage100 € – 300 €
Typ B+Wie B, höhere EmpfindlichkeitMedizinbereich150 € – 400 €

Pflicht nach VDE

AnwendungRCD-PflichtBemessungsfehlerstrom
Steckdosen ≤ 32 A (Neubau)Ja30 mA
BadezimmerJa30 mA
AußenbereichJa30 mA
BeleuchtungsstromkreiseEmpfohlen30 mA
BrandschutzJa300 mA

Bemessungsfehlerströme

FehlerstromSchutz vor
10 mAVerstärkter Personenschutz (Medizin)
30 mAPersonenschutz (Standard)
100 mASachschutz
300 mABrandschutz
500 mABrandschutz (Altanlagen)

FI/LS-Kombination

Ein FI/LS-Schalter (RCBO) vereint Fehlerstromschutz und Leitungsschutz in einem Gerät. Vorteil: Bei einem Fehler wird nur der betroffene Stromkreis abgeschaltet, nicht die gesamte Gruppe.

Tipps

  • Testknopf monatlich drücken – Schalter muss auslösen
  • Bei häufigem ungewolltem Auslösen: Ursache suchen (defektes Gerät, Feuchtigkeit)
  • Typ B oder B+ für Wallbox und PV-Anlage wählen
  • Selektiver RCD (Typ S) in der Vorsicherung verhindert Komplett-Abschaltung

Häufige Fragen zu Fehlerstromschutzschalter

Was ist der Unterschied zwischen FI-Schalter und RCD?
Es gibt keinen Unterschied – FI-Schalter ist die umgangssprachliche Bezeichnung für den Fehlerstromschutzschalter (RCD = Residual Current Device). Beide Begriffe bezeichnen dasselbe Schutzgerät.
Welche RCD-Typen gibt es?
Typ A schützt bei Wechsel- und pulsierenden Gleichfehlerströmen (Standard). Typ B erkennt auch glatte Gleichfehlerströme (Wallbox, PV). Typ F schützt zusätzlich bei frequenzgesteuerten Geräten (Wärmepumpe).
Wo ist ein Fehlerstromschutzschalter Pflicht?
Nach VDE 0100-410 sind RCDs mit 30 mA Pflicht für alle Steckdosenstromkreise bis 32 A in Neubauten und bei Renovierungen. In Bädern, Außenbereichen und auf Baustellen gilt dies schon lange.
Wie oft muss ein RCD geprüft werden?
Der Nutzer sollte den Testknopf monatlich betätigen. Eine fachmännische Prüfung wird alle 4 Jahre empfohlen, in Gewerbebetrieben alle 1–2 Jahre nach DGUV Vorschrift 3.

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