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Handwerkspraxis

Videoüberwachung

VideoüberwachungDie Überwachung von Grundstücken und Gebäuden mit Kameras zur Einbruchsprävention – mit rechtlichen Vorgaben zum Datenschutz

1 Min. Lesezeit

Was ist Videoüberwachung?

Videoüberwachung ist der Einsatz von Kameras zur visuellen Überwachung von Grundstücken, Eingängen und Gebäuden. Sie dient der Einbruchsprävention, Beweissicherung und Zugangskontrolle. In Deutschland gelten strenge Datenschutzregeln.

Kameratypen

TypEinsatzStromKosten
WLAN-Kamera (Akku)Außen, flexibelAkku50 € – 200 €
WLAN-Kamera (Netzteil)Außen/InnenSteckdose30 € – 150 €
PoE-Kamera (Netzwerk)Profi, dauerhaftPoE-Kabel60 € – 300 €
PTZ-Kamera (schwenkbar)Große FlächenPoE/Steckdose150 € – 500 €
Türklingel-KameraHauseingangBatterie/Kabel80 € – 250 €

Wichtige Spezifikationen

EigenschaftEmpfehlung
AuflösungMindestens 2K (2560×1440)
NachtsichtIR-LEDs, mind. 20 m Reichweite
SchutzklasseIP66 oder IP67 (Außen)
Blickwinkel90°–130°
SpeicherLokal (NVR/SD) + optional Cloud
KI-ErkennungPersonen-/Fahrzeugerkennung

Rechtliche Vorgaben (DSGVO)

RegelDetails
Zulässiger BereichNur eigenes Grundstück
VerbotenÖffentliche Bereiche, Nachbargrund
HinweisschildPflicht (Verantwortlicher, Zweck)
SpeicherdauerMax. 72 Stunden empfohlen
AuskunftsrechtAufgenommene Personen können Auskunft verlangen
TonaufnahmeIn Deutschland verboten (§ 201 StGB)

Systeme im Vergleich

SystemTypAboLokaler SpeicherKosten (4 Kameras)
ReolinkPoENein✅ NVR400 € – 800 €
RingWLANJa (3–10 €/M)❌ Cloud only400 € – 800 €
ArloWLAN/AkkuJa (3–13 €/M)⚠️ Teils600 € – 1.200 €
HikvisionPoENein✅ NVR500 € – 1.500 €
UniFi ProtectPoENein✅ NVR (Ubiquiti)800 € – 2.000 €

Kosten

PositionKosten
4× PoE-Kamera (2K)250 € – 800 €
NVR (Netzwerkrekorder)150 € – 400 €
Netzwerkkabel (Cat 6, 100 m)30 € – 60 €
PoE-Switch50 € – 150 €
Installation (Fachbetrieb)500 € – 1.500 €
Gesamt500 € – 2.500 €

Tipps

  • PoE-System für zuverlässige Dauerüberwachung (kein WLAN/Akku-Ausfall)
  • Lokale Speicherung (NVR) statt Cloud: keine Abokosten, Datenschutz
  • Tonaufnahme deaktivieren (in Deutschland verboten!)
  • Kameras sichtbar montieren – Abschreckungseffekt nutzen
  • DSGVO-Hinweisschild am Grundstückszugang anbringen
  • Personen-Erkennung (KI) reduziert Fehlalarme um 90 %

Häufige Fragen zu Videoüberwachung

Was darf ich mit einer Überwachungskamera filmen?
Erlaubt: Eigenes Grundstück und eigene Hauswand. Verboten: Öffentliche Gehwege, Nachbargrundstücke, angrenzende Straßen. Der Erfassungsbereich muss auf das eigene Grundstück beschränkt sein. Schilder sind Pflicht (DSGVO).
Was kostet eine Videoüberwachung fürs Haus?
WLAN-Kamera (einzeln): 50–200 €. Professionelles 4-Kamera-Set mit Rekorder: 400–1.500 €. PoE-System (kabelgebunden): 500–2.000 €. Cloud-Abo (Ring, Arlo): 3–10 €/Monat pro Kamera.
Welche Kamera ist die beste für Außen?
Für DIY: Ring Spotlight Cam, Reolink RLC-810A, Arlo Pro 5. Für professionelle Installation: Hikvision, Dahua, Axis. Wichtig: IP67-Schutz, Nachtsicht (IR), mindestens 2K-Auflösung und PoE-Anschluss.
Brauche ich eine Genehmigung für Überwachungskameras?
Privatpersonen brauchen keine Genehmigung für die Überwachung des eigenen Grundstücks. ABER: DSGVO-Hinweisschild ist Pflicht. Aufnahmen dürfen nur eigenes Grundstück erfassen. Bei Mietwohnungen: Vermieterzustimmung nötig.
Funk oder kabelgebunden?
WLAN/Funk ist einfach nachrüstbar, aber abhängig von Signalstärke und Akku. PoE (Power over Ethernet) ist zuverlässiger: Strom und Daten über ein Kabel, kein WLAN-Ausfall, kein Akku-Wechsel. Für Neubauten PoE empfohlen.

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