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Maler

Kosten- & Kalkulationsguide für Maler

Von produktiven Stunden bis Materialaufschlag: So kalkulierst du Projekte im Gewerk Maler.

10 Min Lesezeit
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Stundensatz richtig kalkulieren

Der Stundensatz ist das Herzstück jeder Kalkulation im Maler-Handwerk. Viele Betriebe rechnen zu günstig, weil sie nicht alle Kosten berücksichtigen. Ein realistischer Stundensatz für Maler liegt 2025 zwischen 55€ und 85€ netto – je nach Region, Qualifikation und Leistungsumfang.

So berechnen Sie Ihren Mindest-Stundensatz: Addieren Sie alle Jahreskosten (Löhne, Sozialabgaben, Miete, Fahrzeuge, Versicherungen, Werkzeuge) und teilen Sie durch die produktiven Stunden. Bei einem typischen Maler-Betrieb sind das etwa 1.400-1.600 Stunden pro Mitarbeiter und Jahr.

Vergessen Sie nicht den Gewinnaufschlag: 10-15% auf den Netto-Stundensatz sind branchenüblich und notwendig, um Rücklagen zu bilden und in den Betrieb zu investieren.

Nutzen Sie unseren kostenlosen Stundenlohnrechner auf handwerk.cloud, um Ihren individuellen Stundensatz zu ermitteln.

Produktive Stunden realistisch planen

Ein häufiger Kalkulationsfehler: Die Annahme, dass ein Arbeitstag acht produktive Stunden hat. In der Realität sind es für Maler-Betriebe oft nur 5-6 Stunden – der Rest geht für Anfahrt, Rüstzeiten, Kundengespräche und Dokumentation drauf.

Faktorisieren Sie Reisezeiten und Rüstaufwände in jedem Angebot für Maler. Bei weiter entfernten Baustellen können Anfahrtskosten als separate Position ausgewiesen oder im Stundensatz berücksichtigt werden.

Vergleichen Sie regelmäßig Ist-Daten mit Planwerten. Dokumentieren Sie Abweichungen je Projektphase – so verbessern Sie Ihre Kalkulation kontinuierlich und erkennen, wo Zeit verloren geht.

Material- und Gerätekosten absichern

Die Materialpreise schwanken stark – was bei Angebotserstellung gilt, kann bei Projektstart schon überholt sein. Hinterlegen Sie Indexklauseln oder Verfallsdaten direkt in Ihren Angebotsbedingungen, um sich abzusichern.

Für Maler-Betriebe empfiehlt sich eine Top-10-Liste kritischer Materialien inklusive alternativer Lieferanten. So können Sie bei Engpässen schnell reagieren und Projekte termingerecht abschließen.

Kalkulieren Sie einen Materialaufschlag von 10-25% auf den Einkaufspreis – dieser deckt Handling, Lagerung, Verschnitt und Ihr unternehmerisches Risiko.

Geräte und Maschinen: Prüfen Sie, ob Kauf oder Miete wirtschaftlicher ist. Bei seltener genutzten Spezialgeräten lohnt sich oft die Miete, die Sie dem Kunden weiterberechnen können.

Nachträge und Zusatzleistungen

Nicht jede Zusatzarbeit ist ein Nachtrag. Definieren Sie im Angebot klar, was im Leistungsumfang enthalten ist und was nicht. So vermeiden Sie Diskussionen mit dem Kunden.

Dokumentieren Sie Änderungswünsche des Kunden sofort schriftlich – am besten per E-Mail mit Bestätigung. Erstellen Sie für größere Nachträge ein separates Angebot, bevor Sie mit der Arbeit beginnen.

Kalkulieren Sie Nachträge mit demselben Stundensatz wie die Hauptleistung. Eventuell anfallende Mehrkosten (zusätzliche Anfahrt, eilige Materialbeschaffung) sollten Sie separat ausweisen.

Typische Kosten für Maler-Arbeiten 2025

Die Kosten für Maler-Arbeiten variieren stark je nach Region, Komplexität und Materialwahl. Als Orientierung für Endkunden: Rechnen Sie mit Stundensätzen zwischen 55€ und 85€ netto zuzüglich Material.

Bei Pauschalangeboten für standardisierte Leistungen können Sie als Maler-Betrieb Wettbewerbsvorteile erzielen – vorausgesetzt, Ihre Kalkulation ist wasserdicht und berücksichtigt alle Eventualitäten.

Transparenz schafft Vertrauen: Viele Kunden bevorzugen detaillierte Angebote, die Arbeitszeit und Material separat ausweisen. So können sie nachvollziehen, wofür sie bezahlen.

FAQ

Wie viele Aufträge sollte ich parallel kalkulieren?

Maximal so viele, wie Ihr Team qualitativ begleiten kann. Saubere Daten und realistische Kalkulationen sind wichtiger als hohe Angebotsvolumina. Fokussieren Sie sich auf Projekte, die zu Ihren Stärken passen.

Was mache ich bei Preissteigerungen während des Projekts?

Bei länger laufenden Projekten sollten Sie Preisanpassungsklauseln im Angebot vereinbaren. Bei bereits fixierten Verträgen prüfen Sie, ob eine einvernehmliche Anpassung möglich ist – transparente Kommunikation ist hier entscheidend.

Wie berechne ich Anfahrtskosten?

Übliche Methoden: Pauschale pro Einsatz (z.B. 25-45€), Kilometerpauschale (0,50-0,80€/km) oder Einrechnung in den Stundensatz. Wichtig: Anfahrtskosten von Anfang an kommunizieren, um Überraschungen zu vermeiden.

Sollte ich Festpreise oder Stundensätze anbieten?

Das hängt vom Projekt ab. Standardleistungen eignen sich für Festpreise, komplexe Sanierungen mit Unbekannten besser für Stundenabrechnungen. Viele Kunden schätzen Festpreise wegen der Planbarkeit – kalkulieren Sie dann aber großzügig.