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Energie & Technik

Regenwasserversickerung

RegenwasserversickerungDie gezielte Ableitung von Regenwasser in den Boden über Mulden, Rigolen oder Sickerschächte – oft baurechtlich vorgeschrieben

1 Min. Lesezeit

Was ist Regenwasserversickerung?

Regenwasserversickerung bezeichnet die kontrollierte Ableitung von Niederschlagswasser in den Boden, anstatt es in die Kanalisation einzuleiten. Dies entlastet die Abwassersysteme, fördert die Grundwasserneubildung und kann die Niederschlagswassergebühr reduzieren oder entfallen lassen.

Versickerungssysteme im Überblick

Muldenversickerung

  • Flache, begrünte Geländemulde
  • Einfachste und kostengünstigste Lösung
  • Benötigt ausreichend Fläche
  • Kosten: 500 € – 1.500 €

Rigolenversickerung

  • Unterirdische Kies- oder Kunststoff-Rigole
  • Platzsparend, unsichtbar
  • Ideal für kleine Grundstücke
  • Kosten: 2.000 € – 5.000 €

Sickerschacht

  • Punktuelle Versickerung in die Tiefe
  • Geringer Flächenbedarf
  • Nur bei ausreichend durchlässigem Boden
  • Kosten: 1.500 € – 4.000 €

Mulden-Rigolen-System

  • Kombination aus Mulde und unterirdischer Rigole
  • Maximale Speicher- und Versickerungsleistung
  • Kosten: 3.000 € – 8.000 €

Voraussetzungen

KriteriumAnforderung
Bodendurchlässigkeit (kf-Wert)1×10⁻³ bis 1×10⁻⁶ m/s
GrundwasserabstandMindestens 1 m zur Sickersohle
AltlastenKeine Bodenverunreinigungen
BaugrundgutachtenMeist erforderlich

Dimensionierung

Die erforderliche Versickerungsfläche wird nach DWA-A 138 berechnet. Entscheidende Faktoren:

  • Versiegelte Anschlussfläche (Dach, Hofeinfahrt)
  • Regenspende (regionaler Bemessungsregen)
  • Durchlässigkeitsbeiwert (kf-Wert) des Bodens
  • Überlaufhäufigkeit (in der Regel n = 0,2/Jahr)

Gebührenersparnis

Viele Kommunen erheben eine gesplittete Abwassergebühr. Wer Regenwasser auf dem Grundstück versickert, zahlt keine oder reduzierte Niederschlagswassergebühr. Die Ersparnis beträgt oft 0,50–2,00 € pro m² versiegelter Fläche pro Jahr.

Tipps für Bauherren

  • Bodengutachten vor der Planung erstellen lassen
  • Versickerungsanlage im Entwässerungsgesuch beantragen
  • Dachflächen und Hofflächen getrennt betrachten
  • Überlauf an Kanal oder Vorfluter vorsehen
  • Regelmäßige Wartung (Laub entfernen, Mulde mähen)

Häufige Fragen zu Regenwasserversickerung

Ist Regenwasserversickerung Pflicht?
In vielen Kommunen ist die Versickerung auf dem eigenen Grundstück Pflicht, wenn kein Anschluss an die Kanalisation vorgesehen ist. Die Regelung ergibt sich aus dem Bebauungsplan und der kommunalen Entwässerungssatzung.
Was kostet eine Regenwasserversickerung?
Eine Muldenversickerung kostet ab 500–1.500 €, eine Rigole 2.000–5.000 € und ein Sickerschacht 1.500–4.000 €. Die Kosten hängen von der versiegelten Fläche und dem Bodentyp ab.
Welche Versickerungssysteme gibt es?
Die gängigsten Systeme sind Muldenversickerung (oberirdisch), Rigolenversickerung (unterirdisch mit Kiespackung oder Kunststoffblöcken) und Sickerschächte (punktuelle Versickerung in die Tiefe).
Brauche ich eine Genehmigung für Regenwasserversickerung?
Ja, in der Regel ist eine wasserrechtliche Erlaubnis oder Anzeige bei der Unteren Wasserbehörde erforderlich. Bei Versickerung über die belebte Bodenzone (Mulde) ist das Verfahren meist vereinfacht.