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fensterbau5 Min. Lesezeit

IFT Montageplaner 2025: So planen Profis den perfekten Fensteranschluss

Schluss mit Schimmel durch Wärmebrücken! Erfahren Sie, wie Architekten und Fensterbauer mit dem IFT Montageplaner Isothermen berechnen und den Einbau simulieren.

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Redaktion handwerk.cloud

12. März 2025

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Früher wurde das Fenster einfach "mittig in die Laibung" gesetzt. Heute, im Zeitalter von Passivhäusern und strengen GEG-Vorgaben, ist der Fensteranschluss eine Wissenschaft für sich. Eine falsche Positionierung um nur wenige Zentimeter kann zu massiven Wärmebrücken führen, an denen sich Tauwasser bildet. Hier kommt der "IFT Montageplaner" ins Spiel – das Standard-Tool des Instituts für Fenstertechnik (ift Rosenheim). Es ermöglicht Fachbetrieben und Planern, den Einbau physikalisch korrekt zu simulieren, bevor das erste Loch gebohrt wird. In diesem Artikel zeigen wir, warum diese digitale Planung Ihre Versicherung gegen Bauschäden ist.

1. Was ist der IFT Montageplaner?

Der IFT Montageplaner ist eine Software, die bauphysikalische Berechnungen für den Fensteranschluss durchführt. Sie simuliert den Wärmestrom durch die Wand und das Fenster und zeigt kritische Bereiche auf.

Die Kernfunktionen

  • Isothermenberechnung: Visualisierung der Temperaturverläufe im Bauteil.
  • fRsi-Faktor: Nachweis der Schimmelfreiheit (muss > 0,70 sein).
  • Befestigungsstatik: Berechnung der notwendigen Dübel und Schraubenabstände je nach Fenstergröße und Windlast.

2. Isothermen: Die unsichtbaren Linien der Wahrheit

Eine Isotherme ist eine Linie gleicher Temperatur. Besonders wichtig ist die 10°C-Isotherme.

Die 10°C-Regel

Warum 10°C? Weil bei einer Raumtemperatur von 20°C und 50% Luftfeuchtigkeit an Oberflächen, die kälter als 9,3°C sind, Schimmel wachsen kann (auch ohne sichtbares Kondenswasser!).

Das Ziel der Planung: Die 10°C-Isotherme muss zwingend innerhalb der Konstruktion verlaufen und darf nicht auf der raumseitigen Oberfläche austreten. Der IFT Montageplaner zeigt dies grafisch an: Verläuft die Linie im Mauerwerk oder Rahmen? Gut. Verläuft sie auf der Tapete? Alarmstufe Rot!

3. Die optimale Einbauebene

Der Planer hilft, die thermisch beste Position für das Fenster zu finden.

Altbau (Monolithisches Mauerwerk)

Hier sitzt das Fenster meist im mittleren Drittel der Wand. Der Planer zeigt, ob eine Dämmung der Laibung (Laibungsdämmplatte) notwendig ist, um die Isothermen zu "begradigen".

Neubau mit WDVS

Hier ist die Sache klar: Das Fenster gehört in die Dämmebene (vor das Mauerwerk). Der Planer berechnet hierfür die notwendigen Konsolen oder Vorwandmontagezargen.

Zweischaliges Mauerwerk (Klinker)

Das Fenster sitzt in der Dämmebene zwischen Tragschale und Verblender. Der Planer prüft hier besonders den Schlagregenschutz durch Folien.

4. Befestigung: Mehr als nur "festschrauben"

Ein oft unterschätztes Feature ist die statische Bemessung. Moderne 3-fach-Verglasungen sind schwer. Ein Flügelfenster kann schnell 80 kg wiegen.

Der Planer berechnet:

  • Welche Dübel sind für den Stein (Beton, Poroton, Kalksandstein) geeignet?
  • Wie groß müssen die Randabstände sein, damit der Stein nicht platzt?
  • Wie viele Befestigungspunkte sind nötig, um die Windlasten (Sog und Druck) aufzunehmen?

5. Dokumentation und Rechtssicherheit

Für Bauherren ist der Ausdruck aus dem Montageplaner Gold wert. Er dient als:

  • Nachweis der fachgerechten Planung: Wichtig für KfW-Förderungen.
  • Montageanleitung: Der Monteur auf der Baustelle weiß genau, welches Dichtband und welche Schraube wohin gehört.
  • Beweismittel: Sollte es später zu Schimmel kommen, beweist die Planung, dass konstruktiv alles richtig gemacht wurde (Schuld liegt dann oft am Nutzerverhalten/Lüften).

6. Kostenanalyse: Was kostet die Planung?

Viele Fensterbauer bieten die IFT-Planung als Service inklusive an, besonders bei größeren Aufträgen. Wenn sie separat berechnet wird, liegen die Kosten oft im Rahmen:

Leistung Kosten (ca.) Nutzen
Standard-Isothermenberechnung 50 € - 150 € pro Detail Sicherheit gegen Schimmel
Kompletter Montagepass 150 € - 300 € Umfassende Dokumentation für KfW
Statische Vordimensionierung 80 € - 120 € Sicherheit bei großen Elementen

7. Checkliste: Wurde Ihr Fenster geplant?

Fragen an den Fensterbauer

  • Isothermen: "Können Sie mir den Isothermenverlauf für meine Einbausituation zeigen?"
  • fRsi-Wert: "Wird der fRsi-Wert von 0,70 eingehalten?"
  • Befestigung: "Haben Sie die Dübel auf mein Mauerwerk (z.B. Hochlochziegel) abgestimmt?"
  • Anschlussdetails: "Gibt es eine Zeichnung für den unteren Anschluss (Fensterbank)?"

8. FAQ - Häufige Fragen zum IFT Montageplaner

Ist der Montageplaner Pflicht?

Nein, aber die Einhaltung der anerkannten Regeln der Technik (a.R.d.T.) ist Pflicht. Der Planer ist der einfachste Weg, dies nachzuweisen. Bei KfW-Effizienzhäusern wird ein Wärmebrückennachweis oft gefordert.

Kann ich den Planer selbst nutzen?

Es gibt eine kostenlose Basis-Version auf der ift-Website, aber die Bedienung erfordert bauphysikalisches Grundwissen. Die Interpretation der Ergebnisse sollte einem Fachmann überlassen werden.

Was ist eine Wärmebrücke?

Ein Bereich in Bauteilen, der Wärme schneller nach außen leitet als die angrenzenden Bereiche. Dadurch kühlt die innere Oberfläche ab, was zu Tauwasser und Schimmel führt.

9. Experten-Tipp vom Energieberater

"Verlassen Sie sich nicht auf 'Das haben wir schon immer so gemacht'. Jedes Haus ist anders. Bestehen Sie besonders bei der Altbausanierung auf einer detaillierten Planung des Fensteranschlusses. Oft reicht schon eine 2 cm dicke Dämmplatte in der Laibung, um das Schimmelrisiko auf Null zu senken. Der Montageplaner macht genau solche Details sichtbar."

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