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Estrichleger

Zement-, Anhydrit- und Gussasphalt-Estriche für Neubau und Sanierung.

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Estrichleger – Zement-, Anhydrit- und Gussasphalt-Estriche für Neubau und Sanierung.

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Estricharbeiten: Die perfekte Grundlage für Ihren Boden

[Estrich](/lexikon/estrich) ist die unsichtbare Basis jedes Bodenbelags. Die ebene, tragfähige Schicht zwischen Rohdecke und Fliesen, Parkett oder Vinyl entscheidet über Langlebigkeit und Qualität des gesamten Bodensystems. Estrichleger schaffen präzise Untergründe und integrieren dabei Wärme- und [Trittschalldämmung](/lexikon/trittschalldaemmung) sowie [Fußbodenheizungen](/lexikon/fussbodenheizung) fachgerecht in den Aufbau.

Die Herstellung von Estrich erfordert Erfahrung und Sorgfalt. Falsch gemischter Mörtel, zu schnelles Aufheizen bei Fußbodenheizung oder unzureichende Trocknungszeiten führen zu Rissen, Hohllagen und Schäden am Bodenbelag. Ein qualifizierter Estrichbetrieb beherrscht sein Handwerk und stimmt die Arbeiten mit den anderen Gewerken ab.

Leistungen eines Estrichbetriebs

Estrichleger bieten umfassende Bodenarbeiten von der Vorbereitung bis zum fertigen Untergrund.

Zementestrich ist der robuste Standard für alle Bereiche. Das Gemisch aus Zement, Sand und Wasser wird eingebracht und abgezogen. Nach dem Aushärten ist ein belastbarer, feuchtigkeitsunempfindlicher Untergrund entstanden. Zementestrich eignet sich für Wohnräume, Nassräume, Garagen und Industrieflächen.

Anhydritestrich (Calciumsulfatestrich) ist spannungsärmer und trocknet schneller. Die höhere Wärmeleitfähigkeit macht ihn ideal für Fußbodenheizungen. Achtung: Anhydritestrich ist feuchtigkeitsempfindlich und nicht für Nassräume geeignet.

Fließestrich wird gegossen statt eingebracht und verteilt sich selbstnivellierend. Das Ergebnis sind besonders ebene Flächen mit geringer Dicke – ideal für Sanierungen mit begrenzten Aufbauhöhen.

Heizestrich umschließt die Rohre der Fußbodenheizung. Die Schichtdicke über den Rohren muss mindestens 45 mm betragen. Nach 21-28 Tagen Aushärtung ist das Aufheizprotokoll durchzuführen.

Trockenestrich besteht aus vorgefertigten Platten (Gipskarton, Gipsfaser, Holzwerkstoffe), die auf einer Schüttung verlegt werden. Keine Baufeuchte, keine Trocknungszeit – ideal für schnelle Sanierungen.

Gefälleestrich führt Wasser gezielt zum Ablauf in Duschen, auf Balkonen und Terrassen. Die Herstellung erfordert besondere Sorgfalt und Erfahrung.

Industrieestrich für Gewerbe- und Produktionsflächen muss hohe mechanische Belastungen und oft auch chemische Beanspruchungen aushalten. Spezielle Rezepturen und Oberflächenbehandlungen kommen zum Einsatz.

Estrichaufbau verstehen

Der korrekte Schichtaufbau ist entscheidend für die Funktion des Bodensystems.

Tragschicht (Rohdecke): Die Betondecke oder der verdichtete Untergrund trägt alle darüber liegenden Schichten.

Dämmschicht: Wärmedämmung (EPS, XPS) verhindert [Wärmeverluste](/lexikon/waermebruecke) nach unten. [Trittschalldämmung](/lexikon/trittschalldaemmung) (Mineralwolle, PE-Schaum) reduziert die Schallübertragung ins darunterliegende Geschoss.

Randdämmstreifen: Am Wandanschluss verhindert ein komprimierbarer Streifen Schallbrücken und ermöglicht die Ausdehnung des Estrichs.

Abdeckung: Eine PE-Folie trennt Estrich und Dämmung und verhindert das Eindringen von Estrichmörtel in die Dämmung.

Heizrohre: Bei Fußbodenheizung werden die Heizrohre auf der Dämmung befestigt oder in Systemplatten eingelegt.

Estrich: Mindestens 45 mm über den Heizrohren bzw. 55-65 mm Gesamtdicke bei schwimmend verlegtem Estrich.

Fußbodenheizung und Estrich

Die Kombination erfordert besondere Sorgfalt bei Material, Einbau und Inbetriebnahme.

Materialwahl: Zementestrich und Anhydritestrich eignen sich beide. Anhydrit leitet Wärme etwas besser (λ = 1,2 vs. 1,0 W/(m·K)), darf aber nicht in Feuchträumen eingesetzt werden.

Schichtdicke: Über den Heizrohren müssen mindestens 45 mm Estrich liegen – das gewährleistet gleichmäßige Wärmeverteilung und verhindert Rissbildung.

Aushärtezeit: Vor dem Aufheizen muss der Estrich ausreichend ausgehärtet sein: bei Zementestrich mindestens 21 Tage, bei Anhydritestrich mindestens 7 Tage.

Aufheizprotokoll: Das vorgeschriebene Protokoll führt kontrolliert Restwasser aus dem Estrich ab. Beginnend bei 25°C wird die Temperatur täglich um 10°C gesteigert bis zur Maximaltemperatur, dann langsam wieder abgesenkt.

Trocknungszeiten beachten

Die richtige Trocknung ist entscheidend für die Qualität des Bodenbelags.

Faustregel Zementestrich: 1 Woche pro Zentimeter Dicke. Ein 5 cm dicker Estrich braucht also etwa 5 Wochen. Bei ungünstigen Bedingungen (kalte Jahreszeit, hohe Luftfeuchtigkeit) länger.

Anhydritestrich trocknet schneller, ist aber feuchtigkeitsempfindlicher. Das Aufheizprotokoll beschleunigt die Trocknung zusätzlich.

Restfeuchte messen: Vor der Verlegung von Bodenbelägen muss die Restfeuchte mit der CM-Messung geprüft werden. Grenzwerte: Zementestrich max. 2,0% (mit FBH 1,8%), Anhydritestrich max. 0,5% (mit FBH 0,3%).

Kosten für Estricharbeiten

Die Kosten hängen von Estrichart, Dicke und Zusatzleistungen ab.

Zementestrich (5 cm, schwimmend): 20-35 Euro pro Quadratmeter inkl. Material und Einbau.

Anhydritestrich: 25-40 Euro pro Quadratmeter.

Heizestrich komplett (Dämmung, PE-Folie, Randstreifen, Estrich ohne Heizung): 40-60 Euro pro Quadratmeter.

Trockenestrich: 35-50 Euro pro Quadratmeter.

Gefälleestrich: 40-70 Euro pro Quadratmeter.

Beispielrechnung 100 m² Wohnfläche: Zementestrich mit Dämmung = 3.500-5.000 Euro.

Den richtigen Estrichleger finden

Die Qualität der Estricharbeiten zeigt sich oft erst beim Bodenlegen. Achten Sie auf:

  1. Fachbetrieb – Estrichleger ist ein anerkannter Ausbildungsberuf
  2. Erfahrung mit Fußbodenheizung – Nicht jeder Betrieb beherrscht das Aufheizprotokoll
  3. Terminkoordination – Abstimmung mit anderen Gewerken
  4. Messgeräte – Eigenes CM-Messgerät für Restfeuchte
  5. [Gewährleistung](/lexikon/gewaehrleistung) – Mindestens 5 Jahre auf fachgerechte Ausführung

Ihre Vorteile

  • Ebene Grundlage für jeden Bodenbelag
  • Wärme- und Trittschalldämmung integriert
  • Fußbodenheizung optimal eingebettet
  • Schnellestriche für enge Zeitpläne
  • Gefälleestrich für Nassräume
  • Langlebige und belastbare Böden

Kosten & Preise 2025

LeistungPreisspanne
Zementestrich (pro m²)20€ - 35€
Anhydritestrich (pro m²)25€ - 40€
Heizestrich mit FBH (pro m²)40€ - 60€
Trockenestrich (pro m²)35€ - 50€
Gefälleestrich (pro m²)40€ - 70€
Estrichdemontage15€ - 30€ / m²

Häufige Fragen

Wie lange muss Estrich trocknen?

Zementestrich braucht etwa 1 Woche pro cm Dicke – bei 5 cm also 5 Wochen. Anhydritestrich trocknet schneller. Vor Bodenbelagsarbeiten muss die Restfeuchte gemessen werden.

Welcher Estrich für Fußbodenheizung?

Zementestrich und Anhydritestrich eignen sich beide. Anhydrit leitet Wärme etwas besser. Das Aufheizprotokoll nach 21-28 Tagen ist bei beiden Pflicht.

Was ist der Unterschied zwischen Zement- und Anhydritestrich?

Zementestrich ist robuster und feuchtigkeitsbeständig. Anhydritestrich ist spannungsärmer und trocknet schneller, aber empfindlich gegen Feuchtigkeit.

Kann man über alten Estrich neuen einbringen?

Meist nicht, da Aufbauhöhen und Türen nicht passen. Besser: Estrichsanierung durch Ausgleichen, Spachteln oder Fräsen statt Neueinbau.

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