FI-Schutzschalter
FI-Schutzschalter – Fehlerstrom-Schutzschalter, der bei Erdschluss den Stromkreis innerhalb von Millisekunden abschaltet und vor tödlichem Stromschlag schützt
Was ist ein FI-Schutzschalter?
Ein FI-Schutzschalter (Fehlerstrom-Schutzeinrichtung, auch RCD — Residual Current Device) ist ein Schutzgerät in der Elektroinstallation, das bei einem Fehlerstrom (Erdschluss) den Stromkreis innerhalb von 30 Millisekunden abschaltet. Er schützt Menschen vor tödlichem Stromschlag und verhindert elektrisch verursachte Brände.
Funktionsprinzip
Der FI-Schutzschalter überwacht die Differenz zwischen dem zufließenden Strom (Phase) und dem abfließenden Strom (Neutralleiter). Im Normalfall sind beide gleich. Fließt Strom über einen Fehlerweg ab (z.B. durch einen Menschen zum Erdreich), erkennt der RCD die Differenz und schaltet ab:
| Auslösestrom | Schutzwirkung |
|---|---|
| 30 mA | Personenschutz (Standard) |
| 10 mA | Erhöhter Personenschutz (z.B. Kinderzimmer) |
| 100–300 mA | Brandschutz |
| 500 mA | Sachschutz |
Vergleich: Bereits ab 50 mA kann Wechselstrom tödlich sein. Der 30-mA-FI löst aus, bevor diese Schwelle erreicht wird.
Typen von FI-Schutzschaltern
| Typ | Erkennt | Einsatzbereich |
|---|---|---|
| Typ A | Wechselfehlerströme + pulsierende Gleichfehlerströme | Standard für Haushalt, die meisten Geräte |
| Typ B | Alle Typen inkl. glatte Gleichfehlerströme | Wallboxen (E-Auto), PV-Wechselrichter, Frequenzumrichter |
| Typ F | Wie Typ A + Mischfehlerströme | Waschmaschinen, Klimaanlagen mit Frequenzumrichter |
| Typ A-EV | Optimiert für E-Fahrzeug-Ladestationen | Wallbox (günstiger als Typ B) |
Pflicht und Normen (DIN VDE)
DIN VDE 0100-410
Seit 2009 in Deutschland verpflichtend:
- Alle Steckdosenstromkreise bis 32 A müssen durch einen RCD mit max. 30 mA geschützt sein
- Badezimmer und Feuchträume: Pflicht seit 1984
- Außenbereich: Pflicht für alle Steckdosen
Was ist mit Altbauten?
Bei Altbauten ohne FI-Schutzschalter besteht keine generelle Nachrüstpflicht — aber:
- Bei Renovierung der Elektrik muss der aktuelle Stand der Technik eingehalten werden
- Vermieter sind verpflichtet, einen sicheren Zustand herzustellen
- Versicherungen können bei fehlendem FI die Leistung kürzen
Kosten für Nachrüstung
| Maßnahme | Kosten |
|---|---|
| FI-Schutzschalter (Material) | 25–80 € je Typ |
| Einbau durch Elektriker | 80–150 € |
| Nachrüstung pro Wohnung (komplett) | 200–500 € |
| FI/LS-Kombischalter (pro Stromkreis) | 45–120 € |
FI löst ständig aus: Ursachen
| Ursache | Lösung |
|---|---|
| Defektes Gerät | Geräte einzeln anschließen, Fehler eingrenzen |
| Feuchtigkeit in Dose/Leitung | Elektriker prüfen lassen |
| Zu viele Geräte auf einem FI | FI auf mehrere Stromkreise aufteilen |
| Altersschwacher FI | Austausch (empfohlen alle 10–15 Jahre) |
FI-Schutzschalter testen
Jeder FI hat eine Prüftaste (mit "T" markiert). Diese sollte alle 6 Monate gedrückt werden. Der FI muss sofort auslösen. Löst er nicht aus, ist er defekt und muss ausgetauscht werden.
