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Bautechnik & Normen

Deckendurchbruch

DeckendurchbruchDas kontrollierte Öffnen einer Geschossdecke für den Einbau von Treppen, Schornsteinen, Installationsschächten oder Aufzügen — immer statisch zu prüfen

1 Min. Lesezeit

Was ist ein Deckendurchbruch?

Ein Deckendurchbruch ist das kontrollierte Öffnen einer Geschossdecke, um einen vertikalen Durchgang zu schaffen — für Treppen, Installationsschächte, Kamine, Lichtkuppeln oder Aufzüge. Da die Decke ein tragendes Bauteil ist, ist eine statische Prüfung immer erforderlich.

Einsatzbereiche

ZweckTypische Öffnungsgröße
Treppenöffnung1,0 × 2,5 m bis 1,5 × 3,5 m
Schornstein / Abgasanlage30 × 30 cm bis 60 × 60 cm
Installationsschacht40 × 40 cm bis 80 × 80 cm
Lichtkuppel / Dachfenster60 × 60 cm bis 120 × 120 cm
Aufzugschacht1,5 × 1,5 m bis 2,0 × 2,5 m

Ablauf

SchrittAktionVerantwortlich
1Statische PrüfungStatiker/Tragwerksplaner
2Bewehrungslage ortenBetonschneidefirma (Radar/Röntgen)
3Stahlträger /Wechsel vorbereitenStahlbauer
4Abstützung aufbauenMaurer/Zimmerer
5Betonschnitt / KernbohrungenBetonsägefirma
6Deckenausschnitt entfernenMit Kran oder manuell
7Stahlträger einbauen (Wechsel)Stahlbauer
8Anschlüsse herstellenMaurer/Betonbauer
9Abdichtung / BrandschutzJe nach Anforderung

Statische Maßnahmen

SituationMaßnahme
Bewehrung durchtrenntStahlträger (UPE/IPE) als Wechsel einbauen
Große ÖffnungStahlbetonunterzug oder Stahlrahmen
HolzbalkendeckeWechselbalken mit Balkenschuhen
FiligrandeckeSpezialplanung, meist aufwändiger

Kosten Richtwerte 2026

PositionKosten
Statische Berechnung500–1.500 €
Bewehrungsortung (Radar)300–600 €
Betonschnitt (bis 25 cm dick, 2 × 1 m)800–2.000 €
Stahlträger (Wechsel, Material + Montage)500–2.000 €
Abstützung + Entsorgung500–1.000 €
Gesamt (Treppenöffnung ca. 2 × 1 m)2.500–6.000 €

Häufige Fehler

FehlerFolgeVermeidung
Ohne Statiker durchbrechenEinsturzgefahr, HaftungImmer statische Berechnung
Bewehrung blind durchtrennenTragfähigkeit kompromittiertRadar-Ortung vorher
Keine AbstützungDeckenteil sackt abFachgerecht abstützen
Brandschutz vergessenVerstoß gegen BauordnungF30/F60 am Durchbruch herstellen

Tipps vom Profi

  1. Statiker immer vor dem Durchbruch — kein Durchbruch ohne Nachweis
  2. Bewehrung orten lassen — nicht blind in die Decke schneiden
  3. Betonschneidefirma beauftragen — saubere Schnitte, kein Stemmen
  4. Deckenteil hat Gewicht — 1 m² Betondecke (20 cm) wiegt ca. 480 kg!
  5. Brandschutzanforderungen prüfen — Durchbruch zwischen Geschossen ist brandschutztechnisch relevant

Häufige Fragen zu Deckendurchbruch

Braucht man für einen Deckendurchbruch einen Statiker?
Ja, immer. Eine Geschossdecke ist ein tragendes Bauteil. Jeder Durchbruch muss statisch geprüft und berechnet werden. Ohne statischen Nachweis drohen Einsturzgefahr und Haftungsrisiken.
Was kostet ein Deckendurchbruch?
Je nach Größe und Material: Für einen Treppenausschnitt in einer Betondecke (ca. 2 × 1 m) rechnet man mit 2.000–5.000 € für Betonschnitt + Stahlträger + Statik.
Muss ein Deckendurchbruch genehmigt werden?
In der Regel nicht als eigener Bauantrag, aber als Teil einer größeren Maßnahme (z. B. Dachgeschossausbau) oft schon. Die statische Prüfung ist in jedem Fall Pflicht.

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