Ausblasen
Ausblasen – Reinigungsverfahren mit Druckluft zum Entfernen von Staub, Spänen und Partikeln aus Bohrlöchern, Fugen und Hohlräumen vor dem Dübeln oder Kleben
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Was ist Ausblasen?
Ausblasen ist das Entfernen von Bohrmehl, Staub und losen Partikeln aus Bohrlöchern, Fugen oder Hohlräumen mithilfe von Druckluft oder einer Handblaspumpe. Es ist ein entscheidender Arbeitsschritt vor dem Setzen von Dübeln, chemischen Ankern oder dem Verfugen.
Warum ist Ausblasen wichtig?
| Problem ohne Ausblasen | Folge |
|---|---|
| Bohrstaub im Dübelloch | Dübel sitzt nicht richtig, geringere Auszugslast |
| Chemischer Anker auf Staub | Bis zu 50 % weniger Tragfähigkeit |
| Staub in Fugen | Haftungsprobleme bei Dichtstoffen |
| Partikel in Kabelkanälen | Kurzschlussgefahr |
Werkzeuge zum Ausblasen
| Werkzeug | Anwendung | Vorteil |
|---|---|---|
| Handblaspumpe | Einzelne Bohrlöcher | Günstig, immer dabei |
| Druckluftpistole | Serie, große Hohlräume | Effizient, gründlich |
| Ausbläser mit Bürste | Chemische Anker (Zulassung) | Normgerecht |
| Blasebalg | Feine Arbeiten, Elektronik | Weicher Luftstrom |
Richtig Ausblasen: Schritt für Schritt
Standard-Dübel
- Bohrloch bohren
- 1× mit Lochbürste reinigen (passend zum Bohrdurchmesser)
- 2× kräftig ausblasen
- Dübel setzen
Chemische Anker (z. B. nach ETA-Zulassung)
- Bohrloch bohren (Hohlbohrer oder Hammerbohrer)
- 2× mit Stahlbürste ausbürsten
- 2× ausblasen
- Vorgang wiederholen: nochmals bürsten + ausblasen
- Ankerstange einsetzen
Wichtig: Bei chemischen Ankern in gerissenen Beton gelten strenge Vorgaben der ETA-Zulassung. Die Reinigungsschritte sind dort exakt vorgeschrieben und für die Tragfähigkeit relevant.
Häufige Fehler
| Fehler | Folge | Vermeidung |
|---|---|---|
| Nur einmal kurz pusten | Bohrstaub bleibt im Loch | Min. 2× kräftig ausblasen |
| Mit dem Mund pusten | Feuchtigkeit im Loch | Immer Pumpe oder Druckluft |
| Falsche Bürstengröße | Loch nicht sauber | Bürste = Bohrdurchmesser |
| Bei Überkopf-Bohrungen vergessen | Staub fällt nicht raus | Besonders gründlich reinigen |
Tipps vom Profi
- Handblaspumpe gehört in jede Werkzeugtasche
- Passende Lochbürsten in den gängigen Durchmessern vorhalten (6, 8, 10, 12 mm)
- Chemische Anker: Immer die Zulassung lesen — dort steht exakt, wie oft gebürstet und ausgeblasen werden muss
- Hohlräume vor dem Verfugen ausblasen, damit Silikon und Acryl besser haften
Häufige Fragen zu Ausblasen
Warum muss man Bohrlöcher ausblasen?
Bohrstaub im Loch verhindert den korrekten Sitz von Dübeln und reduziert die Auszugsfestigkeit von chemischen Ankern um bis zu 50 %. Richtiges Ausblasen ist daher für die Tragfähigkeit entscheidend.
Womit bläst man Bohrlöcher aus?
Am besten mit einer Handblaspumpe oder Druckluftpistole. Alternativ funktioniert ein Blasebalg. Nicht pusten — Feuchtigkeit schadet dem Verbund.
Wie oft muss man ein Bohrloch ausblasen?
Nach dem Bohren mindestens 2× mit Bürste reinigen und 2× ausblasen, bei chemischen Ankern der Zulassung entsprechend (oft 4× ausblasen + 2× bürsten).
