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Recht & Geschäft

Bebauungsplan

BebauungsplanRechtsverbindlicher Plan einer Gemeinde, der Art und Maß der baulichen Nutzung eines Gebiets festlegt — z. B. Gebäudehöhe, Bauweise und Dachform

1 Min. Lesezeit

Was ist ein Bebauungsplan?

Ein Bebauungsplan (B-Plan) ist ein rechtsverbindlicher Bauleitplan nach dem Baugesetzbuch (BauGB), der von der Gemeinde für ein bestimmtes Gebiet aufgestellt wird. Er legt die zulässige bauliche Nutzung rechtsverbindlich fest.

Wichtige Festsetzungen

KürzelBedeutungBeispiel
WRReines WohngebietNur Wohnen
WAAllgemeines WohngebietWohnen + verträgliches Gewerbe
MIMischgebietWohnen + Gewerbe gleichberechtigt
GEGewerbegebietÜberwiegend Gewerbe
GRZGrundflächenzahl0,4 = 40 % des Grundstücks überbaubar
GFZGeschossflächenzahl0,8 = 80 % der Grundstücksfläche als Geschossfläche
ZZahl der VollgeschosseII = max. 2 Vollgeschosse
FHFirsthöhe9,50 m = maximale Gebäudehöhe
THTraufhöhe6,00 m = maximale Traufhöhe
DNDachneigung35°–45°
o/gOffene/geschlossene Bauweiseo = Einzelhäuser, g = Reihenbebauung

Planzeichen und Linien

ZeichenBedeutung
Rote LinieBaugrenzen — Gebäude darf nicht darüber hinaus ragen
Blaue LinieBaulinie — Gebäude muss auf dieser Linie stehen
SchraffurÜberbaubare Grundstücksfläche
Grüne FlächenGrünflächen, Bepflanzungspflicht
PfeileFirstrichtung

Auswirkungen auf Handwerksarbeiten

FestsetzungRelevanz für Handwerker
Dachform/-neigungBestimmt Material und Konstruktion
FassadengestaltungFarbe, Material oft vorgeschrieben
EinfriedungZaunhöhe, Material reguliert
StellplatzpflichtAnzahl PKW-Stellplätze pro Wohnung
BaumfällgenehmigungBaumschutz-Satzung beachten

Abweichungen und Befreiungen

MöglichkeitVoraussetzung
Ausnahme (§ 31 Abs. 1)Im B-Plan bereits als Ausnahme vorgesehen
Befreiung (§ 31 Abs. 2)Grundzüge der Planung nicht berührt, städtebaulich vertretbar

Tipp: Befreiungen müssen vor Baubeginn beim Bauamt beantragt werden. Ein nachträglicher Antrag ist deutlich schwieriger durchzusetzen.

Tipps vom Profi

  1. B-Plan vor der Planung lesen — nicht erst beim Bauantrag
  2. Textliche Festsetzungen beachten — oft wichtiger als der zeichnerische Teil
  3. Bei Altbauten: Prüfen, ob Bestandsschutz greift oder aktuelle Festsetzungen gelten
  4. Nachbarbeteiligung: Bei Befreiungen müssen meist die Nachbarn zustimmen
  5. Handwerker-Tipp: Immer den Architekten/Bauherrn fragen, welche äußeren Gestaltungsvorgaben gelten

Häufige Fragen zu Bebauungsplan

Was regelt der Bebauungsplan?
Der Bebauungsplan (B-Plan) regelt, was auf einem Grundstück gebaut werden darf: Gebäudehöhe, Geschosszahl, Dachform, Abstandsflächen, überbaubare Fläche und die Art der Nutzung (Wohnen, Gewerbe, Mischgebiet).
Wo finde ich den Bebauungsplan?
Beim örtlichen Bauamt, auf der Website der Gemeinde oder über Geoportale der Bundesländer. Bebauungspläne sind öffentlich einsehbar.
Was passiert, wenn kein Bebauungsplan existiert?
Dann gilt § 34 BauGB (Innenbereich) — das Bauvorhaben muss sich in die Eigenart der näheren Umgebung einfügen. Im Außenbereich (§ 35) ist Bauen grundsätzlich nur privilegiert zulässig.