U-Wert
U-Wert – Der Wärmedurchgangskoeffizient – ein Maß für den Wärmeverlust durch ein Bauteil
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Was ist der U-Wert?
Der U-Wert (früher k-Wert) gibt an, wie viel Wärme durch ein Bauteil verloren geht. Er wird in W/(m²·K) gemessen – Watt pro Quadratmeter und Kelvin Temperaturdifferenz.
Bedeutung
| U-Wert | Bedeutung |
|---|---|
| Niedriger U-Wert | Gute Dämmung, wenig Wärmeverlust |
| Hoher U-Wert | Schlechte Dämmung, viel Wärmeverlust |
Beispiel: Ein Fenster mit U-Wert 1,3 verliert bei 20°C Innen- und 0°C Außentemperatur:
1,3 W/(m²·K) × 1 m² × 20 K = 26 Watt pro m²
GEG-Anforderungen 2026 (Sanierung)
Bei energetischer Sanierung müssen folgende U-Werte eingehalten werden:
| Bauteil | Max. U-Wert |
|---|---|
| Außenwand | 0,24 W/(m²·K) |
| Dach / Oberste Decke | 0,24 W/(m²·K) |
| Kellerdecke | 0,30 W/(m²·K) |
| Fenster | 1,30 W/(m²·K) |
| Außentür | 1,80 W/(m²·K) |
| Flachdach | 0,20 W/(m²·K) |
U-Werte typischer Bauteile
Ungedämmte Bauteile (Altbau)
| Bauteil | Typischer U-Wert |
|---|---|
| Ziegelwand 36 cm | 1,5 – 2,0 |
| Betonwand 20 cm | 3,0 – 4,0 |
| Einfachverglasung | 5,5 – 6,0 |
| Zweifachglas alt | 2,5 – 3,0 |
Gedämmte Bauteile (Neubau)
| Bauteil | Typischer U-Wert |
|---|---|
| Außenwand mit WDVS 16 cm | 0,18 – 0,22 |
| Dach mit 24 cm Dämmung | 0,15 – 0,18 |
| Dreifachverglasung | 0,5 – 0,7 |
| Passivhaus-Fenster | 0,6 – 0,8 |
Berechnung des U-Werts
Die Berechnung erfolgt aus den Schichten eines Bauteils:
U = 1 / R_ges
R_ges = R_si + Σ(d/λ) + R_se
Wobei:
- R_si, R_se: Wärmeübergangswiderstände innen/außen
- d: Schichtdicke in Metern
- λ: Wärmeleitfähigkeit des Materials
Beispiel Außenwand
| Schicht | d (m) | λ (W/m·K) | R (m²·K/W) |
|---|---|---|---|
| Innenputz | 0,015 | 0,87 | 0,02 |
| Mauerwerk | 0,24 | 0,68 | 0,35 |
| WDVS | 0,14 | 0,035 | 4,00 |
| Außenputz | 0,01 | 1,0 | 0,01 |
| Gesamt | 4,51 |
U = 1/4,51 = 0,22 W/(m²·K) ✓
U-Wert verbessern
Um den U-Wert eines Bauteils zu senken:
- Dämmung hinzufügen (WDVS, Innendämmung)
- Fenster tauschen (Dreifachverglasung)
- Wärmebrücken reduzieren (Dämmkeile, Fensterlaibung)
Tipps
- U-Wert-Anforderungen bei Sanierung beachten (Fördervoraussetzung!)
- Energieberater für Gesamtkonzept einbinden
- Nicht nur Einzelwerte, sondern Gesamtgebäude optimieren
- Wärmebrücken können den Effekt guter Dämmung zunichtemachen
Häufige Fragen zu U-Wert
Was ist ein guter U-Wert für eine Außenwand?
Nach GEG 2026 muss eine sanierte Außenwand einen U-Wert von maximal 0,24 W/(m²·K) erreichen. Ein gut gedämmter Neubau erreicht Werte von 0,15–0,20 W/(m²·K). Je niedriger, desto besser die Dämmung.
Welchen U-Wert sollten neue Fenster haben?
Moderne Dreifachverglasung erreicht U-Werte von 0,5–0,7 W/(m²·K). Das GEG fordert bei Sanierung maximal 1,3 W/(m²·K). Für BAFA-Förderung sind max. 0,95 W/(m²·K) erforderlich.
Wie wird der U-Wert berechnet?
Der U-Wert berechnet sich als Kehrwert des Wärmedurchlasswiderstands: U = 1/R. Der R-Wert ergibt sich aus der Summe der Schichtdicken geteilt durch deren Wärmeleitfähigkeit λ.
Warum ist der U-Wert für die Förderung wichtig?
Die BAFA und KfW fordern bei Förderanträgen bestimmte U-Werte als Mindeststandard. Nur wenn diese erreicht werden, gibt es Zuschüsse für Dämmung, Fenster oder Dachsanierung.