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Elektro

FI-Schutzschalter

FI-SchutzschalterFehlerstrom-Schutzschalter, der bei Erdschluss den Stromkreis innerhalb von Millisekunden abschaltet und vor tödlichem Stromschlag schützt

2 Min. Lesezeit

Was ist ein FI-Schutzschalter?

Ein FI-Schutzschalter (Fehlerstrom-Schutzeinrichtung, auch RCD — Residual Current Device) ist ein Schutzgerät in der Elektroinstallation, das bei einem Fehlerstrom (Erdschluss) den Stromkreis innerhalb von 30 Millisekunden abschaltet. Er schützt Menschen vor tödlichem Stromschlag und verhindert elektrisch verursachte Brände.

Funktionsprinzip

Der FI-Schutzschalter überwacht die Differenz zwischen dem zufließenden Strom (Phase) und dem abfließenden Strom (Neutralleiter). Im Normalfall sind beide gleich. Fließt Strom über einen Fehlerweg ab (z.B. durch einen Menschen zum Erdreich), erkennt der RCD die Differenz und schaltet ab:

AuslösestromSchutzwirkung
30 mAPersonenschutz (Standard)
10 mAErhöhter Personenschutz (z.B. Kinderzimmer)
100–300 mABrandschutz
500 mASachschutz

Vergleich: Bereits ab 50 mA kann Wechselstrom tödlich sein. Der 30-mA-FI löst aus, bevor diese Schwelle erreicht wird.

Typen von FI-Schutzschaltern

TypErkenntEinsatzbereich
Typ AWechselfehlerströme + pulsierende GleichfehlerströmeStandard für Haushalt, die meisten Geräte
Typ BAlle Typen inkl. glatte GleichfehlerströmeWallboxen (E-Auto), PV-Wechselrichter, Frequenzumrichter
Typ FWie Typ A + MischfehlerströmeWaschmaschinen, Klimaanlagen mit Frequenzumrichter
Typ A-EVOptimiert für E-Fahrzeug-LadestationenWallbox (günstiger als Typ B)

Pflicht und Normen (DIN VDE)

DIN VDE 0100-410

Seit 2009 in Deutschland verpflichtend:

  • Alle Steckdosenstromkreise bis 32 A müssen durch einen RCD mit max. 30 mA geschützt sein
  • Badezimmer und Feuchträume: Pflicht seit 1984
  • Außenbereich: Pflicht für alle Steckdosen

Was ist mit Altbauten?

Bei Altbauten ohne FI-Schutzschalter besteht keine generelle Nachrüstpflicht — aber:

  • Bei Renovierung der Elektrik muss der aktuelle Stand der Technik eingehalten werden
  • Vermieter sind verpflichtet, einen sicheren Zustand herzustellen
  • Versicherungen können bei fehlendem FI die Leistung kürzen

Kosten für Nachrüstung

MaßnahmeKosten
FI-Schutzschalter (Material)25–80 € je Typ
Einbau durch Elektriker80–150 €
Nachrüstung pro Wohnung (komplett)200–500 €
FI/LS-Kombischalter (pro Stromkreis)45–120 €

FI löst ständig aus: Ursachen

UrsacheLösung
Defektes GerätGeräte einzeln anschließen, Fehler eingrenzen
Feuchtigkeit in Dose/LeitungElektriker prüfen lassen
Zu viele Geräte auf einem FIFI auf mehrere Stromkreise aufteilen
Altersschwacher FIAustausch (empfohlen alle 10–15 Jahre)

FI-Schutzschalter testen

Jeder FI hat eine Prüftaste (mit "T" markiert). Diese sollte alle 6 Monate gedrückt werden. Der FI muss sofort auslösen. Löst er nicht aus, ist er defekt und muss ausgetauscht werden.

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Meister-Tipp

Der FI-Schutzschalter ist das wichtigste Schutzgerät in der Elektroinstallation — und in vielen Altbauten fehlt er komplett. Wenn Sie als Elektriker in einem Altbau arbeiten und keinen FI vorfinden, weisen Sie den Kunden schriftlich darauf hin. Das ist nicht nur professionell, es schützt auch Sie vor Haftungsrisiken. Und vergessen Sie nicht: Bei Wallboxen brauchen Sie mindestens Typ A-EV — mit einem normalen Typ A machen Sie sich das Leben schwer.

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